Dienstag, 12. Juli 2016

Ich hatte mich jünger in Erinnerung







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.01.2016
  • Verlag : Knaur Taschenbuch
  • ISBN: 9783426787632
  • Flexibler Einband 224 Seiten
  • Genre: Sachbuch 

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Tja, wer kennt es nicht, diesen verblüfften Blick in den Spiegel, wenn man sich selbst zurückblinzelt und spontan denkt: „eigentlich hatte ich mich jünger in Erinnerung!“ Mein Mann nennt das Phänomen „auf älteren Fotos sehe ich jünger aus“. Dieses Buch widmet sich in kurzen Geschichten, Kolumnen, Anekdoten, Überlegungen den Besonderheiten des Alterns bei Frauen. Mit Augenzwinkern geht es um die Vor- und Nachteile. Oh ja, es gibt auch Vorteile! Die wachsende Weisheit, die zunehmende Gelassenheit und die Fähigkeit „Nein!“ zu sagen.

Dabei werden in die Geschichten mal aus dem Blinkwinkel der Geschiedenen alleinerziehende Mädelsmutter, mal aus Sicht der treusorgenden Ehefrau und Mutter von Sohn und Tochter geschildert. So ist für jede Leserin genug Wiedererkennungswert dabei, wenn auch nicht jede Geschichte wie die Faust auf’s Auge paßt. Das Schmunzeln und das nickende „Ja, ja, so isses!“ sind jedoch garantiert. Dabei lernt man noch so einiges. Ich weiß nun, daß Puma auf Englisch „Puma“ heißt (wollte ich dank John „Cougar“ Mellencamp schon ewig wissen und war nur zu faul nachzuschlagen) und so das Phänomen von Madonna und Demi Moore, ältere Frau mit jungem Lover genannt wird. Schön auch das Zusammentreffen von pubertierender Tochter und Mutter in den Wechseljahren! Aber die Beiträge sind wirklich breit gestreut. So kommen immer mal wieder zwischen durch kleine „Theaterstücke“ vor, oder Gedanken, wie sich mit steigendem Alter die Frau auf Geschäftsreise verändert, die Angst vor jüngerer Konkurrenz im Beruf und vice versa, oder der Banküberfall mit greiger Feinstrumpfhosenmaske zur Schließung der Rentenlücke.

Aber ist das Altern für Frauen wirklich so viel schwer als für Männer? Der Anblick der Haarschöpfe von Gerhard Schröder, Jogi Löw und Jürgen Klopp lassen mich daran langsam ebenso zweifeln, wie das zu stark geliftete Gesicht des einst so markanten Rupert Everett. Ja, nicht nur die Lila-Latzhosen haben zur Emanzipation der Frau geführt, auch die Männer haben sich, was ihr Aussehen anbelangt bisweilen emanzipiert….

Ich finde das Buch wirklich toll für Zwischendurch, den Strand, den Pool….. die variablen Längen der Beiträge sind für jede noch so kurze oder etwas längere Entspannungspause geeignet. Und haben wir nicht alle eine Freundin, die ein wenig Lese-Botox zur Stimmungsaufhellung gebrauchen kann? Ich weiß schon wer mein nächstes „Opfer“ dieses Buchgeschenkes sein wird!

Ja, und als optimales Geschenk, kommt es auch schon in der geeigneten „Verpackung“ daher! Allein schon die Sprüche im Klappeinband, die dort in unterschiedlichen, fröhlichen Farben abgedruckt sind, haben mich zum Lachen gebracht. Das Buch ist nicht nur kurzweilig, sondern auch kurz. Daher ist es ebenso für Gestresste, wie auch für eigentliche Lesemuffel zu schaffen und für Vielleser nicht nur in ärztlichen Wartezimmern, wenn denn nun schon die Zipperlein kommen, sondern auch zwischen zwei Büchern, um den Kopf frei zu bekommen.

Die Autorinnen sind von Hause aus Journalistinnen und Vollblutautorinnen und wie wir alle, werden auch sie älter und tragen es (meistens) mit Humor!

Kurzweilig und vielseitig! 4 von 5 Sternen!