Montag, 10. April 2017

Nicht ohne meine Wärmflasche - Leben mit Endometriose





Verlag: Komplett Media
Autor: Martina Liel
ISBN: 978-3-8312-0436-6
Seitenzahl: 224
Genre: Ratgeber






 



INHALT:

Endometriose, die unbekannte Krankheit, gehört zu den häufigsten Frauenerkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen an Endometriose. Nach Schätzungen sind ca. 10 % alle Frauen betroffen.

Oft wird Endometriose sehr spät oder auch gar nicht diagnostiziert, obwohl sie das Leben der Patienten in allen Lebensbereichen – Partnerschaft, Familienplanung, Sexualleben und Job – beeinträchtigt. Endometriose ist Hauptursache für Unfruchtbarkeit, führt zu heftigen Schmerzen und chronischer Erschöpfung.

Martina Liel ist selbst betroffen. In ihrem Buch „Nicht ohne meine Wärmflasche – Leben mit Endometriose“, erzählt sie ihre Geschichte und möchte anderen Betroffenen Mut machen.

Sie erzählt aber nicht nur ihre Geschichte, sondern greift auch viele weitere Themen auf

Symptomatik, Diagnostik, Ursachen
Schulmedizinische Therapie
Ganzheitliche Ansätze
Begleiterkrankungen
Endometriose und Psyche
Endometriose und Partnerschaft

Viele Literatur- und Link-Tipps runden dieses Buch ab.

MEINUNG:

Auch ich leide an Endometriose und war daher sehr gespannt auf dieses Buch. Es ist nicht nur Ratgeber und Tippgeber, sondern es spricht mir so oft aus der Seele.

„Schmerzen die dir die Kraft rauben und dich ohnmächtig werden lassen – sind NICHT normal!“

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die leider noch viel zu wenig Beachtung findet.
Sätze wie „Stell dich nicht so an“, „Lass dir doch einfach die Gebärmutter entfernen“, etc. habe ich auch viel zu oft gehört. Aber, wenn es so einfach wäre…
Endometriose kann sich überall festsetzen: Gebärmutter, Eierstock, Niere, Blase, Darm, etc.
Sogar in der Lunge und im Gehirn wurden schon Endometrioseherde gefunden. Endometriose kann man nur durch eine Bauchspieglung oder durch einen Bauchschnitt feststellen, oft müssen wir Patienten uns mehreren Operationen unterziehen, da die Endo immer wieder kommt. Nicht immer kann man alle Organe erhalten und so passiert es oft, das z. B. ein Teil des Darmes mit entfernt werden muss.

Wir Betroffenen leiden nicht nur unter den Schmerzen der Endometriose, sondern auch unser psychischen Schmerzen, wenn wir wieder einmal nicht ernst genommen werden.

„Endometriose? - Noch nie gehört!“

Ärzte die sagen „Endo – was?“ finden wir leider immer wieder und um die sollten wir einen RIESEN Bogen machen. Wie oft renne ich von einem Arzt zum Anderen, jeder hat gute manchmal auch total „bekloppte“ Ratschläge, aber wirklich helfen kann dir keiner.
Wie oft werden wir als Versuchskaninchen benutzt, probieren wir mal die Pille, folgende Hormone, etc. pp.
Aber auch Freunde und Familienangehörige können uns oft nicht verstehen. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, das meine Freunde und meine Familie zu 100% hinter mit stehen und mich immer wieder auffangen, wenn die Endo wieder zuschlägt. Leider gibt es das aber nicht immer und viele von uns werden von Freunden/Familie nicht verstanden und oft auch vom Partner verlassen.

„Ein Ratgeber nicht nur für Betroffene!“


In „Nicht ohne Wärmflasche“ wird nicht nur die Ärzteseite durchleuchtet, sondern Martina Liel erzähl uns ihre Geschichte. Was hat sie schon alles erlebt, wie geht sie mit der Erkrankung um und welche Ratschläge kann sie anderen Betroffenen geben?
Auf eine tolle und teilweise sehr humorvolle Weise, durchleuchtet sie diese Erkrankung. Zeigt auf welche Wege und Hürden wir gehen müssen und wie oft wir auf Unverständnis stoßen.
Gerade ihren Humor fand ich toll in diesem Buch. Denn genau den müssen wir Endo-Patienten haben, sonst nimmt die Erkrankung uns voll in ihren Besitz.

Mit Endometriose gehst du jeden Tag bis an deine Grenzen und oft darüber hinaus. Du willst ja nicht schon wieder als Jammerlappen gesehen werden, der die einfachsten Sachen nicht erledigen kann. Hobby, Freizeitaktivitäten müssen leider viel zu oft abgesagt werden, weil du einfach nicht aufstehen kannst und dir die Energie fehlt.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der sich mit Endometriose auseinandersetzen will.

* Betroffene, die merken „Ich bin nicht alleine“

* Ärzte, die einfach mal unsere Sicht sehen wollen

* Partner/Familienangehörige/Freunde, die uns besser verstehen wollen.

FAZIT:

Dieses Buch tut einfach gut. Es hilft  zu lesen: „Hey, Ich bin nicht alleine! Es ist auch nicht normal solche Schmerzen zu haben, egal was der Arzt dir wieder sagt“.