Mittwoch, 11. Januar 2017

Blogtour "Verlorene Kinder"



"Gestatten, mein Name ist Toni Amato! Ich bin Journalistin, immer auf der Suche nach einer brandheißen Story. Nebenbei bin ich aber auch Hauptprotagonistin der Thriller-Trilogie "Gebrannte Kinder", "Götzenkinder" und "Verlorene Kinder". 

Erschaffen hat mich Inca Vogt, die Ihr ja schon bei Thea Wiebke und Doris Schober-Troy kennengelernt habt. 

Hier auf Facebook findet Ihr alle Informationen zur gesamten Blogtour! 

Aber heute sind wir zu Besuch bei den "Nichtohnebuchmädels". Die sind vielleicht neugierig, sag ich Euch! Die könnte ich glatt zu Recherchezwecken für meinen nächsten Fall einspannen! 
Also jedenfalls wollten die Mädels von meiner "Erschafferin" etwas über die Entstehung der Kinder-Trilogie erfahren. 
Besonders Thrillertante Patno hat Inca mit Fragen geradezu gelöchert. "

Übrigens, falls Ihr jetzt schon Lust bekommen habt, mich genauer kennenzulernen, zieht Euch mal Patnos Rezension zu "Verlorene Kinder" rein.

Achtung, am Ende dieses Beitrages findet Ihr die heutige Gewinnspielfrage zur Blogtour!

Und jetzt lest, was Inca Vogt geantwortet hat: 
 

    


Was war der Auslöser für Dich, dass Du in Deinen Thrillern das Thema "Kindesmisshandlung /Missbrauch ansprichst? Ein Artikel in einer Zeitschrift? Ein bestimmtes reales Ereignis vielleicht, ein Film, ein Buch? 

Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Deshalb gehe ich in der Zeit gute vier Jahre zurück, dahin, wo die gesamte Reihe ihren Ursprung hatte. Jeder Band erzählt ja eine abgeschlossene Geschichte. Um Missbrauchsthemen geht es nur im ersten Band, in Gebrannte Kinder. Götzenkinder handelt von krankhaftem Schönheitswahn, der tödlich endet. Im aktuellen Band 3, in Verlorene Kinder, geht es im Kern um eine Baby-Mafia und um Einzelschicksale, die ihren Ursprung in Band 1. haben. 

Als ich neben meinem damaligen Brotjob, Werbetexten, mit dem Schreiben von Psychothrillern begann, wusste ich nur eins, ich wollte spannende Bücher schreiben, die sich an realen Schlagzeilen orientieren. Ich wollte sie so erzählen, dass sie unter die Haut gehen und neben Thrill und Unterhaltung auch nachdenklich machen. 

Ich hatte nie vor, explizit einen Psychothriller zum Thema Kindesmissbrauch zu schreiben. Die Grundidee für meine Amato-Reihe ist weiter gefasst. Es geht in allen Bänden um Missstände, Skandale, Unrecht an Wesen, die unschuldig, ausgeliefert und  wehrlos sind

So entstand die Grundidee für eine Trilogie in denen es um Kinderseelen geht, die zutiefst verletzt wurden und die eins gemeinsam haben. Während die Täter oft unbestraft davonkommen, weil Scham, Gleichgültigkeit, Unwissen oder auch Mittäterschaft sie „schützt“, leiden die Betroffenen unendlich – ein Leben lang.

Zunächst hatte ich nur ein Symbol vor Augen, das Unendlichkeitszeichen. 
Ich schrieb eine Eingangsszene, was ich immer tue, um meine inneren Quellen zu lockern. Und da war sie; Eine Szene mit drei Jungen in einer feindlichen Umgebung, einem Kinderheim, das den Namen nicht verdient. Die Szene ist fast 1:1 in Gebrannte Kinder eingeflossen. Ein kleiner Auszug davon ist der Prolog, in dem ein älterer Junge dem Kleinsten von ihnen, dieses Unendlichkeitszeichen aufbrennt. Nicht freiwillig. Er scheint keine Wahl zu haben. 

Fast zeitgleich gab es mal wieder Schlagzeilen über Missbrauch an Jungen in Klöstern. Daraufhin habe ich über dieses jahrzehntelang totgeschwiegene Thema recherchiert und stieß auf eine erschütternde psychologische Erklärung dafür, warum Täter sich bewusst oft sehr kleine Jungen im Vorschulalter auswählen. Ihr Motiv ist eine verschämte Homosexualität. 

Es dauerte, bis ich meine Eingangsszene mit diesem Thema weiterführte.

Ich vergaß sie sogar. Erst gute vier Wochen später las ich mein Geschriebenes noch einmal und hatte eine vage Idee, wie die Geschichte weitergehen könnte. Ich schrieb ein zweites Kapitel, schickte alles an zwei Freundinnen, knabberte Süßigkeiten und machte mich auf eine verschämte Reaktion gefasst. Mehr als einmal verfluchte ich mich selbst für dieses „nackig machen.“ 
Statt Kritik oder peinlichem Schweigen kam kurz darauf ein zweifaches „Schreib, das will ich lesen, wie geht es weiter?“

Also schrieb ich. Oft verzweifelt, an mir zweifelnd – aber auch wütend, weinend, entsetzt und hinterfragend.Blöderweise auch irgendwann meine schärfsten Kritiker befragend: die Familie (die Widmung in Buch 1 verfasste ich kurz nachdem meine Mutter gestorben war).

Sie saß wie immer feingemacht in ihrem Rollstuhl und sah mich unwirsch an, nachdem sie nicht mal eine halbe Seite gelesen hatte. Das ist aber nicht schön! Wer will denn so etwas lesen?

Mein Bruder schüttelte den Kopf als ich ihm gestand, worüber ich schreibe. „Das wird nichts.“ Ich weiß nicht, ob er je eins meiner Bücher zu Ende gelesen hat, im Gegensatz zu meiner Schwägerin und meiner Nichte. Danke ihr zwei ;-)

Meine Schwester bat mich aufzuhören, als ich ihr kurz vor Veröffentlichung ein paar Sätze vorlas: „Hör auf, ich will das weder hören noch lesen.“
Inzwischen bibbert sie jedem nächsten Buch entgegen und freut sich über jedes neue Buch. Das nehme ich mal als Kompliment. 

„Lass das“ war für mich schon immer die Aufforderung zu einem „Ich mach das.“
Ich machte weiter, wissend, dass ich mit dem Thema alles aufeine Karte setzte, mit der ich gnadenlos untergehen konnte. 

Dass ich dennoch daran festhielt und sogar mindestens eine Trilogie schreiben wollte ...? 
Chris Kante hat es in Band eins sinngemäß formuliert„Steine, die im Weg liegen sind Baumaterial für einen Berg den man besteigen kann für einen Überblick.“

Es gab also viele Impulse und nicht alle waren fördernd. 


(Incas Sommerarbeitsplatz)

Wie lange dauerte es von der Idee bis zur Verwirklichung? 

Die Recherche und das Vorbereiten auf ein Thema läuft nebenher, eigentlich rund um die Uhr. Die Schreibzeit für etwa 500 Normseiten beträgt fünf bis sieben Monate. Zwei Monate kommen für die Überarbeitung, fürs Lektorat und Korrektorat hinzu, zeitgleich kümmere ich mich um Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und das ganze Drumherum, das auch das Präsent sein in sozialen Medien umfasst. An Schreibzeit bleibt mir in guten Zeiten vielleicht ein Drittel meiner Zeit. Immer zu wenig. 


(Planungsboard für "Verlorene Kinder)

Wie hast Du die Recherche zu deinen Buchthemen geführt? 

Ich recherchiere extrem viel im Internet, spreche aber auch immer mit Betroffenen und suche gezielt nach offiziellen Quellen, was speziell beim Thema Baby-Mafia, dem Thema von Verlorene Kinder, sehr leicht zu Antworten führt. Einen Teil meiner zugrundeliegenden Recherchen habe ich in einer Szene mit Toni Amato eingeflochten, indem ich ihr einen Teil der tatsächlichen Ereignisse in den Mund lege. 

Alles Weitere ist im Buch innerhalb der Handlung eingebettet.

Hast Du im Vorfeld Werke (Thriller) anderer Autoren gelesen, die sich mit der Thematik beschäftigt haben? 

Nein, ich lese bewusst keine Thriller anderer Autoren zu meinen Themen. Ich lese allenfalls Fachliteratur. Der Grund ist simpel, ich möchte mich auf keinen Fall – nicht mal unbewusst – beeinflussen lassen. 

Dazu gibt es eine kleine typische Geschichte aus meiner Werbetext-Vergangenheit. Nach einer beliebigen Präsentation meiner Texte fragte mich ein Kunde mit geschürzten Lippen: „Wo haben Sie das denn her, das ist gut. Das ist richtig gut?“

Ich war beleidigt, wütend und bin es noch heute. Und ich werde nie verstehen, wenn und dass man sich „Anregungen“ von Kollegen holt.

Ich kann mir meine Texte und Geschichten ganz alleine ausdenken. 

Oben zitierter Satz wird übrigens bis heute mit einem Grinsen meiner ehemaligen Partnerin zitiert, wenn sie einen Text von mir gut findet und mich ärgern will. „Wo haben’s das denn nur wieder her, Frau Vogt ...?“


Wie viel Fiktion und wie viel Realität sind mit eingeflossen? 

Alle Grundthemen sind leider real und immer wieder in den Schlagzeilen. Allerdings gehen sie oft im allgemeinen Blätterrauschen unter und oft hört und liest man weit mehr über die Täter als über die Opfer. Ganz krass ist das bei Missbrauchsopfern. Hier geht Täterschutz oft über Opferschutz, was ich persönlich ganz entsetzlich finde. Das betrifft auch mein letztes Thema, das Thema der Verlorenen Kinder, die oft ein Leben lang vergeblich nach ihren Wurzeln suchen. Und es betrifft vor allem auch Mütter, denen man Kinder raubt, abkauft oder auf andere Weise entreißt. Das Thema ist extrem heikel und für viele ein Tabu. Auch ganz speziell für Elternpaare die alles tun, um „ihr“ Baby zu bekommen. Um jeden Preis. 

Die Ausführung und die persönlichen Geschichten, die ich daraus webe, sind Fiktion. 
Ich versuche sie so zu schreiben, dass sie hart an den möglichen realen Grenzen bleiben, also genauso stattgefunden haben könnten. So verdichtet, dass ein hoffentlich spannender Thriller draus wird, der tiefer unter die Haut geht, als die täglichen Schlagzeilen. 



Es sind meistens Kinder oder junge Erwachsene die der Gewalt von außen ausgesetzt sind. Ist diese Thematik für Dich nach den 3 Thrillern abgeschlossen oder willst Du auch künftig darüber schreiben? 

Gute Frage. Ich hatte von Anfang an vor, eine Trilogie rund um Kinder als Opfer zu schreiben. Dramaturgisch so aufbereitet, dass die Spiegelung und die Folgen im Erwachsenenalter zutage treten

Diese Kinder-Trilogie, die sich auch in den Titeln wiederfindet, ist damit vorerst abgeschlossen. Die Amato-Reihe hingegen wird weitergehen mit anderen Schlagzeilenthemen. Und wenn ich mir meine eigenwillige Toni Amato so ansehe, weiß ich, dass ihr auch noch ganz viel unter den abgeknabberten Fingernägeln brenntJ

(Bild Cover der Trilogie) 



Immer das letzte Wort...

Hey, ich bin's nochmal, Toni Amato (Eigensinnig???):


Es gibt ein hammermäßiges Gewinnspiel zur Blogtour. Inca haut für "Frau" ein paar Schuhe raus, da könnt Ihr schwach werden! Wollt Ihr mal sehen? 


Also schnell unsere heutige Gewinnspielfrage beantworten. 


In was ist Chris Kante Meisterin?
a) Im Kuchenbacken
b) Im Gedankenlesen
c) In Karate?
d) In Jazzdance
e) Im Fährtensuchen



Was Ihr zum Amato-QUIZ und Gewinnspiel wissen solltet! 
Einsteigen in den Amato-Tourbus und jeden Tag die Gewinnchancen erhöhen mit richtigen Antworten auf unsere Quizfragen. Damit auch alle teilnehmen können, die sich noch nicht so gut in Toni Amatos Thrillerwelt auskennen, haben wir für euch jeweils ein paar Antworten vorbereitet.
1. Preis: "Entweder oder"
Der Gewinner darf wählen zwischen
a) Kindle Paperwhite und ...
b) Toni-Fanschuhen aus der veganen Schuhkollektion "Boxford-Design" mit Wunschmotiv.
2. Preis: Superfanpaket
Alle drei Amato Psychothriller als Taschenbuch, signiert mit Lesezeichen.
3. - 5. Preis: Taschenbuch Verlorene Kinder,
signiert mit Lesezeichen.
Der Weg in den Amato-Lostopf:
Während der Blogtour für VERLORENE KINDER könnt ihr vom 9.-19. Januar 2017 gleich elfmal (plus Bonusfragen/Lose) in unseren Pott wandern. Ihr müsst nur die richtigen Antworten in unserem Amato-Quiz rauspiken, frei nach dem Motto, „auch richtig geraten, zählt.“
Echte Amato-Fans haben natürlich die größten Gewinnchancen. Je mehr richtige Antworten, desto mehr Lose nehmen an der Ausziehung teil. Für jede richtige Antwort gibt’s ein Los.*

Teilnahmebedingungen: Teilnehmen am Quiz dürfen alle Leser über 18 aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Jeder Teilnehmer kann nur jeweils einen der ausgeschriebenen Preise gewinnen, aber mit beliebig vielen Losen seine Gewinnchancen erhöhen. Die Bonusfragen zählen wie die normalen Fragen und erhöhen die mögliche Losanzahl pro Teilnehmer auf 13 mögliche Lose.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich.
Bitte sendet eure Antworten an folgende Mailadresse.
briefkasten@inca-vogt-autorin.com (wahlweise Adresse von der Veranstalterin?)
Bitte schreibt die Lösung wie folgt auf:
Stichwort im Betreff: Blogtour-Amato-Quiz
TAG ... (1 – 11, bzw. Bonusfrage)
Lösung ... (a,b,c,d oder e)
Antworten sammeln oder täglich abschicken?
Ob ihr jeden Tag eine Mail abschickt mit euren Lösungen oder brav alle Antworten sammelt und am Ende der Tour eine Mail losschickt, überlassen wir euch.
Gezählt wird jeweils nur eine (richtige) Antwort pro Frage von euch ;-)
Achtung: Nur Teilnehmer, die in der (jeder) Mail ihren richtigen Namen und eine gültige Postadresse mit angeben, nehmen an der Verlosung teil. Ohne diese Angaben können wir eure Antworten nicht zählen!
Einsendeschluss ist der 20. Januar 24. Uhr.
Die Gewinner werden am 22. bekannt gegeben.
Die Gewinne werden bis Ende Januar verschickt.
Viel Spaß und ganz viel Glück!

So, Ihr Lieben, ich sag dann mal hier "Tschüss" und fahre mit dem Tourbus direkt zu Kerstin Cornils Blog. Die Wetterbedingungen sind nicht optimal, aber ich hoffe, dass wir morgen früh dort ankommen. Ihr seid doch bestimmt wieder dabei. 

Eure Toni