Mittwoch, 7. März 2018

Auf der Suche nach den sieben Farben des Blutes


Berlin, 06.03.2018 gegen 19.45 Uhr

Schneeregen treibt durch die Straßen der Hauptstadt, längst herrscht Dunkelheit. Nebulöse Stimmung breitet sich aus.

Nur in der Weimarer Straße 17 bei "Miss Marple" herrscht Aufbruchstimmung, denn viele interessierte LeserInnen wollen einen Platz im Thrillerbus ergattern. 
Kurz vor 20 Uhr nähert sich ein großer Doppeldecker der Weimarer Straße und die Menschenmenge erobert schnell die besten Plätze.


Buchautor Uwe Wilhelm begrüßt seine Gäste euphorisch zur ersten Bus-Thrillerlesung. Premiere! Intensive Planungen und Technik-Checks waren vorausgegangen. Die Gäste schauen gespannt auf die Bildschirme im Bus. 
Ein Zucken, ein Rucken, ein Flimmern und plötzlich ist es wieder dunkel. 
Zweiter Versuch, dritter Versuch, Ratlosigkeit macht sich breit.
Aber dann bewegt sich der Bus über die nassen Straßen Berlins auf den Weg zum ersten Schauplatz des Thrillers „Die sieben Farben des Blutes“ - zur   Technischen Universität.

Uwe Wilhelm beginnt zu lesen und wir lernen Dionysos, einen gefährlichen Serienmörder kennen. Der Regen peitscht an die Scheiben des Busses und wir kommen in Thrillerlaune.
Langsam zeigen sich in der Ferne die ersten Umrisse der Siegessäule, unserem zweiten Schauplatz, an welchem uns Katja Riemann bereits erwartet.
Während wir den Kreisverkehr um die „Goldelse“ mehrfach umrunden, liest Katja die nächste Textstelle vor und wir lernen den Tatort kennen. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie man eine Leiche auf der Siegessäule positionieren kann? Gruselige Vorstellung!













Schließlich fährt der Bus weiter zum nächsten Schauplatz, zur Charité, denn die Leiche  muss genauer untersucht werden. 
Vor der Rechtsmedizin versagt die Technik schlussendlich komplett, nicht einmal dem Mikrofon ist ein Laut zu entlocken. 

Ob Dionysos seine Hand im Spiel hat? Sollten wir ihm nicht auf die Schliche kommen, oder haben sich andere geheime Mächte ins System gehackt? Die Frage kann leider bisher nicht eindeutig geklärt werden. 

Uwe Wilhelm bleibt ziemlich locker, dennoch ist seine Unzufriedenheit zu spüren. So hat er sich den Abend ganz sicher nicht vorgestellt. 
Trotz intensiver Vorplanung entwickelte die Technik ein Eigenleben, welches für den engagierten Buchautor nicht mehr zu kontrollieren ist. 
Uwe Wilhelm entscheidet kurzer Hand zurück in die Buchhandlung zu fahren und dort eine Stand-up-Lesung zu veranstalten. 

Sofort blicke ich mich um, denn die Buchhändlerin Frau Hüppe sitzt im Bus ein paar Reihen hinter mir. Ihre Mimik spricht bereits Bände. Sie lächelt und hält sich beide Hände vors Gesicht. 

„Wie jetzt, ein vollbesetzter Doppeldeckerbus in meiner kleinen Buchhandlung? OMG, so viele Stühle habe ich doch gar nicht. Wie soll das funktionieren?"

Ich bin mir sicher, dass es funktionieren wird. In kuscheliger Atmosphäre stehen wir schließlich alle in der Buchhandlung und erleben live, wie sich eine Schauspielerin in ihre Rolle vertieft.

Katja Riemann liest eindrucksvoll ein weiteres Kapitel aus „Die sieben Farben des Blutes“ und als sie dabei lauthals „Hilfe“ ruft, bekomme ich Gänsehaut, denn ich fühle mich mitten ins  Buch integriert. Vermutlich konnte man die Schreie des Opfers noch zwei Straßen weiter hören. 

Schon allein für diese wenige Minuten hat sich der Abend gelohnt!


Obwohl Uwe Wilhelm allen „Enttäuschten“ ihr Eintrittsgeld zurückerstatten wollte, machten nur ganz Wenige davon Gebrauch. 

Niemand ist perfekt und was wäre das Leben ohne Pleiten, Pech und Pannen! 

Lieber Uwe Wilhelm, es war ein tolles Event und wenn Du jemals wieder auf diese „saublöde“ Idee kommst, mit einer Horde interessierte Leser in einem Doppeldeckerbus durch Berlin zu kutschen, bin ich ganz sicher dabei!

Herzlichen Dank an „Miss Marple“ feat. Cornelia Hüppe, Uwe Wilhelm und Katja Riemann! 

Es war ein wunderbarer, unverbesserlicher Abend!

Übrigens, "Die sieben Farben des Blutes" ist der Auftakt zu einer Trilogie. Schon im Mai wird Band 2 erscheinen!





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