Dienstag, 26. Juli 2016

Ausgeschifft: Lissie Sommer ermittelt wieder







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 15.07.2016
  • Verlag : Midnight
  • ISBN: 9783958190801
  • E-Buch Text 190 Seiten 

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Eine Kreuzfahrt die ist lustig, eine Kreuzfahrt die ist ... kriminell

Lissie hat nach ihrem ersten Fall (Ausgeplappert) ihr Leben komplett umgekrempelt und arbeitet nicht mehr im Reisebüro sondern hat die Apfelweinkneipe „Grünes Kränzchen“ übernommen. Der Laden brummt und Lissie ist mehr als urlaubsreif. Ihre gewohnt überbesorgte Mama nimmt dies zum Anlass, eine Kreuzfahrt für die ganze Familie – ja, richtig gelesen, mit Mama und Papa! – zu buchen. Am Ende kann Lissie noch froh sein, dass sie wenigstens eine eigene Kabine bekommt. Aber auch das hat Mutti nicht ohne Grund gemacht: Kommissar Sebastian Loch, der schon bei Lissys erstem Fall mit von der Partie war, bekommt im Reisebüro die gleiche Reise eingeredet ...
Auf dem Schiff begegnen Lissie noch weitere Bekannte. Der verschrobene Privatdetektiv Schneider ist in einem geheimen Auftrag an Bord, ihre schwulen ehemaligen Nachbarn Tim und Tobi machen ebenfalls Urlaub und ihr als Drogendealer verurteilte Ex-Freund Charly arbeitet ausgerechnet auf diesem Schiff als Fitnesstrainer.
Bereits am ersten Morgen findet Lissie eine Leiche im Pool. Alles sieht nach einem Herzinfarkt aus und trotzdem ist es komisch. Der Tote ist der neue Nachbar von Tobi und Tim, gut situiert und verheiratet. Warum trat er dann in der Travestie-Show an Bord auf?! Und was hat es mit den kleinen weißen Tütchen auf sich, die plötzlich immer wieder auftauchen??? Und da ihr niemand glaubt, ermittelt Lissie allein unter Einsatz ihres Lebens ...

Lissies zweiter Fall hat mir wieder gut gefallen, auch wenn mir das zufällige Aufeinandertreffen der ganzen Protagonisten dann doch etwas zu dick aufgetragen war. Aber der Humor der Autorin ist genau meins und zudem lebt das Buch von den herrlich skurrilen und überspitzten Personen.
Lissie ist immer noch genau so neugierig und dabei etwas schusselig wie beim ersten Fall. Kommissar Sebastian Loch ist sehr cool und seeehr gutaussehend. Die Geplänkel zwischen den Beiden muss man einfach mögen und (Vorsicht Spoiler) sie bekommen sich dieses Mal sogar nackt zu sehen ;-).
Wie Schneider es schafft, sein Geld als Privatdetektiv zu verdienen wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, es gibt wohl kaum jemand Ungeeigneteren – nicht besonders helle im Kopf oder motiviert und mit der perfekten Tarnung wird das wohl auch nie was.
Lissies Eltern sind genial: einerseits versuchen sie Lissie auf Teufel komm raus mit dem Kommissar zu verkuppeln, andererseits fahren sie mit ihr in den Urlaub und mischen sich immer im ungünstigsten Moment ein. Besonders gefallen hat mir, wie sie den Kapitän wegen des Todesfalls moralisch unter Druck setzen und so diverse Zusatzleistungen rausholen. Sie probieren wirklich alles aus, was man an Bord so geboten bekommt, selbst wenn dafür die Erholung auf der Strecke bleibt!
Tim und Tobi sind genau das, was man sich unter einem schwulen Kölner Pärchen vorstellt – nachts Party und morgens in die Muckibude, damit sie ihre durchtrainierten Bodys behalten.
Auch die „Nebendarsteller“ sind wieder sehr gut gelungen, seien es die extrem überspannten Transvestiten, diverse (nicht immer gleich erkennbare) Bösewichte und nicht zuletzt Lissies Ex-Freund Charly, der sich plötzlich wieder auffallend um sie bemüht.
Für mich hätten es zwar gerade zu Beginn ein bis zwei Hinweise weniger zum Hintergrund der Tat sein können, aber vielleicht kommen andere Leser ja nicht ganz so schnell auf den Täter.
Alles in allem hat mich „Ausgeschifft “wieder sehr gut unterhalten und so vergebe ich hier gern 4 von 5 Sternen.