Donnerstag, 13. Oktober 2016

Superfood Heimische Wildpflanzen





  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.09.2016
  • Verlag : Verlag Eugen Ulmer
  • ISBN: 9783800103737
  • Flexibler Einband 128 Seiten
  • Genre: Kochbuch 

         Buch kaufen





 
Ich probiere gern neue Sachen beim Kochen aus. Wir ernähren uns überwiegen vegetarisch, oft auch vegan und so hat mir die Idee des Superfood – Kochbuches sehr gefallen, verspricht es doch „Power aus Garten, Wald und Wiese“. Ich bin viel mit meinem Hund unterwegs und wenn wir da über was Essbares "stolpern" - wie z.B. Fallobstwiesen oder Beerensträucher - wird eingesammelt und verarbeitet :-). Das Buch sollte also perfekt passen.
Auch das Cover gefällt mir gut – es macht neugierig, was sich dahinter verbirgt. Und schon im Klappeinband stehen wichtige Informationen zu den Inhaltsstoffen der Pflanzen sowie diverse Grund- und 2 Lieblingsrezepte der Autorin.
Das Buch selber ist nach einer kurzen Einleitung, was Superfood eigentlich ist, in die 4 Jahreszeiten aufgeteilt. Innerhalb der Jahreszeiten werden einzelne Pflanzen auf einer Doppelseite vorgestellt und auf danach folgt das passende Rezept.

So viel zu Theorie. In der Praxis war es dann so, dass ich aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit Herbstrezepte ausprobieren wollte. Aber bereits bei Heidel- und Brombeeren musste ich passen, denn die waren nicht mehr zu finden. Ich weiß natürlich nicht, ob die Autorin in einem wärmeren Landstrich wohnt, wo sie diese Beeren zu diese Jahreszeit noch pflücken kann, aber in Dresden und Umgebung gab es selbst auf den Plantagen nichts mehr. Also habe ich ein paar meiner eingefrorenen Brombeeren „geopfert“, weil die die Polenta mit Brombeerjus zu lecker klang. Aber so richtig überzeugt hat uns das Rezept nicht weil:
a) man hat bei dem vielen Alkohol die Brombeere nicht mehr rausgeschmeckt
b) m.E. zu wenig Flüssigkeit im Rezept war, die Polenta hatte schon nach ganz kurzer Zeit alles aufgesogen und war dadurch sehr bröselig
c) es für eine Hauptmahlzeit es zu wenig war :-(.

Ein voller Erfolg hingegen war der Möhrenreis mit Berberitze. Mich hatte zwar zuerst die Warnung abgeschreckt, dass sie sehr leicht zu verwechseln ist, aber nach längerem Suchen bin ich dann doch fündig geworden - aber für die Zukunft werde ich getrocknete verwenden, da ist der Nervenkitzel weniger groß *gg*.
Ich habe die Mengenangaben allerdings halbiert und auch von der Hälfte sind wir zu viert satt geworden - sind wir schlechte Esser oder waren die Portionen größer geplant? Das Ergebnis war trotzdem sensationell und ich werde es auf jeden Fall wieder kochen!

Ein kleines Manko möchte ich noch anmerken: mir fehlen die Nährwertangaben und die ungefähre Zubereitungszeit. Gerade, wenn es mal schnell gehen muss will ich nicht erst rätseln, ob ich das zeitlich hinbekomme oder doch was anderes koche. Dabei schließe ich die Sammelzeit für die Wildpflanzen vorher natürlich nicht ein.

Mein Fazit: Superfood ist ein interessantes Kochbuch mit leichten Schwächen für geübte „Kräuterhexen“, aber für Anfänger m.E. nur bedingt geeignet, da einige der vorgestellten Pflanzen nicht ohne weiteres zu identifizieren sind. 3,5 Sterne.