Sonntag, 23. Juli 2017

Flaschenpost vom Mörder








  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.07.2017
  • ISBN: B0744NCZ7X
  • E-Buch Text 212 Seiten
  • Genre: Krimi
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Unfall oder Mord?

Frederik findet morgens beim Joggen am Strand von Amrum eine Flaschenpost mit brisantem Inhalt: „22. Juli 1997.
 Ich habe gemordet.
 Ich werde es wieder tun.“ (S. 15). Frederik weiß sofort, um welchen Mord, welche Tote, es geht. Nina wurde vor genau 20 Jahren ausgerechnet von ihm tot am Strand gefunden, an der Stelle, wo jetzt die Flaschenpost lag.
Natürlich schlägt die Nachricht hohe Wellen. Ninas Mutter Tela hat schon damals nicht an einen Unfall geglaubt, aber die Ermittlungen von Kuno Knudsen Vorgänger hatten nichts Gegenteiliges ans Licht gebracht. Was liegt für Kuno also näher, als sich selbst auf die Gedenkparty für Nina an diesem Abend einzuladen. Dabei kann er sich ganz unauffällig in ihrer ehemaligen Clique umhören. Es wird nicht nur gut über dir Tote geredet. Svenja, Ninas frühere Konkurrentin, lästert, deren Lebensmotte sei: „Man muss nicht mit jedem Mann auf der Welt geschlafen haben, aber man muss es wenigstens versucht haben.“ (S. 89) gewesen. Kurz darauf scheint der Mörder seine Ankündigung in die Tat umzusetzen ...

„Flaschenpost vom Mörder“ ist der 3. Fall der Kripo Wattenmeer und stammt aus der Feder von Ulrike Busch. Dieses Mal haben es Kuno Knudsen und sein Kollege Arno Zander besonders schwer, denn der Fall liegt schon 20 Jahre zurück und keiner der Beteiligten kann sich angeblich an die Geschehnisse der Unfallnacht erinnern. Schließlich haben sie damals alle ordentlich gefeiert und waren, nett formuliert, nicht mehr ganz nüchtern. Außerdem kommt bei den Ermittlungen nach und nach zutage, dass sich die Freunde nicht wirklich so grün waren bzw. sind, wie sie nach außen tun ...

Dazu kommt noch ein privates Problem für Knudsen. Sein jüngerer Bruder Okko, ein „Lebenskünstler“ („Nichts besitzen, nichts können, nichts nützen. Aber alles wollen.“ (S. 105)), kommt nach vielen Jahren zurück und nistet sich bei ihm ein.
Aber auch Kunos Kollege Arne, der eigentlich auf Sylt lebt, scheint es auf Amrum immer besser zu gefallen. Er flirtet heftig mit einer Bäckerin - wandelt er etwa auf Freiersfüßen und erwägt einen Umzug nach Amrum?
Für mich machen gerade diese Zwischenmenschliche und das tolle Nordseeflair diese Krimireihe so liebenswert. Man kann die Entwicklung der Figuren und Insel über einen längeren Zeitraum verfolgen, begleitet sie sozusagen durch ihren Alltag.

Der Fall an sich war dieses Mal sehr verzwickt. Die vielen Involvierten, von denen zu irgendeinem Zeitpunkt fast jeder Mal verdächtig ist, haben mich (und die Ermittler) ganz schön auf Trab gehalten. Ich hatte zwar recht früh einen Verdacht, aber so richtig sicher war ich mir nicht und auch das Motiv war mir nicht klar.

Mein Fazit: Spannender Krimi zum Miträtseln mit viel Amrum-Flair und gemütlichen Menscheleien. Ich freue mich auf hoffentlich noch viele weitere Fälle der Kripo Wattenmeer.