Donnerstag, 19. Oktober 2017

Das Gold des Lombarden






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.10.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 20.10.2017
  • Verlag : ROWOHLT Taschenbuch
  • ISBN: 9783499270888
  • Flexibler Einband 448 Seiten
  • Genre: Historischer Krimi
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Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Köln 1423: Aleydis ist erst 1 Jahr mit dem Geldwechsler Nicolai Golatti verheiratet, als dieser angeblich Selbstmord begeht. Das kann Aleydis nicht glauben, denn obwohl Nicolai 36 Jahre älter als sie war, liebten sie einander. Also verlangt sie vom zuständigen Gewaltrichter Vinzenz van Cleve die Untersuchung des Todesfalls: „Ich will, dass der Mörder seiner gerechten Strafe zugeführt wird, ganz gleich, wie viele Leute in Köln am liebsten auf Nicolais Grab tanzen würden.“ (S. 175)

Aleydis ist trotz ihrer Jugendlichkeit (sie ist erst Anfang 20) eine sehr liebenswerte und mitfühlende Person. Sie steht einem großen quirligen Hauswesen vor, zu dem auch Nicolais Enkelinnen zählen. Deren Mutter – Aleydis Stieftochter – hat eine schlimme Ehe hinter sich und lebt jetzt im Beginenkloster. Außerdem gehören zwei Lehrlinge, eine (nett formuliert) ungeschickte und nicht gerade helle Magd, eine ständig schwarzsehende Köchin und zwei grimmig aussehende Hausknechte zum Haushalt. Aleydis durfte schon ihrem Vater im Geschäft helfen und führt auch Nicolais Bücher. Nach seinem Tod entdeckt sie bald, dass er noch eine dunkle Seite hatte und in unlautere Geschäfte verstrickt war. Genau das hatte ihr bereits der Gewaltrichter Vinzenz van Cleve gesagt, aber natürlich glaubte sie dem Konkurrenten ihres Mannes nicht. Jetzt will sie mit ihm zusammen ermitteln und es kommt zu hitzigen Debatten und a Wortgefechten. Ihre scharfe Zunge amüsiert den finsteren Mann mit der dunklen Aura immer mehr. Außerdem ist er ehrlich um ihre Sicherheit besorgt, denn bald macht man sie für die Nicolais Machenschaften verantwortlich und sein Bruder will ihr unbedingt das Geschäft abnehmen ...

Geschickt setzt Petra Schier ihre Protagonisten so in Szene, dass irgendwann jede/r ein Motiv hat – auch Vinzenz van Cleve. Aleydis wird immer unsicherer, wem sie noch vertrauen kann, dabei prickelt es zwischen ihr und van Cleve gerade so schön. Ich hatte ziemlich schnell einen Verdacht, auch wenn ich ihn nicht begründen konnte – weibliche Intuition eben ;-). Ob er sich am Ende bewahrheitet hat, verrate ich natürlich nicht.

Gekonnt hat die Autorin auch Figuren ihrer früheren  Bücher in die Handlung einbezogen. So gibt es u.a. ein Wiedersehen mit Adelina, dem Medicus Burka und der ehemaligen Dirne Trin.

Ich liebe die historischen Romane von Petra Schier sehr und kann es immer kaum erwarten, bis der nächste erscheint. Ihre Bücher beleuchten sehr unterhaltsam und lehrreich die Geschichte Kölns. Dieses Mal geht es um das Kredit- und Sicherheitswesen zur damaligen Zeit.
„Das Gold des Lombarden“ bildet den Auftakt zu einer neuen Serie rund um Aleydis und endet so, dass man gespannt auf die (hoffentlich baldige) Fortsetzung wartet.