Freitag, 28. Juli 2017

Alpengriller

Wieder ein herrliches Lesevergnügen


von Friedrich Kalpenstein


Taschenbuch: 346 Seiten
Verlag: Tinte & Feder (März 2017)
ISBN: 9781477824627
Genre: Roman/ Humor

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Herbert ist nun seit einiger Zeit frischgebackener Vater und Hausmann, während Anja wieder arbeiten geht und ihr Café erfolgreich weiterführt. Doch irgendwie ist alles ganz anders als erwartet. Zwar vermisst Herbert das Finanzamt nicht gerade, aber nur noch Windeln und Haushalt? Das kann doch nicht alles sein! Und dann scheint Anja obendrein seinen Einsatz nichtmals zu würdigen. Da kommt Hans mit seinem Kumpelnotfall gerade recht.

Nur kurze Zeit später macht sich Herbert auf den Weg zu Hans‘ Hof - auch wenn er etwas skeptisch ist, als Anja die Idee, dass er Hans zur Hilfe eilt, plötzlich doch gar nicht so schlecht findet, obwohl sie zuerst vehement dagegen war.

Auf Hans‘ Hof gibt es wirklich einen Notfall, genauer gesagt ist er eher Notfall – obwohl Hans das anders sieht. Jede noch so einfache Jugendherberge bietet mehr Komfort als sein Hof. Ob er es wirklich schafft, sein Konzept „Back to the roots“ erfolgreich zu vermarkten? Herbert hat da so seine Zweifel, doch die Feuerprobe steht kurz bevor: Der Chef einer Werbeagentur, samt seinen Mitarbeitern und einem Coach für Teambildungsmaßnahmen haben sich bei Hans eingemietet.

Kaum sind die ersten Gäste eingetroffen, ist es mit der Idylle in der malerischen Gegend nahe Berchtesgarden auch schon vorbei. Hans und Herbert müssen allerlei größere und kleinere Katastrophen meistern und Wogen glätten und so ganz nebenbei wird Herbert klar, dass auch er in seinem Leben einiges ändern sollte. Was Anja wohl dazu sagen wird?

Mit „Alpengriller“ bringt uns Friedrich Kalpenstein bereits seinen vierten Herbert-Roman. Auch wenn ich nur zwei der drei Vorgängerbände kenne („Männerferien“ habe ich irgendwie immer noch nicht gelesen), kann ich nur sagen, dass die Reihe einfach herrlich ist. Im Gegensatz zu den ersten Bänden ist Herbert erwachsener und verantwortungsbewusster geworden, doch seine Zeit bei Hans ist gewohnt humorvoll geschildert und einige Male musste ich mein lautes Auflachen unterdrücken, um meinen eigenen kleinen Sohn nicht zu wecken. Manche Episoden sind so wunderbar skurril und komisch, da war das eine echte Herausforderung.

Die Geschichte lebt wieder einmal von der unglaublichen Dynamik, die sich immer wieder zwischen den beiden ungleichen Freunden entwickelt, doch auch die anderen Charaktere machen Spaß, allen voran Heide, die ich wirklich mag und von der ich hoffe, dass sie noch länger Bestandteil von Hans‘ Leben sein wird. Aber auch der cholerische Chef Reger und der etwas überforderte Coach Clausen waren ein unschlagbares Duo.

Mein Fazit: „Alpengriller“ bietet ein kurzweiliges und amüsantes Lesevergnügen, bei dem es Friedrich Kalpenstein wieder einmal wunderbar gelingt aberwitzige Szenen und männlichen Humor auch für weibliche Leser perfekt zu verpacken. Ich jedenfalls wurde wieder gut unterhalten und freue mich schon auf das nächste Wiedersehen mit Herbert, Hans und Anja.