Samstag, 7. Mai 2016

Interview mit Sarah Brandt


Tine hatte das Glück, Sarah Brandt und ihr Buch Schattenengel durch Facebook kennenzulernen. Sie sind sich in einer Gruppe begegnet und Sarah hat ihr das Buch schmackhaft gemacht. Nach dem Probelesen war Tine so begeistert, dass wir Euch Sarah unbedingt vorstellen wollen. Denn wir finden, daß auch neue Autoren, die so tolle Bücher schreiben,  mal ins Rampenlicht kommen sollten ...


Liebe Sara Brandt, würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?
Mit Vergnügen!
Mein Name ist Sara Brandt, ich bin 28 Jahre alt und wohne mit meinem Verlobten und zwei Katern in Bremen. Dort mache ich eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten, arbeite nebenbei auf der Kartbahn und schreibe in der Zeit dazwischen mein Bücher.  

Schattenengel war ja Dein Erstlingswerk? Wann erscheint der 2. Band?
Das ist mittlerweile nicht mehr von mir, sondern vom Verlag abhängig. Schattenengel befindet sich dort zur Zeit im Lektorat; im August soll der erste Band wieder verfügbar sein. Ich habe Band 2 bereits geschrieben und auch dem Verlag schon geschickt, über ein genaueres Erscheinungsdatum haben wir noch nicht gesprochen. Doch ich halte euch auf dem Laufendem! Bei Facebook wird es mindestens zu Band 1 auch eine Releaseparty geben 😉.

Wie viele Entwürfe liegen bei dir zuhause herum?
Von Schattenengel? Gut vier Stück, plus zwei für Band 2, anderthalb für Band drei, eines für Band vier (bisher nur grob anskizziert), mehrere Entwürfe für Kurzgeschichten, verlorene oder geschnittene Szenen und schon Szenen für Bücher, die noch gar nicht geschrieben worden. Dazu kommen die zahlreichen Gedanken, die einfach noch ungeschrieben durch meinen Kopf sprudeln.

In welchen Genres möchtest Du überwiegend schreiben oder bist du da noch nicht festgelegt?
Ich denke schon, dass es Fantasy/ Romantik bleiben wird. Da habe ich die Möglichkeit, mich richtig „auszutoben“ und viele verschiedene Dinge miteinander zu verflechten. Ideen habe ich jedenfalls genug ;) Mittlerweile sind die sog. Grenzen zwischen den Genres ja auch fließend. Manch einer würde Schattenengel zu „Romantasy“ zuordnen, andere zu „Urban Fantasy“, nur „Fantasy“... ich denke, letztlich ist die Einteilung nicht so wichtig.


Und natürlich gleich die Standardfragen:
Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Angefangen hat es damals in der Grundschule mit den berühmten Aufsätzen. Zudem habe ich immer gerne gelesen, das beflügelt Phantasie und Träume natürlich ungemein.
Den ersten, ganz groben Entwurf mit den Vorgängern der Geschichte und den Charakteren gab es dann 2009. Von dem Zeitpunkt an hat sich die Geschichte stetig weiterentwickelt, bis ich sie 2015 endlich so weit fertig entworfen hatte, dass ich damit zufrieden sein konnte.

Woher nimmst Du die Ideen für das Buch/die Bücher?
Ich habe viele Bilder vor Augen gehabt, die ich gerne umsetzen wollte. So wünschte ich mir zwei starke Hauptcharaktere. Eine Liebe, die von Beginn an da war, sich stetig entwickelt. Aber die kein Liebesdreieck braucht, keine Verwicklungen. Es sollte von Anfang an klar sein, dass Sam und Lizzie alles füreinander tun würden. Dann sollten Engel und Dämonen vorkommen, die nicht den gängigen Klischees entsprechen, genau so wenig wie ihre Macht. Die Frage, wer gut und wer böse sei, sollte man nicht klar beantworten können. Ich wollte eine Entscheidung, die alles verändern könnte. Alles in sich zusammen genommen ergab das dann im Endeffekt die Geschichte, die ihr in „Schattenengel“ vor euch liegen habt. Es ist größer geworden, als gedacht (zu Beginn war keine Trilogie geplant). Aber dafür bin ich auch recht zufrieden damit 😉.

Sind deine Hauptfiguren durch Freunde oder Bekannte inspiriert oder völlig frei erfunden?
Teils, teils. Gabriel wurde zu einem Teil von meiner besten Freundin Anne inspiriert. Auf der Halloweenfeier taucht kurz ein Charakter namens Eric auf, der ebenfalls auf einem Freund basiert. In Band 2 dann ein Engel namens Soniel, zu Ehren meiner Schwiegermutter. Ich denke, Lizzie ist nicht ganz frei von meinen eigenen Einflüssen (gerade ihre rebellische Art), während Sam bzw. die Dialoge mich oft an meinen Verlobten Julian erinnern.

Wie lange brauchst Du für ein Buch?
Das kommt ein wenig darauf an, wie fortgeschritten die Idee ist. Wenn ich eine Idee habe, entwickele ich sie mit groben Szenen und Höhepunkten, Wendepunkten. Schreibe sie auf Karteikarten und schiebe sie umher, bis sie Sinn ergeben. Überlege mir, wie man es spannender gestalten könnte. Je nach dem Zustand der Idee, dauert das zwischen 2 Wochen und, siehe Schattenengel, mehrere Jahre. Zur Zeit geht das alles etwas schneller 😉.
Habe ich einen groben, roten Faden, entwerfe ich einen Kapitelplan mit Titeln und den entsprechenden Charakteren, die darin vorkommen. Bestimmte Andeutungen, die auf spätere Ereignisse hindeuten. Dafür brauche ich knapp ein Wochenende.
Das Schreiben selbst dauert dann pro Kapitel ca. einen Tag, manchmal auch länger. Es gibt schwierige Kapitel, wie etwa das allererste von „Schattenengel“ (der Anfang ist immer das schwierigste) oder wie jetzt die letzten vier vom dritten Band. Dann wieder gibt es leichtere Kapitel, so wie das, welches in der alten Ruine spielt. Alles in allem brauche ich, wenn es gut läuft, für die erste Fassung ca. einen Monat- nur fürs Schreiben. Es kann aber auch sein, dass ich hier und da merke, dass das nicht aufgeht, dass ich bestimmte Dinge nochmal ändern muss.
Nach dem Schreiben mache ich eine kurze Pause, schreibe andere Ideen auf oder mache etwas völlig anderes. Diese Pause dauert, je nach Ungeduld, zwei Tage oder eine Woche. Dann geht es an die Korrektur. Ich lese mir meine Geschichte von vorne bis hinten durch und schreibe mir Dinge auf, die ich noch verbessern muss. Meist kommt da eine lange Liste zusammen! 😉. Diese Veränderungen baue ich ein, das dauert ca. eine Woche. Dann, in der dritten Runde, kommt der Feinschliff. Sind die Sätze und die Dialoge stimmig, wiederhole ich mich? Kann ich noch etwas machen, um den Inhalt zu verbessern, die Spannung zu erhöhen? Erst, wenn ich zufrieden bin, wird es in Normseiten formatiert, auf die Absätze geachtet und zum Verlag geschickt.
Nimmt man diese Prozesse grob zusammen, so ergibt sich für ein Buch ca. eine Gesamtzeit von drei Monaten, würde ich schätzen.

Wer bekommt die Bücher zuerst zu lesen?
Die ganze Geschichte wird mit Julian besprochen, der die Kapitel teilweise vorgelesen bekommt. Dann kommt nur noch der Verlag. Sobald ich einen Veröffentlichungstermin habe, nehme ich Kontakt zu Buchbloggern und ein paar Gruppen auf Facebook auf. Manche davon nehmen Ebooks als Reziexemplare, manche nur gedruckte Bücher, die dann von Haushalt zu Haushalt wandern. So kann ich auch direkt sicherstellen, dass auf Amazon zeitnah zur Veröffentlichung die ersten Rezensionen erscheinen.

An welchem Projekt/Buch arbeitest Du aktuell?
Jetzt gerade noch an der Schattenengel-Trilogie, beim dritten Band: Paradies. Ich werde es noch im Mai fertig schreiben, korrigieren und an den Amdora-Verlag schicken. Gedanklich entwerfe ich schon einen vierten Band. Er wird auf der Trilogie aufbauen und dieselben Charaktere beinhalten, aber zeitlich ca. ein Jahr danach spielen. Ob es ein einzelnes Buch, zwei Bände oder erneut eine Trilogie wird, kann ich noch nicht sagen. Gerade zum Universum von „Schattenengel“ gibt es noch viel Potential und Ideen. Je nach Lesermeinung wäre ein Spin-off von Luzifer oder Azrael noch interessant. Aber auch eine Geschichte, die ganz neue Charaktere besitzt, geistert bereits durch meinen Kopf.

Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)
Meine Tage sind meistens durch meine beiden Jobs gut ausgefüllt. In der Woche arbeite ich in der Kanzlei, am Wochenende in der Regel auf der Kartbahn. Abends steht dann „Partneraktivität“ an, also Zeit mit Julian. Und mit den beiden Katern, die ihre Zeit schlichtweg einfordern 😉. Zwischendurch lese ich selber gerne (zur Zeit die Pendergast-Bücher), häkele an einer bunten Decke (die vlt. noch dieses Jahr fertig wird), dekoriere meinen Filofax...über zu wenig Hobbys kann ich mich jedenfalls nicht beschweren.

Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?
An sich nicht, zur Zeit sind es jedoch wohl Washitapes. Julian hat mir einen Filofax geschenkt, und danach war es um mich geschehen. Wir gemeinsam „sammeln“ DVDs, zumindest haben wir eine große Sammlung von Filmen, die wir wirklich gut finden.

Treibst du Sport?
Jein. Ich laufe sehr gerne und habe eine Zeitlang Freeletics gemacht, das kommt zur Zeit jedoch zu kurz. Mit zwei Jobs und den Büchern im Kopf ist es nicht immer einfach. Doch ich möchte gerne wieder regelmäßiger laufen gehen.

Hast Du eigene Tiere? Wenn ja, welche?
Ja, ich könnte auch nicht ohne Tiere. Wir haben ein Aquarium, dass wir beide toll finden, es war eine gemeinsame Entscheidung. In die Beziehung selbst habe ich zwei Kater mitgebracht. Pu ist mittlerweile 10 Jahre alt, Heathy 6 Jahre. Sie sind beide nicht mehr wegzudenken, seit sie klein sind, leben sie bei mir. Immer mal wieder spiele ich mit dem Gedanken an einen Hund, den ich dann auch zur Arbeit mitnehmen könnte, aber noch konnte ich mich bei Julian nicht durchsetzen.

Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio. € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?
Bedingt, ja. Ich könnte mich von einem Job freisprechen und nur noch aufs Schreiben konzentrieren. Doch da ich beide Jobs sehr gerne mag, würde ich wohl trotzdem früher oder später wieder zu ihnen zurückkehren, vielleicht mit weniger Stunden. Zusammen mit Julian würde ich mehr reisen. Ansonsten würde sich jedoch nicht so viel ändern, denke ich.

Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?
Als hartnäckig, fantasievoll. Als Frühaufsteherin, etwas durchgeknallt.

Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?
Nervig, anstrengend, launisch...ich bin mir nicht ganz sicher 😊.

Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?
Beides. An sich eher Tee, weil man ihn auch wunderbar kalt trinken kann. Aber wenn ich sehr müde bin oder richtig Lust darauf verspüre, hole ich mir einen Kaffee. Meistens bin ich dann ein Starbucks-Opfer und hole mir einen großen Caramel-Macchiato 😉.

Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?
Schwierig. Ich sitze gerne draußen, etwa bei uns auf dem Balkon oder an der Weser. Aber man findet mich auch in der Badewanne oder gemütlich mit einer Decke auf der Couch. Manchmal bin ich recht ruhelos, was das angeht.


Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!
Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?
Puh, das müssten die Pixiebücher gewesen sein. Erst wurden sie mir vorgelesen, nach einer Weile konnte ich das dann selber. Danach nahm der Rest seinen Lauf 😄.

Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?
Mein letztes Buch war ein „Sachbuch“, nämlich „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés. Zur Zeit habe ich wieder mit der Pendergast- Reihe von Preston und Child angefangen. Habe sie schon einmal gelesen, wollte das jetzt aber nochmal machen. Also stehe ich mit „Relic“ wieder am Anfang 😉.

Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?
Schwierig. Ich denke, es waren mehrere Bücher, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Als Klassiker wäre da „Alice im Wunderland“ oder auch „Jane Eyre“ zu nennen. Letzteres wegen der für die damaligen Zeiten sehr starke Frauenfigur und die tollen Dialoge, die heute noch lustig sind. Ersteres, weil eine so fantastische Welt innerhalb kurzer Seiten beschrieben werden kann, ohne dabei zu kurz zu kommen. Aber auch „Die Frau des Zeitreisenden“, wegen der Sehnsucht und der Liebe zueinander. Natürlich auch „Harry Potter“, weil Rowling wohl für alle Autoren eine Art Vorbild ist. Nicht nur wegen der unglaublichen Welt, die sie geschaffen hat, sondern auch, weil sie an ihr Manuskript glaubte und dafür gekämpft hat. Damit würde die Aufzählung nicht einmal enden, auch „In die Wildnis“ wäre noch zu erwähnen oder sogar „Magic Cleaning“ 😉.

Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?
Die Dinge kommen alle genau so, wie sie kommen müssen. Alles hat einen Sinn, selbst wenn man ihn erst viel später erkennt.

Gibt es eine Figur aus Deinen Büchern, mit der Du Dich liebend gerne mal auf einen Kaffee zusammensetzen würdest?
Müsste ich wählen, wäre es Lizzie. Aber am liebsten würde ich mich gemeinsam mit ihr und Gabbs an einen Tisch setzen und stundenlang mit ihnen reden. Cool wäre auch ein „Blitzdate“ mit allen Charakteren :😄.


Und zum Abschluss:
Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?
Zum Beispiel, warum ich eigentlich schreibe 😉.
 

Wenn wir Euch jetzt neugierig gemacht haben, hier findet Ihr Sarah auf Facebook und hier Tines Rezension zu "Schattenengel".