Mittwoch, 15. Februar 2017

Saint Lupin's Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

Temporeiches Abenteuer für jüngere Leser


 
von Wade Albert White


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten 
Verlag: Planet! (Thienemann-Esslinger Verlag)

ISBN-13: 9783522505437
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Genre: Kinderbuch/ Fantasy

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Anvil, von allen einfach nur Anne genannt, fiebert ihrem 13. Geburtstag entgegen, denn dann kann sie endlich das „Saint-Lupin’s-Institut für Fortwährend Ungezogene und Grässlich Unansehnliche Kinder“ verlassen. Zwar wurden sie und ihre beste Freundin Penelope nicht an einer der Abenteurerakademien aufgenommen, doch alles ist besser als bis zum Umfallen unter der strengen Hand der Oberin zu schuften. Doch diese hat einen fiesen Plan ausgeheckt, damit Anne nicht die ersehnte Freiheit erlangt. So leicht gibt Anne sich allerdings nicht geschlagen und steckt plötzlich Hals über Kopf in einer richtigen Abenteuermission, die es in sich hat.

Drei Tage bleiben ihr, um sie zu erfüllen. Zum Glück hat sie Penelope und den Zauberer Hiro an ihrer Seite. Da muss doch einfach alles gut gehen, oder?

Der erste Band der neuen Reihe von Wade Albert White zeichnet sich durch viele kreative Ideen und Einfälle aus. Seien es Reisen mit Feuerbällen, Sandwölfe, endlose Türme, seltsame Schlüssel oder ein Navi (Nutzer-Anweisendes-Vogel-Informationssystem) – es gibt scheinbar nichts, dass es nicht gibt. So ist auch Annes Abenteuer voller skurriler und unvorhersehbarer Wendungen. Allerdings liegt genau da eins meiner Probleme mit diesem Buch. Alles geht sehr schnell, wirkt teilweise chaotisch und konfus. Die einzelnen Rätsel und gefährlichen Situationen, in denen sich Anne und ihre beiden Gefährten wiederfinden, werden so eilig abgehandelt, dass mich die Geschichte einfach nicht länger fesseln konnte. Auch die erzeugte Spannung flachte für mich dadurch jedes Mal schnell wieder ab.

Anne und Penelope werden dem Leser gleich zu Beginn gut vorgestellt. Der gleichaltrige Hiro kommt etwas später dazu und bleibt leider das ganze Buch über recht blass. Trotzdem konnte ich mir ihn, ebenso wie die übrigen Charaktere, dennoch recht gut vorstellen und ich hoffe, dass er in den nächsten Bänden aus dem Schatten der beiden Mädchen heraustreten kann.

Der Schreibstil ist locker und die Geschichte wird immer wieder durch Einschübe aus dem „Ultimativen Handbuch für Abenteurer“ unterbrochen, um Ratschläge oder Wissenswertes zur aktuellen Situation zum Besten zu geben. Unterteilt ist die Geschichte in viele kurze Kapitel, was gerade jüngeren Lesern sehr entgegenkommen dürfte.

Gut gefallen hat mir, dass der Autor Elemente aus dem klassischen Pen-und Paper-Rollenspiel eingebaut hat. So müssen Anne, Penelope und Hiro Kärtchen ziehen, die ihre Rolle festlegen (Zauberer, Kriegerin und Schmied), es gibt offizielle Gegenspieler und feste Regeln für die Abenteurermission. Letztere erinnern stark an umfangreiche Regelwerke wie zum Beispiel die von „Das Schwarze Auge“ oder „Dungeons & Dragons“.

Mein Fazit: Trotz der vielen fantasievollen Ideen konnte mich das Buch nicht längerfristig packen. Wie beschrieben gibt es durchaus viele einzelne Dinge, die ich mochte, doch viele gute Einzelheiten ergeben leider nicht immer ein ebenso gutes Ganzes. Mir waren zu viele Dinge in der Geschichte untergebracht, so dass die einzelnen Aspekte sich nicht voll entfalten konnten und auch der Humor war mir an einigen Stellen zu aufgesetzt. Daher wird dies mein erster, aber auch letzter Band dieser Reihe sein.




Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.