Dienstag, 16. August 2016

Jackaby

Sherlock und Watson in übernatürlichem Gewand


von William Ritter

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-13: 9783570310885
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren Genre: Jugendbuch

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Jackaby ist in vielerlei Hinsicht speziell. Seine detektivischen Fähigkeiten sind überragend, seine Auffassungsgabe und Logik bemerkenswert, seine sozialen Kompetenzen eher nicht vorhanden. Obendrein hat er ein feines Gespür für das Übersinnliche und die Fähigkeit auch Mythen- und Sagengestalten sehen zu können.

Abigail Rook hingegen ist einfach nur auf der Suche nach einem Job. An das Übernatürliche glaubt sie nicht wirklich, aber Jackaby sucht eine Assistenz und mit ihrem Gespür für wichtige, alltägliche Dinge ergänzt sie Jackabys Fähigkeiten perfekt.

Gleich ihr erster Arbeitstag stürzt Abigail in einen spannenden Fall und sie muss rasch lernen sich in der Welt ihres neuen Arbeitgebers zurecht zu finden. Vor allem auch Jackabys Haus stellt sie dabei vor eine große Herausforderung…

William Ritter bringt mit seinem Jugendbuch „Jackaby“ eine neue Variante von Sherlock & Watson. In seinem Fall nennen sie sich zwar Jackaby und Abigail, doch die Parallelen sind nicht zu übersehen. Dennoch ist es nicht einfach eine weitere Adaption, sondern durchaus ein eigenständiges Werk, das Spaß macht und mit vielen tollen Ideen aufwarten kann. So ist der Einbezug des Übernatürlichen nur ein Aspekt, der diesen Roman lesenswert macht.

Das Werk sprüht vor Humor und Wortwitz und Jackabys sarkastische Ader hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht. Sowohl Jackaby als auch Abigail sind wunderbar schlagfertig und es macht Spaß in ihre Welt einzutauchen und sie bei ihren Ermittlungen, den Schwierigkeiten mit der Polizei und bei ihrem gegenseitigen Kennenlernen zu begleiten. Trotz vieler amüsanter Momente, ist die Geschichte spannend, teilweise düster und lässt sich durchweg flüssig lesen.

Die Charaktere konnte ich mir größtenteils gut vorstellen, allen voran natürlich Jackaby, der ebenso wie sein Vorbild Sherlock ein wenig in seiner eigenen Welt lebt und eher rational als emotional ist. Auch Douglas und Jenny hatte ich direkt vor Augen, obwohl sie nur eine Nebenrolle spielen. Ausgerechnet Abigail bleibt für mich in manchen Passagen etwas blass. Bei ihr hätte ich mir eine genauere Ausarbeitung des Charakters gewünscht. Doch da ich auf ein baldiges Wiedersehen mit ihr und Jackaby hoffe, gibt es vielleicht dann mehr Raum für sie. Zumindest würde es mich sehr freuen.

Mein Fazit: William Ritters Version von Sherlock und Watson in neuem, übernatürlichem Gewand ist ein gelungenes Jugendbuch, dass mich vor allem mit seinem Wortwitz und den schlagfertigen Dialogen überzeugen konnte. Trotz kleinerer Schwächen in der Geschichte freue ich mich sehr auf den nächsten Teil und hoffe, dass uns der Autor nicht zu lange warten lässt.