Mittwoch, 12. Oktober 2016

Federflüstern

Noch besser als der erste Teil


von Holly-Jane Rahlens


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3499217456
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren
Genre: Kinderbuch

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Oliver, Rosa und Iris sind zurück aus der Zukunft, doch auch wenn sie nicht ganz sagen können, woran es liegt, sie werden das Gefühl nicht los, dass irgendetwas nicht ganz stimmt. Und warum kommt ihnen Lucia so bekannt vor, obwohl sie sie doch gerade erst kennenlernten?

Während die drei noch ratlos sind, wird ihr Leben abermals auf den Kopf gestellt. Plötzlich finden sie sich gemeinsam mit Lucia im Jahr 1891 wieder. Es ist bitterkalt und der Wunsch nach einem warmen Platz ist beinahe ebenso groß wie die Frage, was eigentlich passiert ist und wie sie zurück nach Hause kommen. Können sie in der Vergangenheit Hilfe finden und wem können sie ihr Geheimnis anvertrauen? Vielleicht Mark Twain, der ausgerechnet in diesem Jahr einige Zeit in Berlin verbrachte?

 Bereits auf der ersten Seite hat „Federflüstern“ mich wieder ebenso gefangen genommen wie zuvor schon „Blätterrauschen“. Die Verwirrung von Oliver, Iris und Rosa wird gut eingefangen. Ich habe mich sehr gefreut, dass neben den dreien auch Lucia den Sprung vom ersten in den zweiten Band geschafft hat.

Gleich die ersten Szenen in der Vergangenheit waren spannend und vor allem sehr anschaulich beschrieben. Den Stall und die Käserei hatte ich direkt vor Augen und wurde dadurch ebenfalls in der Zeit zurückversetzt. Auch im weiteren Verlauf des Buches merkt man, dass die Autorin Holly-Jane Rahlens gründlich recherchiert hat. Scheinbar mühelos gelingt es ihr stets ein authentisches Bild vom Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu zeichnen.

Für unsere Helden ist es nicht leicht sich zurecht zu finden. Doch trotz aller Sorgen und Ängste halten sie zusammen und ergänzen sich gut bei der Suche nach einem Ausweg. Besonders gespannt war ich auf die im Klappentext angedeutete Begegnung mit Mark Twain. Viel will ich nicht verraten, doch zumindest ein bisschen. Die Art, wie Holly-Jane Rahlens Mark Twain darstellt, macht ihn mir sehr sympathisch. Ich habe zwar noch nie eine Biographie von ihm gelesen und weiß kaum etwas über ihn als Mensch, aber auch er wirkte authentisch. Vor allem, die Geschichte mit Bell und dem Telefon war geschickt miteingebunden.

Generell finde ich es wieder sehr gelungen, wie so ganz nebenbei Wissen eingestreut und vermittelt wird: über Mark Twain, aber auch über diverse andere Themen. Es gibt viele Details, die den Roman lebendig werden lassen und die es erleichtern in vergangene Zeiten einzutauchen.

Die Charaktere sind nach wie vor vielschichtig und niemand hat nur gute oder nur schlechte Seiten.

Für alle, die den Vorgängerband nicht kennen sei gesagt, dass jeder Teil in sich geschlossen und daher unabhängig vom anderen zu lesen ist. Zudem befindet sich am Ende des zweiten Bandes eine Zusammenfassung von „Blätterrauschen“.

Mein Fazit: Nachdem mich der erste Band schon begeisterte, gefiel mir dieser Teil sogar noch etwas besser, was nicht zuletzt an der Figur von Mark Twain lag. Jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Band und freue mich, dass ich Holly-Jane Rahlens „Everlasting“ noch nicht gelesen habe. Auch wenn Iris, Rosa und Oliver nicht mit von der Partie sind, so gibt es dennoch ein Wiedersehen mit ein paar bekannten Figuren und die Wartezeit lässt sich so sicher gut verkürzen.