Mittwoch, 20. Juli 2016

Verflixt und Unsichtbar







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.07.2016
  • Verlag : Bastei Entertainment
  • ISBN: 9783732526758
  • E-Buch Text 168 Seiten 

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 Laura, 24, blond, Vollwaise und Unterwäscheaddict hält sich für einen Freak. Wie schon ihre eines Tages verschwundene Oma, bei der sie aufwuchs, kann sie unsichtbar werden. Inzwischen hat sie dieses „Problem“ im Griff, d.h. sie kann es steuern. Der Einzige, der von dieser Gabe, die ihr mehr wie ein Fluch vorkommt, weiß, ist ihr Chef Paul, Inhaber einer Detektei. Er erkennt ihr Potenzial und stellt die zu diesem Zeitpunkt Obdach- und Mittellose 15-Jährige ein. Fortan beschattet sie der Untreue Verdächtige, was ihrem Bild von der wahren Liebe nicht gerade gut tut. Allerdings ist es nicht so einfach wie es klingt. Denn nur Laura wird unsichtbar, nicht ihre Kleidung, nicht ihr Make-up. D.h. ihre Einsätze muß sie stets komplett nackt durchziehen (naja, es sieht sie ja keiner) und das ist ganz schön kalt bei Zeiten. Auch muß sie aufpassen, daß keine Grashalme zwischen den Zehen stecken bleiben, keine Fusseln am Po haften und sie nicht nass wird. Also eine ganze Menge zu bedenken. Dummerweise verstößt sie gegen Pauls Regel Nummer 1 und beschattet heimlich, ohne Auftrag den Verlobten ihrer Einzigen Freundin! Zu dumm nur, daß der danach nicht mehr lange lebt und überall in seiner Wohnung ihre Abdrücke sind! Umso ungünstiger, da Paul sie jetzt erstmals in einem großen Wirtschaftsfall without cover einsetzen will. Da sind die ständigen Aufforderungen zur polizeilichen Vernehmung zu erscheinen ganz schön störend. Und Kollege Erik, dieser Schnösel erst, den sie bei seinen Ermittlungen unterstützen soll!
So beginnt für Laura die erste wirkliche Detektivarbeit und die ist viel komplizierter, als nur kopulierende Paare heimlich mit einer in der Luft schwebenden Kamera abzulichten.
Anfangs hatte ich etwas Probleme in das Buch hineinzufinden. Laura nervte mich, ich empfand sie etwas als einen Jammerlappen, wie sie sich immer als Freak bezeichnete und betonte, daß sie eigentlich keine Freunde habe. Da sie nun ihre Unsichtbarkeit steuern konnte (nein, sie wird nicht automatisch unsichtbar, sobald sie nackt ist, Romantik ist also noch durchaus möglich), konnte ich sie deutlich besser verstehen, als ich wußte, daß ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen als sie 4 war und ihre Oma das Haus nie verließ…. Das ist dann doch mehr, als ein Kinder verkraften kann. Einen Freund scheint Laura noch nie gehabt zu haben, zu schade um ihre umfassende Dessous-Kollektion in den Farben des Regenbogens. Nein, Laura’s farbenfrohe Unterwäsche hat deutlich klangvollere Farbbeschreibungen wie: zitronenfaltergelb, polizeiuniformblau oder Zuckerwatterosa. Und so tragen die Kapitel auch die Namen der Farbe der jeweils aktuellen Unterwäsche. Das irritierte mich anfangs, aber irgendwann nahm mich die lockere Geschichte doch gefangen. Wie sollte Laura, die von echter Ermittlungsarbeit keine Ahnung hat, den Fall aufklären, an dem die Polizei sich die Zähne ausbiss? Und dann noch gleichzeitig mit Erik ein Team bilden, mit dem sie doch so rein gar nicht zu verbinden scheint? Vielleicht hat Laura mein Herz erobert, durch ihre Liebe zu ihrem kleinen Garten, oder auch nur, weil ich ihren Ekel mit nackten Füßen über gewisse Böden zu laufen so gut verstehen kann? Wer weiß! Auch wenn ich eine Ahnung hatte, wer der Mörder war, so hat mich der Showdown dann doch überrascht. So hatte ich ihn nicht kommen sehen!
Am Ende sind mehr lose Fäden vorhanden, als unbedingt nötig sind, um auf Band 2 neugierig zu machen, denn eigentlich reicht es mir schon Laura zu mögen und sie bei ihrem detektivischen Aufstieg begleiten zu können. Ich hoffe, die noch offenen Fragen klären sich im nächsten Band.
Schöne leichte Chick-lit mit Krimiflair und mehr als nur ein Hauch des unerklärlich magischen.
Für entspannte Sommerlektüre auf dem Balkon oder dem Strand, für ein Lächeln im Gesicht zu empfehlen mit 4 von 5 Sternen!