Samstag, 29. Oktober 2016

Messe-Live-Interview mit Holly-Jane Rahlens - es gibt was zu gewinnen ;-)



Liebe Holly, vielen Dank, dass Du Dir hier auf der Frankfurter Buchmesse während Deiner Lesereise zu Deinem neuen Buch Federflüstern (Folgeband von Blätterrauschen) Zeit für ein Gespräch nimmst.
Magst Du Dich kurz unseren Lesern vorstellen?  
Ich bin New Yorkerin, die schon seit vielen Jahren in Berlin lebt. Ich bin Autorin, aber auch gelernte Schauspielerin und lese daher auch sehr gerne aus meinen Büchern vor. Als Autorin kann man mich nicht so gut kategorisieren. Denn ich schreibe ebenso gerne für Kinder und Jugendliche als auch Jungerwachsene und Erwachsene.


Hast du auch für die verschiedenen Genres verschiedene Künstlernamen?
Alle verschiedenen Genres schreibe ich unter meinem eigenen Namen. Mit Künstlernamen habe ich nichts am Hut.

Hättest Du es Dir als kleines Mädchen einmal träumen lassen, als amerikanische Schriftstellerin in Berlin zu leben? 
Als Mädchen konnte ich mir schon vorstellen, Schriftstellerin zu werden, aber nicht unbedingt in Berlin. (lacht) Ich konnte mich gut in Jo aus “Betty und ihre Schwestern” (Little Women) von Louisa May Alcott hineinversetzen. So konnte ich damals mir dann schon gut vorstellen, eines Tages als Schriftstellerin zu arbeiten.

Was hat Dich als Amerikanerin eigentlich nach Deutschland verschlagen? Es war doch sicher nicht, dass der große Mark Twain, der in deinem neuen Roman “Federflüstern” vorkommt, dort mal gelebt hatte?
Die Liebe hat mich nach Deutschland verschlagen. Ich habe in New York im MoMA einen deutschen Studenten kennengelernt, mich verliebt und bin ihm nach Deutschland gefolgt. Ich war damals 20. Er musste zurück nach Berlin, um seinen Abschluss zu machen. Wir waren lange ein Paar, aber auch nachdem es mit uns zu Ende war, bin ich in Berlin geblieben. Nachdem ich meinen damaligen Freund kennengelernt habe, bevor ich ganz nach Deutschland zog, lernte ich neben meinem Studium auch Deutsch als Fremdsprache — als Vorbereitung sozusagen.  Wir mussten im Deutschkurs Mark Twains Aufsatz  “The Awful  German Language“ lesen. Das fanden wir alle sehr lustig. Aber erst jetzt für “Federflüstern” habe ich mich näher mit Mark Twain befasst.

Auf der Verlagsseite habe ich gelesen, dass  Du Dich beim Schreiben von Federflüstern in Deinen Helden Mark Twain verliebt hast. Mir ging es beim Lesen nicht besser. Hast Du wie er ein Faible für Halunken?
Im Originalmanuskript wird das Wort “Troublemaker” für Halunke verwendet. Tja, ich habe mich in meinem Leben schon mehrmals in die falschen Männer verliebt. (Lacht)


Wer ist Dein Lieblingshalunke in der Kinderliteratur?
Mir fällt gerade kein passender Troublemaker ein.

Welchen Kinderbuch Helden würdest Du gerne mal für einen Nachmittag am Mississippi, der Heimat von Tom Sawyer, treffen? 
Ach, eigentlich würde ich mich lieber mit Mark Twain als mit Tom oder Huck treffen. Er war ein toller Typ, er sah auch gut aus. (Lacht und zeigt uns noch ein vergrößertes Bild von Mark Twain, das sie bei Lesungen für “Federflüstern” verwendet.)

Welches ist Dein liebstes Kinder-/Jugendbuch? 
Sehr gerne lese ich Kate DiCamillo. Ihre Bücher “Winn-Dixie“ und “Tiger Rising” habe ich super gern gelesen – auch mit meinem Sohn als er klein war (heute ist er knapp 21). Auch ihr "The Tale of Desperaux" und “Die wundersame Reise von Edward Tulane” haben mir sehr gefallen.

Mark Twain gibt den zeitreisenden Kindern in Federflüstern den Rat jede Möglichkeit zu Reisen zu nutzen, die sich ihnen bietet.
Was war bislang Dein liebstes Reiseziel und wohin würdest Du gerne nochmal reisen? 
Ich liebe die Toskana und die Provence. Was mich nicht so reizt ist Indien, muss ich leider sagen. Dieses ganze Elend und die unendliche Armut schreckt mich ab. ... Nach Israel möchte ich unbedingt mal. Ich bin Jüdin, war aber noch nie dort. Das ist eine Schande! Oder Buenos Aires würde mich auch reizen, das ist aber sehr weit weg und ich fliege nicht gerne.

Ich habe gelesen, dass Du Deine Bücher erst auf Englisch schreibst. Hast Du die deutsche Übersetzung mal gelesen, eh es veröffentlicht wurde?
Na klar! Ich arbeite an den Übersetzungen immer stark mit und mit den Übersetzern geht das auch meist gut. Sie wissen, dass ich Deutsch kann. Gute Übersetzer wissen auch, dass der Autor immer das letzte Wort hat. Es ist letztendlich sein Buch.

Mark Twain findet Deutsch ja furchtbar schwierig. Ich liebe die Möglichkeit, im Deutschen immer wieder neue Wörter zu kreieren, indem man die unterschiedlichsten Wörter aneinander reiht. Welches ist Dein Lieblingswort in der deutschen Sprache und welches der größte Zungenbrecher für Dich?
In meinem Wenderoman “Mauerblümchen” liebt die Amerikanerin Molly die Möglichkeiten der deutschen Sprache. Sie mag Wörterzusammensetzungen wie „Vergangenheitsbewältigung“, „Blitzkrieg“, „Zeitgeist“. Der männliche Protagonist Mick, der in der DDR aufgewachsen ist, mag das Wort "Sonderentladungspumperin". Das war wohl ein Beruf in der DDR, sagt er. Dieses Wort liebe ich.



Magst Du für uns ein Wort erfinden? 
Extasekosmos, das habe ich mir mal für einen erotischen Roman ausgedacht. Ich liebe es auch, mit so Kühlschrankwortmagneten Wörter zu legen und neu zu schöpfen.

Danke, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast und wir hoffen, dass Du noch viele tolle kreative Ideen für neue Bücher hast. Eine Fortsetzung von Blätterrauschen und Federflüstern wird es ja auf jeden Fall geben und wir sind schon sehr gespannt darauf!


Holly war so lieb, und hat ein Exemplar von "Federflüstern" zum Verlosen signiert. Um diese zu gewinnen, müsst ihr nur folgende Frage beantworten:
In Blätterrauschen landen die Kinder im Jahr 2273 und in Federflüstern im Jahr 1891.
In welche Zeit würdet ihr gern mal reisen, wenn es möglich wäre?
Die Auslosung findet am 05. November statt!

PS: Da wir diese Frage jetzt schon mehrfach hatten, Ihr dürft Eure Antwort auch auf unserer FB-Seite unter diesem Post hinterlassen!