Freitag, 4. März 2016

Interview mit Christian Bauer incl. Verlosung



Lieber Christian, wir kennen uns ja durch die Leserunde zu „Klara Klühs und das rote Fahrrad“ auf Lovelybooks und unsere „Zusammenarbeit“ zu „Klara Klühs und die weiße Jade“, aber würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Jahrgang 1963. Im Erstberuf Pfarrer, jetzt beim Saarländischen Rundfunk für Kinokoproduktionen und den Tatort mit Stellbrink und Marx zuständig. Wenn ich nicht arbeite oder schreibe, habe ich eine Frau, zahlreiche Söhne und genau eine Tochter, die mich auf Trab halten. Ansonsten spiele und habe ich oft den Blues…


Wie kam es eigentlich, dass Du vom Pfarrer zum SR-Redakteur umgestiegen bist? Oder machst Du das parallel?

Einmal Pfarrer, immer Pfarrer. Aber das mache ich seit 2001 eben ehrenamtlich. Der Rundfunk bot mir Perspektiven, die mich angefixt haben. Zunächst beim Radio, dann in der Medienpolitik und seit 2009 beim Fernsehen. Geschichten erzählen kann man übrigens sowohl in der Kirche als auch im Fernsehen.


Wie strandet ein Rheinländer im Saarland? Und wo genau aus dem Rheinland stammst Du ursprünglich?

Ich bin kein Rheinländer, ich bin Kölner. Ja, das liegt im Rheinland! Aber… doch das würde hier zu weit führen. Und ins Saarland gekommen bin ich 1993 wegen eines Volontariats. Natürlich mit der klaren Absicht, 1994 wieder weg zu sein. Hat nicht geklappt und das ist gut so.


Welches Buch ist Dein Erstlingswerk?

Ein nackter Arsch! Robert Simareks erster Fall. Ein Saarbrücken-Krimi.


Wie viele Bücher hast Du bisher veröffentlicht?

Mittlerweile gibt es zwei weitere Saarbrücken-Krimis und zwei Klara-Klühs-Fälle, die auf Hiddensee spielen. Daneben habe ich ein paar Kurzgeschichten in Anthologien und ein Filmbuch mit herausgegeben.


In welchen Genres schreibst Du überwiegend?

Krimi!


Und natürlich gleich die Standardfragen:
Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Als Pfarrer hat man oft ein Faible für Geschichten und mir fallen dauernd welche ein. Trotzdem hat der erste Saarbrücken-Krimi jahrelang halbfertig in einer Schublade gelegen. Fertiggeschrieben habe ich den erst, als ich den Job als Tatort- und Spielfilm-Redakteur übernommen habe. Das war fast Notwehr. Denn bevor ich meinen Autoren permanent mit meinen Ideen in ihre Drehbücher reinquatsche, habe ich gesagt, ich schreibe meine Krimis und berate euch dramaturgisch. Denn es ist aus meiner Sicht nicht der Job des Redakteurs, seine eigenen Geschichten zu verwirklichen, sondern den kreativen Prozess der anderen zu steuern und zu moderieren. Also schreibe ich meine eigenen Ideen zwischen eigene Buchdeckel.


Woher nimmst Du die Ideen für das Buch/die Bücher?

Die kommen einfach!


Warum hast Du Hiddensee als „Tatort“ für Klara gewählt und keine Großstadt?

Viele, die schon mal auf Hiddensee waren, wissen, dass das ein ganz spezieller Ort ist, der Sehnsüchte weckt. Für mich ist Hiddensee neben Kreta die Insel, auf der ich bleiben könnte… wie lange, weiß ich aber nicht. Und Hiddensee ist so schön überschaubar. Für einen Autor heißt das: du kannst Wiedererkennungseffekte nutzen! Du kannst die Fiktion mit realen Gegebenheiten so verschmelzen, dass Leser immer wieder „aha“ sagen, oder „kenn ich!“.
   

Wie lange brauchst Du für ein Buch?

Unterschiedlich. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich schnell. Aber bis ich schreibe, braucht die Geschichte in meinem Kopf Zeit. Und da ich ja von einem anderen Job lebe, gibt der auch oft vor, wann ich selbst schreiben kann und wann nicht.


Wer bekommt die Bücher zuerst zu lesen?

Normalerweise ein oder zwei rechtschreibe- und grammatikkundige Testleserinnen und dann die Lektorin des Verlages. Bei „Klara Klühs und die weiße Jade“ dagegen gab es hier eine geschlossene Gruppe auf Lovelybooks, so eine Art Entwicklungsforum. Das war anstrengend, aber total spannend.


An welchem Projekt/Buch arbeitest Du aktuell?

Am vierten Saarbrücken-Krimi, Arbeitstitel: „Ein faules Ei“ oder „Eine taube Nuss“.


Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)

Kochen, Bluesharp spielen, Kinder baden, Kochen, 1.FC Köln anfeuern, Drehbücher lesen, Kochen, Bier trinken, Filme drehen, Filme gucken, Kochen


Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?

Ich habe mal Filme und Blues-CDs gesammelt, das ist aber im Zeitalter moderner Streamingdienste eigentlich albern. Das gleiche gilt für Kochbücher. Früher habe ich die am Herd benutzt. Jetzt rufe ich chefkoch.de auf dem iPad auf. Modern times!


Treibst du Sport?

Laufen und Tennis.


Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?

Das entscheide ich, wenn ich 1 Mio auf dem Konto habe. Können es auch zwei sein? Danke!


Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?

Was bitte ist Tee?


Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?

Hiddensee, Chora Sfakion auf Kreta, Köln, Saarbrücken, Sète, und noch mindestens 100 Orte, an denen man gewesen sein muss... 


Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!
Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?

Nein, das weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass ich Urmel aus dem Eis mehrmals gelesen habe und jedesmal einen Lachanfall bekommen habe, wenn es darum ging, dass Wutz das Urmelei nicht ausbrüten kann, weil es sonst Rührei gibt… Ein Buchgag, der mir bleibend in Erinnerung ist.


Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?

The Stars‘ Tennis Balls von Stephen Fry. Und jetzt: Making History von ebendiesem.
Fan? Fan!


Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?

Da gibt es so viele… nicht nur die Bibel J!


Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?

Hab ich keins. Ich weiß ja: Leben ist Veränderung. Oder mit John Lennon: „Life is what happens to you while you are busy making other plans”


Und zum Abschluss:
Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?

Was möchtest du denn werden, wenn du erwachsen bist?


Lieben Dank für das tolle Interview! Es hat Spaß gemacht!
Die Nichtohnebuch-WG


Und wenn wir Euch jetzt neugierig gemacht haben, könnt ihr Athenes und Hasis Rezension zu "Klara Klühs und das rote Fahrrad" gern auf dem Blog nachlesen.
Außerdem stellen uns Christian und der Gollenstein Verlag 3 signierte Exemplare vom gerade frisch erschienenen Buch "Klaras Klühs und die weiße Jade" zur Verfügung. 
Um eines der Bücher zu gewinnen, könnt ihr uns bis zum 13.3.2016 um 23.59 Uhr per Kommentar unter diesem Post folgende (sicher nicht ganz ernst gemeinte) Frage von Christian Bauer beantworten:

Was möchtest du denn werden, wenn du erwachsen bist?