Samstag, 23. Juli 2016

Interview mit Christiane von Laffert inkl. Verlosung


Liebe Christiane, würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?
Sehr gerne! Ich heiße Christiane, bin 41 Jahre alt und wohne gemeinsam mit meinem Mann und unseren Söhnen in Hamburg.

„Herz verloren, Glück gefunden“ war ja Dein Erstlingswerk? Gibt es schon konkrete Pläne für Deinen nächsten Roman?
Ich selber habe natürlich schon konkrete Pläne. Ich glaube, wenn man einmal anfängt zu schreiben und sich diese fiktive Welt aufgebaut hat, ist es schwer, diese wieder zu verlassen. Bei meinem neuen Roman stecke ich aber noch mittendrin, so dass ich noch nicht allzu viel dazu erzählen kann.

Wie viele Entwürfe liegen bei dir zuhause herum? 
Während ich an einem Roman schreibe, lese und bearbeite ich das Manuskript ausschließlich auf dem Rechner. Allerdings habe ich rechts und links von mir viele lose Blätter liegen auf denen ich mir handschriftlich Notizen mache. Mein Schreibtisch sieht daher immer chaotisch aus, aber mich stört das nicht und es ist auch noch nie etwas bei mir weggekommen oder übersehen wurde (ich überweise auch meine Rechnungen pünktlich J).
Erst wenn ich wirklich zufrieden bin, fange ich an, die Kapitel auszudrucken. Natürlich wird auch dann noch viel geändert. Ich glaube, ich habe ungefähr sechs Entwürfe von „Herz verloren, Glück gefunden“ bei mir im Schrank.


In welchem Genre möchtest Du überwiegend schreiben oder bist du da noch nicht festgelegt? 
Doch, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich immer im Genre Liebesroman schreiben werden. Es würde mich allerdings reizen, Bestandteile eines Familienromans oder sogar eines historischen Romans dabei einfließen zu lassen. Definitiv ausschließen kann ich für mich Science-Fiction, Fantasy und Thriller. Das könnte ich niemals schreiben.

Gibt es etwas, dass Dich beim Schreiben sehr stört oder im Gegenteil eher beflügelt?
Es stört mich sehr, wenn ich beim Schreiben dauernd unterbrochen werde. Wenn ich schreibe, bin ich in einer anderen Welt. Das was ich schreibe, muss ich auch fühlen können. Wenn dann jedoch ständig jemand ins Zimmer kommt und fragt: „Wie lange schreibst du noch?“ oder „Wann essen wir denn?“ hat es keinen Sinn. Am liebsten schreibe ich daher, wenn ich allein zu Hause bin.

Und natürlich gleich die Standardfragen:
Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Schreiben hatte schon immer eine ganz besondere Bedeutung für mich. Ich glaube, ich kann mich schriftlich auch besser ausdrücken als mündlich. In meiner Zeit als PR-Beraterin hatte ich das Glück, viel schreiben zu dürfen. Hierbei handelte es sich natürlich in erster Linie um die klassischen PR-Texte für Broschüren, Flyer oder die normalen Medien. Einen ganzen Roman zu schreiben, habe ich mir natürlich immer traumhaft vorgestellt, mich aber nie wirklich an die Umsetzung gewagt. Als ich dann eines Abends schließlich doch angefangen habe, ging es mir mehr um das Schreiben an sich. Das Ziel, diesen Roman zu veröffentlichen, hatte ich die ersten 60 Seiten noch nicht vor Augen.

Woher nimmst Du die Ideen für das Buch/die Bücher?
Also sowohl bei „Herz verloren, Glück gefunden“ als auch bei meinem zweiten Roman habe ich mir zuerst Gedanken darüber gemacht, was uns manchmal daran hindert, das ganz große Glück zu erleben. Und ich glaube, dass es teilweise die Erwartungen sind, die wir an uns stellen und natürlich auch die gesellschaftlichen Erwartungen, an denen wir uns messen. Dieser oberflächliche Perfektionismus hindert uns oft daran, unsere ganz eigene Perfektion zu erkennen. Ich habe ganz bewusst eine 40-jährige Hausfrau und Mutter als Hauptperson gewählt, um zu verdeutlichen: Auch in diesem Alter kann man seinem Leben noch eine ganz andere Richtung geben und Krisen und Tiefschläge sind nicht nur da, um zu fallen, sondern vor allem, um sich zu erheben. Die entsprechende Geschichte habe ich dann dazu geschrieben. Es war sicherlich dabei sehr hilfreich, dass mein Freundes-und Bekanntenkreis und natürlich auch ich im gleichen Alter sind wie die Hauptperson.

Sind deine Hauptfiguren durch Freunde oder Bekannte inspiriert oder völlig frei erfunden?
Sie sind frei erfunden, wobei ich gerade Victoria, also die Hauptperson, versucht habe, so realitätsnah wie möglich darzustellen. Also keine langbeinige Schönheit, sondern eine normalgebaute Frau mittleren Alters, die wie die meisten Mütter hin-und hergerissen ist zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und denen der Kinder.

An welchem Projekt/Buch arbeitest Du aktuell?
Zu meinem neuen Buch kann ich noch nicht viel sagen, weil ich gerade erst das erste Drittel fertig geschrieben habe. Es wird sich jedoch wieder mit gesellschaftlichen Zwängen, der Angst vorm Versagen und falschem Stolz befassen.

Wer bekommt deine Bücher zuerst zu lesen?
Also das fertige Manuskript bekommt zuerst mein Agent zu lesen. Seine Meinung zählt. Die fertigen Bücher von „Herz verloren, Glück gefunden“ habe ich zuerst meiner Mutter, meiner Schwester und meinen besten Freundinnen gegeben.

Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)
Wenn ich nicht schreibe, mache ich all die wunderbaren Dinge, die andere Mütter auch tun: einkaufen, kochen, Hausaufgabenkontrolle etc. , aber im Großen und Ganzen bringt es mir auch viel Spaß (kleinere Ausnahmen inbegriffen J) Als ich schwanger war, stand für mich ganz klar fest, dass ich nach der Geburt weiterarbeiten würde, aber dann habe ich keine passende Betreuung gefunden und schließlich habe ich mich mit meiner neuen Rolle angefreundet.

Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?
 Als Kind habe ich leidenschaftlich Briefmarken und Spieldosen gesammelt, aber jetzt, wo ich zwei Jungs habe, die von Panini-Fußballkarten bis hin zu leeren Cola-Dosen, alles Mögliche in ihrem Zimmer stapeln, ist meine eigene Sammelleidenschaft auf der Strecke geblieben. Jetzt freue ich mich eher über leere Regale.

Treibst du Sport?
Oh ja, ich liebe Sport. Allerdings steht Sport auf meiner Prioritätenliste nicht ganz oben, so dass ich auch mal vier bis fünf Wochen ohne Sport auskommen muss, wenn keine Zeit da ist. Wenn ich Zeit habe, gehe ich sehr gerne zum Pilates oder zum Tennis.

Hast Du eigene Tiere? Wenn ja, welche?
In meiner Kindheit hatten wir immer Hunde. Zuerst einen Dackel, dann einen Rottweiler und schließlich einen Labrador. Meine Kinder haben leider nur Fische. Wir diskutieren aber regelmäßig über einen Hund. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ein Hund in unseren jetzt schon so vollgestopften Alltag passen würde.

Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?
Nein, ich bin ein sehr sicherheitsorientierter Mensch. Ich würde das Geld anlegen und mich nur an dem Gedanken erfreuen, eine Sicherheit fürs Alter zu haben J.

Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?
Hm, gute Frage. Die solltest Du meinen Freunden stellen. Ich denke und hoffe aber, dass sie mich als zuverlässig und immer-für-sie-da beschreiben würden.

Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?
Himmel, ich hoffe, ich habe keine Feinde! Höchstens Menschen, die mich nicht mögen. Tja, wie würden die mich beschreiben? Zwei Mütter aus dem Kindergarten, in dem meine Jungs waren, sagten, ich wäre so arrogant, weil ich sie beim Einkaufen nie grüßen würde. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich arrogant bin, sondern dass ich meistens in Gedanken versunken bin. Also ein dickes Entschuldigung an dieser Stelle an alle, die mich kennen und die ich mal nicht gegrüßt habe… es war nicht böse gemeint!

Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?
Definitiv Tee! Kaffee mag ich gar nicht.

Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?
Ich liebe Sylt. Es gibt keinen anderen Ort für mich, an dem ich mich besser erholen kann. Allerdings versuche ich die Hauptzeiten wie Ostern oder Pfingsten zu meiden. Da ist es mir zu voll auf der Insel.

Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!
Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?
Mein erstes Buch, das einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, war von Rebecca Ryman „Wer Liebe verspricht“. Ich glaube, ich war ungefähr 16 Jahre alt. Ach, das Ende habe ich ungefähr fünfmal gelesen – es war so schön!

Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?
Als letztes habe ich von Lucinda Riley „Helenas Geheimnis“ gelesen - wie jedes ihrer Bücher wieder grandios geschrieben. Klitzekleiner Kritikpunkt: Die Hauptperson ist mir zu perfekt, zu schön, zu unnahbar und zu beliebt. Aber abgesehen davon, ein fantastisches Buch!
Jetzt lese ich gerade von Mary Kay Andrews „Sommerprickeln“. Das Buch hat mir eine Freundin geschenkt. Es ist leicht und locker zu lesen und ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte entwickeln wird.

Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?
Es gibt viele großartige Bücher, die mich beeindruckt und beschäftigt haben. Eines von ihnen ist definitiv „Heimkehr“ von Rosamunde Pilcher. Wenn man den Namen Rosamunde Pilcher hört, denkt man zuerst an die kitschigen Verfilmungen, die Sonntag Abend im ZDF laufen und bei denen man schon nach zehn Minuten den Ausgang erahnen kann. Aber Rosamunde Pilcher hat auch sehr tiefsinnige berührende Bücher geschrieben. „Die Muschelsucher“ gehört auch dazu. Diese Bücher handeln von jungen Menschen, denen der Krieg die Jugend gestohlen hat und die geliebte Menschen im Krieg verloren haben. Trotz all dieser Tragik verlieren sie nicht ihren Lebensmut. Das Lesen dieser Bücher hat mich sehr berührt und obwohl es wirklich lange her ist, dass ich diese beiden Bücher gelesen habe, kann ich mich noch an alle Einzelheiten erinnern.

Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?
Akzeptiere oder verändere.

Und zum Abschluss:
Gibt es eine Figur aus Deinem Buch oder einem geplanten Projekt, mit der Du Dich liebend gerne mal auf einen Kaffee zusammensetzen würdest?
Es gibt kaum Menschen, mit denen ich mich nicht gerne mal auf einen Kaffee zusammensetzen würde. Ich finde es immer spannend, mich mit Menschen auszutauschen und zu hören, was sie beschäftigt, was sie nervt und was sie glücklich macht.

Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?
„Können wir Deinen Roman verfilmen?“ HiHi. Über diese Frage würde ich mich sehr freuen :-).

Und hier kannst Du Dich nochmal frei entfalten, wenn Du magst ;-)
Erst einmal ein dickes Dankeschön an Dich, liebe Meike, dass Du mich zu diesem Interview auf Euren tollen Blog eingeladen hast! Es ist klasse, mit Euch kommunizieren zu können! Und natürlich 1000 Dank allen Lesern, die „Herz verloren, Glück gefunden“ gelesen haben. Es gibt so viele tolle Bücher, dass es eine große Ehre und Freude für mich ist, dass Ihr auch mein Buch gelesen habt! Danke!! 

Wir bedanken uns bei Christiane recht herzlich für diese Interview. Außerdem dürfen 3 Exemplare von Herz verloren, Glück gefunden verlosen.
Dafür müsst ihr uns bis zum 29.07.16 um 23.59 Uhr folgende Frage beantworten:
Im Roman meint die beste Freundin der Protagonistin Viktoria, dass sie für den gemeinsamen Kurztrip doch einfach in eine andere Rolle schlüpfen soll. In was für eine Rolle würdet ihr gerne mal für ein paar Tage schlüpfen?