Samstag, 15. Oktober 2016

Alles, was ich sehe

von Marci Lyn Curtis




  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Königskinder (18. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551560226
  • ISBN-13: 978-3551560223
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Genre: Jugendbuch           

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Maggie ist vor 6 Monaten durch eine Gehirnhautentzündung erblindet So richtig klar kommen, tut sie nicht. So kommt es, das sie durch nach einem Sturz auf einmal einen Jungen sehen kann: Ben! Sobald er in der Nähe ist, kann sie einen gewissen Teil sehen, auch seinen Bruder Mason, der Sänger ihrer Lieblingsband ist und verdammt gut aussieht. Doch dann sieht sie nicht nur Ben und auf einmal geht es um alles!

Ich habe das Buch gestern Abend zugeklappt und war so froh über das Ende. Man kann sich gut in Maggie oder Thera (wie sie Ben nennt) hineinversetzen. Wie muss es sein, auf einmal blind zu sein, völlig unverhofft, alles was einen ausgemacht hat, nicht mehr machen zu können. Sie verliert mit der Zeit alles, was ihr wichtig war, den Fußball für den Sie gelebt hat, ihre Freunde durch ihr Verhalten und ihre Eltern, die selbst völlig verunsichert sind und gerade die Mutter, die sich wahnsinnige Vorwürfe macht, dass sie ihre Tochter nicht gleich früh zum Arzt gebracht hat.
Ben ist für sie wie der Lichtblick im grauen, tristen Alltag. Im wahrsten Sinne des Wortes bringt er wieder Licht in ihr Leben und damit auch einen Grund das Leben und alles damit verbundene wieder anders anzupacken. Ben ist durch seine Behinderung ein noch liebenswerterer Charakter, den man nur gern haben kann. Er ist witzig, weiß sich durch zu setzen und ist mit seinen 10 Jahren einfach herrlich erfrischend. Sein liebenswertes und selbstloses Verhalten seinen Mitmenschen gegenüber macht ihn noch sympathischer.
Aber auch die Nebenprotagonisten sind authentisch und detailliert beschrieben, ich habe mich mit ihnen allen in der Geschichte wohl gefühlt. Einzig Maggie musste sich vom Schicksal gezeichneten, kratzbürstigen Mädchen weg entwickeln und hat dies auch im Laufe der Geschichte geschafft. Spätestens, nachdem sie etwas länger mit Ben zusammen war, hat sie ihre „Fehler“ selbst erkannt und versucht aus diesem Teufelskreis herauszukommen.
Für ein Debüt, was dieses Buch ist, kann ich nur sagen:
Wow, es ist wunderschön. Ich hatte zwischen diesen Buchseiten eine mitreißende und flüssig zu lesende Erzählung, die mich entführen konnte, in eine Welt, die ich mir gar nicht vorstellen kann. Was sieht ein Blinder? Nicht mal schwarz? Was träumt man, wenn man den ganzen Tag nichts sieht? Wie lernt man das Laufen mit dem Stock? Ich stelle es mir schrecklich vor, von einem zum anderen Tag auf einmal blind zu sein und dies wird in diesem Buch gut dargestellt. Die Verzweiflung und die Unsicherheiten werden authentisch dargestellt und man kann sich ein kleines bisschen vorstellen, wie es Maggie erging.

Dieses Buch ist witzig, traurig und das Thema Blindheit gut umgesetzt. Familie und Freundschaft spielen eine große Rolle und natürlich wird auch die Blindheit von Maggie authentisch aufgezeigt. Vom Lachen bis zum Weinen, war alles an Emotionen dabei.  Für mich ein super Debüt, der Autorin, welches man gelesen haben sollte.