Sonntag, 1. Oktober 2017

Der Meisterkoch






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.10.2017
  • Verlag : Atlantik Verlag
  • ISBN: 9783455001488
  • Fester Einband 368 Seiten
  • Genre: Roman / Märchen / Fantasy
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Essen hält Leib und Seele zusammen,
... kann zur Heilung beitragen oder den Tod bringen. Dessen ist sich auch „Der Meisterkoch“ bewusst, als er um 1600 in Istanbul eine Anstellung in der Palastküche des Sultans anstrebt. Da er den „absoluten Geschmackssinn“ hat, gelingt ihm das leicht - endlich kann er seine Pläne verfolgen: „Der Geschmack beginnt im Mund, doch er endet im Geist.“ (S. 115)

Schon das Cover hätte mich darauf bringen können, dass „Der Meisterkoch“ eher eine Geschichte à la 1001 Nacht als ein (historischer Roman) ist, wie ich nach dem Buchrückentext erwartet hatte. Dazu ist das Muster darauf in Rot und Gold sehr sinnlich und erinnert an das Morgenland und meine alten Märchenbücher.
Auch der Inhalt hält, was das Cover verspricht – das Geschehen ist abenteuerlich, phantastisch, romantisch und spricht alle Sinne an. Man bildet sich ein, die Gerichte riechen und schmecken, die Hitze und den Stress in den Küchen spüren zu können. Wir begleiten „ihn“ in Sultanspaläste und den „Tempel der Genüsse“, über Meere und durch Wüsten. Die Handlung bleibt bis zum Ende spannend, weil man erst auf den letzten Seiten seinen Namen erfährt und auch wer "er" eigentlich ist.

Die Geschichte verläuft auf 2 Ebenen. Zum einen begleiten wir seinen Aufstieg, zum anderen wird seine Vergangenheit und sein Werdegang beleuchtet.
Nach einer tragischen Kindheit, seines Namens beraubt und nur auf seine Fähigkeit des absoluten Geschmacks reduziert, will er als Erwachsener jetzt endlich Erfolg – oder Rache? Seine Kochkünste und sein geplanter Aufstieg scheinen nur Mittel zum Zweck: „Sage nicht Schicksal zu etwas, was du selbst zu verantworten hast.“ (S. 239). Er setzt Essen als Waffe ein, befragt Horoskope beim Aussuchen der Zutaten und (be-)nutzt Freunde und Feinde gleichermaßen, um an sein nur ihm bekanntes Ziel zu kommen.

Das letzte Drittel des Buches war für mich dann leider etwas verwirrend und zu Fantasy-lastig. Zeit wurde ein sehr dehnbarer und schwer zu fassender Begriff – einzelne Erlebnisse könnten sich in wenigen Tagen, oder aber auch mehreren Jahrhunderten abgespielt haben.

Die Sprache ist sehr blumig und passt gut zum Geschehen. Ich finde es nur etwas schade, dass nicht wenigstens ein Teil der Fremdwörter und Bezeichnungen der Gerichte in einem Glossar erklärt wird. Und ein paar der Rezepte hätte ich gern *seufz*. Von ihnen werde ich noch lange Zeit träumen...

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