Samstag, 19. August 2017

Ein Haus voller Träume

Ein stimmungsvoller und leiser Roman


von Fanny Blake


Taschenbuch: 475 Seiten
Verlag: Insel Verlag (Juli 2017)
ISBN: 9783458362845
Genre: Roman

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Nach Hopes Tod treffen sich ihre drei Kinder in Hopes Haus in Spanien, der "Casa de Suenos", um gemeinsam mit Freunden Abschied von ihrer Mutter zu nehmen, aber auch um gemäß Hopes Wunsch, das Haus zu verkaufen und statt einer Trauerfeier eine allerletzte Party für Hope zu geben.
Während Lucy, Jo und Tom versuchen zu entscheiden, wer welche Erinnerungsstücke haben möchte, und alles für die Party vorbereiten, kommen immer mehr Erinnerungen an ihre Kindheit auf.

Hope war eine sehr unkonventionelle Frau, die ihre Kinder zwar geliebt hat, doch wenig Beständigkeit bieten konnte und bis zum Ende Teile ihrer Lebensgeschichte für sich behalten hat. Dazu gehört auch die Identität der Väter von Jo und Tom. Ob die bevorstehenden vier Tage Licht ins Dunkel bringen werden?

Durch Fanny Blakes lockerleichten Schreibstil und ihre sehr detaillierten Beschreibungen, habe ich schnell den Weg in die Geschichte und in die "Casa de Suenos" gefunden. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und bei aller Exzentrik, die der ein oder andere an den Tag legt, scheinen sie dennoch aus dem Leben gegriffen zu sein. Stellenweise fand ich es nur schwierig, die einzelnen Charaktere richtig einzuordnen, da sich zu dem Fest doch eine Vielzahl an Gästen einfindet.

Obwohl sie als einzige nicht körperlich anwesend ist, ist Hope der Dreh-und Angelpunkt der Geschichte. Die Art, wie sie ihr Leben lebte, hat ihr Umfeld in ganz unterschiedlicher Weise geprägt. Während es Jo immer noch belastet, dass sie ihren Vater nicht kennt, hat Tom sich einen Lebensstil angeeignet, der nicht gegenteiliger sein könnte als das, was er in seiner Kindheit erlebte. Klare Regeln und ein strukturierter Tagesablauf sind ihm enorm wichtig. Doch zumindest für dieses Wochenende muss er sich damit arrangieren, dass er nicht alles kontrollieren kann und seine Mutter selbst aus dem Jenseits noch die Finger im Spiel zu haben scheint. Neben Geschenken für jeden Partygast, hinterlässt Hope auch ihren Kindern jeweils etwas ganz Besonderes.

Mir haben vor allem die Szenen zwischen den Geschwistern sehr gefallen, da man stets eine tiefe Verbundenheit spürte. Lucy, das Nesthäkchen, war mir von Anfang an sehr sympathisch, aber auch die anderen beiden mochte ich immer mehr.

Ebenso hat es mich gefreut, dass es keinerlei übermäßig dramatischen Enthüllungen gab, was nicht heißt, dass es nicht trotzdem die ein oder andere Überraschung gab.

Mein Fazit: Es ist Fanny Blake sehr gut gelungen, Gegenwart und Vergangenheit zu verweben und einen stimmungsvollen Roman zu schreiben, der vor allem von seinen tollen Charakteren lebt. Es war und ist wirklich ein Haus voller Träume, das die Autorin dort geschaffen hat.