Donnerstag, 8. Dezember 2016

Er lacht und weint zugleich und er heult- so wie ein Wolf den Mond anheult...

Coverbild Der Angstmann von Frank Goldammer, ISBN-978-3-423-26120-3











dtv premium Taschenbuch
Originalausgabe, 336 Seiten, ISBN 978-3-423-26120-3
23. September 2016





So wird der Angstmann im gleichnamigen Buch von Frank Goldammer beschrieben.


Dresden zur Zeit des zweiten Weltkrieges, die Bewohner leben in Angst vor der Ausbombung, haben zu wenig Marken und selbst wenn es genug Marken für Essen gäbe, so gäbe es doch zu wenig Nahrungsmittel und überhaupt ist von allem zu wenig da.
Auch Max Heller, dem Kriminalhauptinspektor und seiner Frau Karin geht es so. Außerdem haben die beiden Angst um ihre Söhne, die sind gerade an der Front und seit Wochen gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihnen.
Jede Nacht ist Vollalarm und alle Bewohner der Stadt müssen in die jeweiligen Schutzkeller. Dort harren sie so lange aus bis es wieder Entwarnung gibt - wenn es diese denn überhaupt gibt und nicht nur über das Radio mitgeteilt wird - das natürlich nicht jeder hat.
In dieser furchtbaren Zeit geht auch noch ein Mörder durch die Stadt. Es werden Frauenleichen gefunden, auf bizarre und üble Weise zugerichtet- Max Heller ist am Ende. Er weiß nicht wie er diesen Mörder fangen soll. Ist er der Meinung, er hat endlich eine Spur, scheint sich diese wieder in Luft aufzulösen - und dann auch noch diese Gerüchte über den Angstmann, kein Mensch sei er, sondern ein Dämon, ein furchterregendes wildes Tier.
Jeder will was gehört haben... und doch weiß niemand etwas genaues über diesen Angstmann..
Und dann kommt die Nacht der Ausbombung. Dresden wird in Schutt und Asche gelegt. Kein Haus steht mehr, alles ist bis auf die Grundmauern zerstört.
Und die Russen wandern ein, sie nehmen sich was sie wollen, zerstören, was sie nicht brauchen und erschießen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.
Doch auch unter diesen Leuten gibt es jemandem, mit dem man reden kann, dem man erklären kann, was hier passiert ist und wen es zu jagen gilt..
Und wieder macht sich Heller auf die Suche nach dem Angstmann - diesmal jedoch nicht allein.




Meine Meinung:
Ein unbeschreibliches Buch. Es ist von der ersten Seite an spannend, nicht allein wegen der Mordermittlung, eher wegen des geschichtlichen Hintergrundes. Frank Goldammer hat es geschafft, die Zeit um den zweiten Weltkrieg einzufangen und deutlich zu machen, wie schlimm es damals war. Er beschreibt es, als wäre er selbst dabei gewesen, noch nie konnte ich es mir so "gut" vorstellen wie mit diesem Buch. Mit jeder Seite wandert man durch die Geschichte, erfährt immer neues.
Es jagt einem Gänsehaut ein bei dem Gedanken, dass sich die Menschen zu dieser Zeit auch noch vor einem Serienmörder fürchten mussten.
Und es erfreut einen, dass es selbst zu dieser Zeit möglich war, Freundschaften zu schließen - auch mit dem vermeintlichem Feind.
Auch wenn es sehr distanziert war, es immer wieder zu Streitereien kam, zwischen dem Russen Alexej und Max entstand über die Ermittlungen hinaus tatsächlich so eine Art Freundschaft.


Dies ist mein erster historischer Krimi- und ich bin absolut begeistert - ich hätte nie gedacht, dass mich ein historisches Buch so fesseln könnte. Für alle Krimileser eine Empfehlung und wem es mit historischen Büchern geht wie mir bisher, der sollte sich dieses Buch einmal vornehmen.. :)




5 von 5 Sternen



Danke an den dtv- Verlag für dieses Rezensionsexemplar