Samstag, 8. Oktober 2016

Interview mit Patricia Schröder - mit Gewinnspiel!!!



Liebe Patricia,

wir kennen uns nun bereits aus mehreren Leserunden und zudem verbindet uns die Heimatstadt Düsseldorf. Du bist eine sehr erfahrene und vielfältige Autorin. Dein Buch „The Perfect“, dass es hier auch zu gewinnen gibt (!) war für mich allerdings der erste Jugendroman, den ich von Dir lesen durfte. Deine Bücher, die ich bisher kennengelernt habe, richteten sich mit den Mädchenserien „Lilly“ und „Emely“ oder dem Mädchenroman „Schneegestöber“ sowie den Erstlesebüchern „Erst ich ein Stück, dann du“ an eine etwas jüngere Zielgruppe. Diese Bücher habe ich sehr gerne mit meinen Kindern gelesen – wie auch gerade noch den vierten und leider letzten Band „Emely – einfach abgefahren“. Aber „The Perfect“ habe ich nun alleine genossen und denke, dass man die Zielgruppe bei diesem Roman oder Thriller durchaus auf Young Adult, wenn nicht sogar All Age erweitern kann. Was mich bisher an all Deinen Büchern fasziniert hat, ist der hohe Authentizitätsgrad der Charaktere und vor allem die der Protagonisten. Wir freuen uns daher sehr auf noch viele weitere Bücher von Dir, nun aber vor allem auf dieses Interview!

 
Dann legen wir doch direkt mal los!

Würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Sehr gerne!
Also: Ich bin eine Norddeutsche Pflanze (1960 am Jadebusen geboren, in Tübingen und Düsseldorf aufgewachsen, seit 23 Jahren auf Eiderstedt in Schleswig-Holstein lebend), habe Textildesign studiert und bin 1994 über einen Autorenkollegen zum Schreiben gekommen. Anfangs waren es noch Rundfunk- und Anthologiebeiträge, aber letztendlich ging es dann mit der Erstveröffentlichung eines Romans ziemlich fix und schon bald ist das Schreiben für mich zum Beruf geworden. Als Textildesignerin hätte ich nach meinem Umzug aufs platte Land auch nichts mehr werden können. Ich zeichne und male aber immer noch sehr gern … allerdings viel zu selten.
Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und wohne mit ein paar Katzen und einem Hund in einem Haus, das ständig an irgendeiner Ecke renoviert werden muss. Handwerkeln und im Garten herumkrautern mag ich aber sehr gern, sehr viel lieber als Ordnung halten und putzen. Ich habe schon als Kind gerne im Matsch gewühlt, und daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Wenn ich also nicht werkele oder krautere, spazierengehe, nähe, zeichne, Leserunden initiiere oder vor mich hin sinniere, schreibe ich Bücher für Kinder und Jugendliche (fast) jeden Alters.
„The Perfect“ und „Emely – einfach abgefahren!“ sind meine neuesten Veröffentlichungen.

Welches Buch war eigentlich Dein Erstlingswerk?

Das erste Buch, das ich geschrieben habe, war „Liebe ist, was du draus machst“, ein Mädchenroman über eine lesbische Liebe, was 1995 vom Thema her noch ziemlich exotisch war. Dieser Roman wurde auch erst an dritter Stelle veröffentlicht.
Im Sommer 1998 erschien „Bis über beide Ohren“, eine witzige (und unverfängliche) Liebesgeschichte für Mädels ab 12 Jahren. Das war meine Erstveröffentlichung. Geschrieben habe ich dieses Buch allerdings erst als drittes. Dazwischen gab es noch die „Regenbogenfüße“, die später in einem anderen Verlag unter dem Titel „Stumme Schreie“ komplett überarbeitet noch einmal neu aufgelegt wurden. Thema sexueller Missbrauch in der Familie.
Das Besondere an diesen recht unterschiedlichen drei Erstlingsromanen war, dass der Arena-Verlag damals alle drei auf einen Schlag unter Vertrag genommen hat. Das war im Jahr 1996 mein endgültiger Einstieg ins Autorenleben.

Wie viele Bücher hast Du bisher veröffentlicht? Du kannst hier gerne auch Deine liebsten nennen!

Das dürften inzwischen so um die 160 sein.
Meine liebsten sind eigentlich immer die, an denen ich aktuell arbeite.
Besonders viel Spaß aber hatte ich mit „Tilla“, den „Hexgirls“, „Albert Andakawwa“ und der „verrückten Schule“, und besonders gern habe ich mein bisher traurigstes: „Gyde und die Flut“. Die meisten davon sind aktuell nicht mehr zu haben … vermutlich werde ich sie in den nächsten Jahren als E-Books herausbringen.

In welchen Genres hast Du bisher Bücher veröffentlicht?

Ich bin vielseitig und experimentierfreudig, schreibe für Leute zwischen 6 und 16 Jahren und passe ganz grundsätzlich ungern in irgendwelche Schubladen.

Was sagt Deine Familie zu Deinen schriftstellerischen Aktivitäten?

Gegenfrage: Was sagt eine Familie zu den Torten, die der Konditor-Vater backt oder den Brücken, die Hochbauingenieurin-Mutter konstruiert?
Für mich ist die Schriftstellerei nichts Exotisches, sondern ein ganz normaler Beruf, für den man ebenso das Talent, die handwerklichen Fertigkeiten und das Wissen benötigt wie für andere Berufe auch. Der einzige Unterschied: Für seinen „Karrierestart“ braucht man keinen Abschluss, sondern vor allem das Glück zur richtigen Zeit mit einem passenden Thema an die entsprechende Person zu geraten.
Ich bin unendlich dankbar dafür, dass es bei mir bisher so super geklappt hat. Mein Mann freut sich ebenfalls, und für meine Kinder, die damit aufgewachsen sind, ist es ein ganz normaler Beruf. Ich finde, genau so soll es sein.

Und natürlich gleich die Standardfragen:

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Ich habe mir schon als Kind und als Jugendliche gerne Geschichten ausgedacht. Allerdings habe ich sie nicht aufgeschrieben, sondern mit Puppen, Plüschtieren oder manchmal einfach auch bloß mit Steinen oder ausgedachten Personen nachgespielt, und später in eine Art Bildergeschichten verpackt. Gezeichnet habe ich früher nämlich noch lieber.
Später habe ich all das völlig vergessen und wäre auch niemals auf die Idee gekommen, professionell zu schreiben, wenn ich 1993 nicht den Kinder- und Jugendbuchautor Christian Bieniek kennengelernt hätte. Er war der Schwager einer Kommilitonin und hat genau die Bücher geschrieben, die ich als Jugendliche gerne gelesen hätte. Er war damals ein Vorbild für mich und ein Türöffner in die Welt der Verlage. Ich habe ihm viel zu verdanken und bin sehr traurig, dass er so früh gestorben ist.

Woher nimmst Du die Ideen für deine Bücher?

Von überallher. Mein Gehirn saugt ungefragt alles auf wie ein Schwamm, und spuckt irgendwann eine Idee aus. Meistens, wenn ich in „Ruhestellung“ bin, also beim Spazierengehen, Einkaufen, Zugfahren, Fensterputzen usw. Woher das dann so genau kommt, kann ich in den seltensten Fällen sagen. Oftmals sind diese Ideen dann noch nicht reif für ein ganzes Buch, die fehlenden Elemente „spinne“ ich mir dann zusammen, oftmals auch „unterbewusst“, manchmal aber auch ganz bewusst und das macht neben dem konkreten Schreiben und Entwickeln der Charaktere und der konkreten Story-Line am meisten Spaß.

Arbeitest Du aktuell an einem Buchprojekt? Wenn ja, an welchem?

Da ich vom Schreiben lebe, arbeite ich immer an einem Buchprojekt, einen Leerlauf kann ich mir nicht leisten. Das ist manchmal stressig und kann der Kreativität auch schon mal im Weg stehen, aber meistens treiben mich meine Einfälle und der Spaß am Schreiben ganz von selbst voran. Auch im „Urlaub“. Selbst oder gerade dann steht das Ideenkarussell nicht still.
Im Moment schreibe ich am ersten Band einer neuen Mädchenreihe.
Nebenher entwickle ich zwei Reihenprojekte für Kinder ab 9 Jahren. Eins davon hat bereits einen Verlag gefunden. Und: Vor ungefähr einem Monat habe ich die ersten Kapitel eines neuen Jugendromans an einen meiner Verlage geschickt und gerade die Rückmeldung bekommen, dass sie ihn dort gerne veröffentlichen wollen.

Das ist wirklich toll! Glückwunsch!

Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)

Lesen, nähen, zeichnen oder malen, am Haus werkeln, Möbel umräumen, im Garten wühlen, stundenlang mit Freunden quatschen …

Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?

Nein. Ich bin mehr so der Typ, der spontan kauft, was ihm gefällt, und irgendwann feststellt, das nix zusammenpasst. Ich schaue mir allerdings gerne Sammlungen an.
Und ja, ich liebe es, Dinge vom Strand mitzunehmen, von denen ich denke, dass ich sie vielleicht mal künstlerisch verwerten kann, aber das würde ich nicht als Leidenschaft bezeichnen.

Treibst du Sport?

Eher nicht. Ich laufe viel mit dem Hund (regelmäßig) und ich laufe auch mit Stöcken (unregelmäßig).

Du hast ja meines Wissens quasi einen „eigenen Zoo“? Welche Tiere gehören dazu?

Besagter Hund, ein Berner Senn, und derzeit fünf Katzen. Früher hatten wir auch zwei Zwergziegen und Gänse. Die Ziegen sind inzwischen tot und die Gänse zum Nachbarn gezogen.

Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?

Ich würde unser Haus von Grund auf renovieren und einige meiner Bücher selbst verlegen, damit sie rundum so werden, wie ich sie mir wünsche.

Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?

Dickköpfig, energisch, hilfsbereit, humorvoll, zielstrebig, selbstbewusst, kreativ, experimentierfreudig, impulsiv, zuweilen launisch.

Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?

Ich hoffe, davon habe ich nicht allzu viele, aber sie könnten eigentlich auch nicht viel anderes über mich sagen ;)

Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?

Morgens Kaffee, abends Tee, Kaffee lieber.

Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?

Ich bin gerne bei mir zu Hause oder abends am Strand … und finde immer wieder neue schöne Orte. Einen echten Lieblingsort habe ich aber nicht. Ich bin eher in meiner Fantasie verwurzelt.

Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!

Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?

Das war eine Film-Ausgabe zu „Bambi“, die mein Vater mir aus der Werks- Bücherei von „Henkel“ mitgebracht hatte. Danach habe ich erst mal kein Buch mehr angefasst, weil ich Angst vor traurigen Stellen hatte. Inzwischen bin ich nicht mehr so empfindlich ;)

Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?

Im Moment lese ich Sommerliebesgeschichten für Jugendliche. „Paris, du und ich“ von Adriana Popescu war mein letztes und gerade lese ich „Herzmuschelsommer“ von Julie Leuze. Das sagt aber gar nichts über meine Lesegewohnheiten. Die sind nämlich total querbeet. Ich liebe beispielsweise den Humor von Jonas Jonasson, die Sprache von Juli Zeh, die Bücher von Markus Zusak, Zoran Drvenkar und Maggie Stiefvater und mein allerliebstes Lieblingsbuch in diesem Jahr ist (bisher) „Die wahre Geschichte von Regen und Sturm“ von Ann M. Martin.

Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?

Puh, da gibt es viele, die ich toll finde. Wirklich beeinflusst hat mich allerdings keines. Diesen Anspruch habe ich aber auch nicht an Bücher. Es sind eher Menschen und Ereignisse, die mich beeinflussen.

Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt eins habe. Ich lasse die Dinge gerne auf mich zukommen. Wenn das als Motto zählt …

Klar zählt das! Danke für das tolle Interview!

So, und wer aufmerksam gelesen hat, kann sicher auch die Gewinnspielfrage beantworten und eine signierte Ausgabe von „The Perfect“ gewinnen! Die Frage lautet: „Wie heißen die beiden in diesem Jahr aktuell erschienen Bücher von Patricia Schröder?“ Wer die Antwort weiß, schreibt ein deutliches „Jipp“ als Kommentar unter diesen Beitrag – damit es spannend bleibt, bitte nicht die Antwort!!! Am kommenden Samstag wird dann unter allen Teilnehmern ausgelost. Derjenige, der ausgelost wurde, kann dann die richtige Antwort unter der Auslosung abgeben! Sollte die Antwort falsch sein, wird neu ausgelost.

Eure Marie