Montag, 14. November 2016

Die Vorlesekünstler!

Vom 5. Bis 20. November 2016 findet das Rheinische Lesefest für Kinder und junge Erwachsene Käpt’n Book statt. Eine tolle Gelegenheit für Kinder die Autoren ihrer Lieblingsbücher live zu erleben!

Am Sonntag 13.11.16 ging es für uns daher erst mal ins Rheinische Landesmuseum um Stefan Gemmel zu treffen, damit er uns für die Verlosung zum Interview das Gewinnexemplar signieren konnte.
Wir stolperten allerdings in das Ende der Lesung von Oliver Scherz „Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika“ und so hatten die Kinder die Gelegenheit Oliver Scherz zu fragen, was sie schon immer mal wissen wollten: Nein, es ist keine Fortsetzung von „Wenn der geheime Park erwacht,…..“ geplant, es ist als abgeschlossener Band konzipiert, was solle denn da noch kommen? Na ja, Kinder sind kreativ und ihnen fielen noch tolle Abenteuer ein. Der Autor nahm sich geduldig Zeit und erklärte, daß es ihm bei diesem Buch um die zwei Extreme: Der strenge stets korrekte Sheriff und der über die Stränge schlagende Schabalu. Die zwei Seelen die stets in der elterlichen Brust mit einander kämpfen. Das hat die Kinder schon beeindruckt, die Lesung kannten sie aber noch nicht.

Doch nun kam Stefan Gemmel. Wir hatten ihn noch nie live erlebt, aber sobald er die Bühne betrat war von Mittagsmüdigkeit nach dem Mittagessen nichts mehr zu spüren! Wir hatten die zwei Bände von der magischen Abenteuerserie „Im Zeichen der Zauberkugel“ ja bereits gelesen und rezensiert, aber das es soooo lustig ist, ist den Mädels bei meiner mütterlichen Darbietung nicht aufgefallen. Aber hoppla, zu Beginn erklärte uns Stefan ja erst noch den Unterschied zwischen einem Taschenbuch und einem Schmöker! Der Schmöker ist super, um ihn heimlich unter der Decke mit Taschenlampe zu lesen und das Taschenbuch die Rettung, die man in die Hosentasche stecken kann, wenn mal wieder ein Besuch bei der Tante ansteht … Meine Jüngste hat sich abends noch darüber kaputt gelacht, zu dumm nur, daß in ihre Hosentaschen noch kein Buch paßt. Außerdem durften zwei Kinder auf die Bühne, um auf Kommando für Katze Kadabra einzuspringen, wenn ihr Einsatz gefragt war. Herrlich für die Kinder! Die Bühnenpräsenz war so stark und der Vortrag so lustig, daß uns nun klar ist, warum es zum 1. Zauberkugelband das Hörbuch als Livelesung veröffentlicht wurde. Die Auszeichnung „Lesekünstler des Jahres“ hat er 2011 völlig zu Recht erhalten! Übrigens hat er uns verraten, daß Band 3 der Reihe bereits geschrieben ist und nun von den Testlese-Kindern mit Argusaugen gelesen wird ... wir sind gespannt! Auch auf den Spin Off dieser Serie, die Erstleseserie mit Maus Bim, die nächstes Jahr veröffentlicht wird.

Nun denn, Oliver Scherz wollten wir nun auch noch sehen und das Kunstmuseum, wo er um 16.00h auftrat, lag eh auf unserem Heimweg. Mit Gitarre und Elefant Abu stand er auf der Bühne und erzählte die traurige Geschichte von Abu dem Zooelefanten, der Heimweh nach seiner unbekannten Familie hat und mit den Kindern Joscha und Marie auf den Weg nach Afrika zu seiner Familie ist. Seine Urgroßmutter kann ja angeblich jeden Elefanten aus der Familie am Rüssel erkennen! Hoffentlich wollen sie ihn trotz des Zoogeruchs haben! Oliver Scherz ist ausgebildeter Schauspieler (sehr beliebt als Verdächtiger, der sich als unschuldig entpuppt in Fernsehkrimis, aber auch mit Bühnenengagement u.a. in Leipzig), der durch seine Kinder zum Kinderbuchautor wurde. Diese Idee kam ihm, als er mit seinen Kindern im Zoo war und sie einen Elefanten beobachteten, der nur dastand und seinen Rüssel von links nach rechts schwang, was wohl ein Anzeichen für einsetzenden Wahnsinn bei Zoo-Elefanten ist. Das hat nicht nur seine Kinder tief getroffen. Meine Tochter war so begeistert von Lesung und Gesang, daß sie eine ganze Bilderserie schoss, aber nein, wir sind ein seriöser Buchblog, die Bilder des Hinterteils des Autors, werden nun nicht veröffentlicht ;-)
Bei der Buchsignierung mit Fragezeit verriet er meinen Kindern, daß ihm die Idee zum Schabalu kam, als es mal wieder Streit mit seinen Kindern um Süßigkeiten gab. Die Kinder wollten immer mehr und zanken sich um Süßes. Er war hin und her gerissen, zwischen leckeren Süßigkeiten und der für die Kinderernährung erforderlichen Strenge, so wie der Sheriff und Schabalu sich streiten. „Siehst Du Mama, es ist gar nicht immer so schlimm, wenn Kinder sich streiten!“ Nein, mir ist heute Nacht keine Eingebung zum einem Kinderbuch gekommen. Nach der tollen Darbietung des „Vorlesekünstlers des Jahres“ 2015, bleibe ich dann doch lieber beim Bloggen.

Bereits letzte Woche Sonntag (6.11.2016) bei der Eröffnungsfeier in der Kunst- und Ausstellungshalle haben wir nicht nur leniks von Lovelybooks getroffen, sondern durften noch weiteren gelernten Schauspielerinnen/Entertainerinnen lauschen. Denn auch die gebürtige Düsseldorferin Alexandra Helmig hat neben kreativen Schreiben in München auch Schauspiel in Hamburg studiert. In der abgedunkelten Kinderwelt des Museums lauschten unsere Kinder und ihre Freunde gebannt ihrer wunderschönen Stimme und den Abenteuern von Lua und der Zaubermurmel: Ein fantastisches Buch über die kleine Lua, deren Vater, der sie stets verstand, vor kurzem verstarb. Seither fühlt sie sich zwischen ihren nervigen Zwillingsschwestern und der überforderten Mutter irgendwie verloren. Doch dann findet sie auf dem Spielplatz eine Zaubermurmel, die sie in ein magisches Zirkusdorf führt, in dem der Zauberer nicht mehr zaubern und die Artisten immer mehr ihre Fähigkeiten verlieren. Die Geschichte war so spannend, daß alle 4 Kinder von 5 bis 9 Jahren noch eine Zugabe von Kosmo und Klax herbeiklatschten. Paul und Johanna wünschen sich das Buch seither zu Weihachten …
Wegen der schlechten Lichtverhältnisse, gibt’s für Euch nun ein Bild aus dem Foyer, wo wir sie trafen, weil die Bilder mit Saal, selbst von der Pole-Position aus, nicht gut genug wurden.

Anschließend ging es für die Kinder und mich dann weiter in den größten Saal der Halle, in welcher Maite Kelly, Britta Sabbag und die Illustratorin Joelle Tourlonias das kleine Publikum verzauberten. Na gut, meine Große fand die CD zur Hummel Bommel der kleinen Schwester immer für Babies, deswegen hatte ich sie nicht mitgenommen, sie stahl sich aber heimlich still und leise ebenfalls herein und lauschte und staunte gebannt. Da wir lediglich das Hörbuch haben, haben sich die Kinder besonders über die wunderschönen Illustrationen auf der riesigen Leinwand gefreut. Sie saßen in der ersten Reihe, direkt vor dem Zeichenbrett von Joelle Tourlonias, die mit erstaunlicher Geschwindigkeit die Figuren zur Geschichte lebendig werden ließ. So kamen die Kinder in den Genuss der beiden ersten Hummel Bommel Bücher. Als Premiere wurde noch schnell das aktuelle Hummel Bommel-Weihnachtsbuch präsentiert und im Zeitraffer erzählt. Als Hörbuch erscheint es erst im Frühjahr, zusammen mit der kleinen Hummel Bommel Ostergeschichte. Die Autorinnen hatten sich ursprünglich abends getroffen und die kleine Hummel Bommel aus einer Laune heraus geschaffen, eigentlich nur für sich, ohne mit einem derartigen Erfolg zu rechnen. Bereits damals wurden 6 Hummel Bommel Geschichten erdacht! Diese sind so erfolgreich, daß die neue Weihnachtsgeschichte bereits ausverkauft war. Wir bekamen sie dann gestern im LVR und die Autogrammkarte der drei Künstlerinnen wird dann einfach hinein geklebt. Bis Ostern wollte die Kleine nicht warten, wenn doch Weihnachten schon winkt!
Die Show mit Gesang und Lesung und Zeichnung war toll, der Jüngste der Vier war aber völlig erschöpft und so beschlossen wir, nach der Signierstunde mit den Dreien nach Hause zu fahren. Paul Maar trafen wir dann auch noch als wir uns vom Signiertisch umdrehten, auch wenn wir den Programmpunkt sausen ließen!

Ganz ehrlich, ich fühle mich hochgeehrt von meinen Kindern, daß ich nach so viel Showtalent noch weiterhin zu Hause vorlesen soll! Es war ein tolles Erlebnis!

PS: uns gehören nur 2 von den 4 Kindern ;-) Paul (7) und Philipp (5) dürfen aber oft auch ihre männliche Meinung zu den Hörbüchern dazugeben….