Samstag, 30. September 2017

Die Endlichkeit des Augenblicks

von Jessica Koch



  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (18. August 2017)
  • ISBN-13: 978-3499274237
  • Genre: Liebesroman


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Was macht man, wenn man gleichzeitig zwei Menschen liebt? Sam begegnet Basti und Josh im Biergarten und kommt mit Basti zusammen, doch ist Josh immer ein Begleiter von Basti, denn sie verbindet so viel mehr als nur eine Freundschaft. Sam steht zwischen den Beiden, egal für wen sie sich entscheidet, irgendjemanden wird sie verletzen. Es hat immer für alle Drei eine Konsequenz. Wie soll sie sich entscheiden? Kann sie sich überhaupt entscheiden? Eine Geschichte über das Trugbild des ersten Moments. Eine Geschichte über die Endlichkeit des Augenblicks.

Die Charaktere des Buches haben alle ihre schlimmen Ereignisse in der Vergangenheit und jeder geht anders beziehungsweise schlechter oder besser damit um.
Basti und Josh sind mehr als nur Freunde, es besteht eine gewisse Abhängigkeit zwischen ihnen. Nach dem Unglück sitzt Basti im Rollstuhl und Josh fühlt sich verantwortlich.
Basti hat sich mit seinem Schicksal arrangiert, aber seitdem nie wieder eine Beziehung geführt. Trotz allem erscheint er zufrieden, erst zum Ende des Buches merkt man auch ihm an, dass er mit sich hadert und unsicher ist.
Josh war mir der unsympathischste Protagonist, einerseits versteht man ihn, die Schuld lastet schwer auf ihm, doch nach so vielen Jahren müsste man doch selbst merken, dass man sich selbst nicht gut tut, unter Depressionen leidet und etwas dagegen unternehmen sollte. Er war mir zu negativ, auch wenn er sich im letzten Drittel zum Besseren gewendet hat.
Sam ist der Keil und gleichzeitig der Zusammenhalt zwischen Josh und Basti. Sie bringt beide zum Leuchten und baut gerade Josh auf, doch teilweise konnte ich sie einfach nicht verstehen und ihre Handlungen nicht nachvollziehen.
Der Schreibstil kam mir zu Beginn etwas hölzern beziehungsweise sehr einfach vor. Im Laufe des Buches habe ich mich entweder daran gewöhnt oder es hat sich gebessert.
Die Geschichte ist berührend, regt zum Nachdenken an und manchmal regt man sich auch über die einzelnen Protas auf. Es liest sich flott weg und ich wusste nicht, wie sich die Geschichte entwickelt. Das etwas passieren muss war klar, aber was dann letztendlich passiert ist, konnte man erst erahnen, als die entscheidende Stelle im Buch passiert ist. So wollte man immer wissen, wie es sich in dieser Dreierkonstellation weiterentwickelt.
Denn schwierige Entscheidungen gibt es in diesem Buch zur Genüge. Für wen entscheidet sich Sam? Wo doch einer schon so tief unten war, man aber den anderen auf eine ganz andere Art liebt und am liebsten keinen der Beiden verletzen möchte. Ist es überhaupt möglich, eine Entscheidung zu treffen? So viele Fragen, die sich im Laufe des Buches klären, nur vielleicht nicht so, wie es der Leser im ersten Moment erwartet. Lasst euch überraschen.

Es ist ein schöner Roman, der bewegt, berührt, mit Emotionen um sich schmeißt, aber auch traurige Szenen beinhaltet. Man kann mit den Protas leiden, lachen und lieben. Flott zu lesen. Greift zu!