Freitag, 15. Dezember 2017

Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg

Nicht ganz überzeugend




von Jenny Colgan


Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (Oktober 2017)
ISBN: 9783492311533
Genre: Roman








Kurz vor Weihnachten laufen die Vorbereitungen für das Fest auf Hochtouren, doch von Besinnlichkeit ist bislang bei Polly nicht viel zu spüren. Für den anstehenden Weihnachtsmarkt – an dem sie nichtmals etwas verdienen wird – muss noch allerhand gebacken werden, der Leiter der Papageientaucher-Station braucht Hilfe und obendrein vertraut ihr ihre beste Freundin ein großes Geheimnis an. Dass ihr Verlobter Huckle sich ein ruhiges Weihnachtsfest zu zweit wünscht, obwohl die beiden auf eine riesige Feier eingeladen sind, vereinfacht die Sache auch nicht gerade. Daher hat Polly alle Hände voll zu tun, damit alle doch noch ein schönes Weihnachtsfest verbringen können.

Nachdem ich irgendwie nie dazu gekommen bin „Die kleine Bäckerei am Strandweg“ zu lesen, habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, als ich die Möglichkeit hatte über Netgalley ein Rezensionsexemplar des dritten und vermutlichen letzten Bandes über Polly und ihre Bäckerei zu bekommen.

Polly ist ein sehr hilfsbereiter und liebenswürdiger Charakter, der fast immer versucht, es allen recht zu machen. Dass sie in einem zugigen, alten Leuchtturm zusammmen mit ihrem Verlobten und einem Papageientaucher namens Neil wohnt, ist eine wunderbar kreative Idee. Doch nicht nur die Beschreibung von Pollys Zuhause, auch ihre Bäckerei und die Gezeiteninsel Mount Polbearne konnte ich mir gut vorstellen und würde nur zu gern einmal hinfahren und mir eine der berühmten heißen Schokoladen gönnen.

Leider hat mich der Beginn der Geschichte trotz der spannenden und liebevoll beschriebenen Kulisse kaum zu fesseln vermocht, so dass ich für mich ungewohnt lange für dieses Buch gebraucht habe. Ich hatte eine Weihnachtsgeschichte mit liebenswerten Charakteren, einigen spannenden und amüsanten Verwirrungen vor Weihnachten und ein schönes Happy End erwartet. Im Großen und Ganzen kommt das auch hin, dennoch war es einfach nicht so ganz mein Buch. Der zusammenfassend erzählende Schreibstil der ersten beiden Kapitel lag mir gar nicht, glücklicherweise ging es in dem Stil nicht weiter, ansonsten hätte ich das Buch sicher nicht beendet.

Die Probleme, die es vor Weihnachten noch zu klären gibt, sind zahlreich, und ab und an hätte ich 
mir einfach einen besinnlichen Moment gewünscht, in dem ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommt.

Neben dem anstehenden Weihnachtsfest geht es vor allem auch viel um Pollys Gefühle bezüglich ihrer Hochzeit mit Huckle und der damit einhergehenden Familienplanung. Da konnte ich Polly leider bei Weitem nicht immer verstehen, auch nicht mit Rücksicht auf ihre Familiengeschichte, die der Leser nach und nach erfährt. Vor allem habe ich mich gefragt, weshalb sie nicht einfach mal versucht mit Huckle über ihre Bedenken zu sprechen. Sie geht einfach davon aus, dass es ihm nichts ausmacht, wenn sie konkreten Zukunftsplänen immer ausweicht. Das hat mich furchtbar genervt, auch wenn ich Polly ansonsten sympathisch fand.

Abgesehen von diesen ganzen Kritikpunkten lies sich das Buch nach den anfänglichen Schwierigkeiten letztlich gut lesen und vor allem die Beschreibungen der Charaktere haben mir gut gefallen. Ob ich allerdings die beiden Vorgängerbände noch lesen werde, wage ich zu bezweifeln.

Mein Fazit: Viele gute Ideen, authentische Charaktere, aber mich konnte die Geschichte leider nicht ganz überzeugen.