Freitag, 22. Juli 2016

Auf immer, nicht ewig

Konnte mich leider nicht überzeugen


von Tania Kindersley


Format: ebook
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: Endeavour Pres
Genre: Roman

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Auf einer Party treffen die ruhige Ash und die eher extravagante Virge das erste Mal aufeinander. Wenig später begegnen sie sich in Oxford wieder und schon bald verbindet beide trotz aller Unterschiede eine enge und besondere Freundschaft. Ash ist von Virge, ihrem Leben und ihrem Freundeskreis fasziniert und lässt sich nur zu gerne mitreißen. Im Gegenzug scheint sie manches Mal eine gewisse Erdung für Virge darzustellen, so dass sich die beiden stets ergänzen. Über viele Jahre hinweg ist die Freundschaft der beiden unzerrüttbar, doch kann sie auch allen bitteren Erfahrungen standhalten, denen die beiden begegnen?

Die Autorin Tania Kindersley schildert diese besondere Freundschaft rückblickend aus Ashs Perspektive. So gleicht auch der Erzählstil einem langen Bericht, den man vielleicht selbst irgendwann einmal über sein Leben oder einen bestimmten Aspekt darin geben wird.

Virge hat Ash gleich von ersten Moment an nachhaltig beeindruckt. Die Bewunderung für Virges Ausstrahlung und die Leichtigkeit mit der sie alles zu schaffen scheint zieht sich durch das gesamte Buch und nach einer Weile habe ich Ashs scheinbar grenzenlose Bewunderung für Virge als ziemlich anstrengend empfunden, besonders nachdem beide ihren Abschluss hatten und auch Ash gut auf eigenen Füßen stand.

Der Beginn hat mir gut gefallen. Vor allem das erste Treffen der beiden hatte ich direkt bildlich vor Augen. Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte für mich in weiten Teilen dennoch ziemlich dahinplätscherte und ich eigentlich immer darauf gewartet habe, dass mal etwas passiert. Selbst als vor allem zum Ende hin einige dramatische Ereignisse geschildert wurden, schien der Roman irgendwie auf der Stelle zu treten. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht wirklich das Gefühl hatte, dass sich die Protagonisten veränderten und reifer wurden. Lediglich Ash wirkt ganz am Ende ein wenig erwachsener und selbstständiger.

Durch den Schreibstil blieb für mich vieles oberflächlich und vor allem konnten mich nur wenige Szenen berühren. Und auch wenn ich durchaus wissen wollte, wie es weitergeht, konnte mich das Buch nie wirklich fesseln. Es passiert verhältnismäßig wenig und ich hatte keinerlei Schwierigkeiten das Buch aus der Hand zu legen, selbst wenn es mitten im Satz war.

Lediglich die Kapitel 11 und 12 waren für mich sehr gelungen, obwohl sie für mich fast wie in einem Rausch vorbeiflogen. Alles bleibt oberflächlich, dennoch wird ein gutes Gefühl vermittelt und ich denke, dass es für Ash ähnlich gewesen sein wird. Ein verzauberter Sommer, mit netten Leuten, Parties und der ersten große Liebe, so dass sie regelrecht durch die Tage schwebt. Dazu passte der Stil hervorragend, da er den Zauber dieses Sommersemesters wunderbar einfängt.

Leider war dies eines der wenigen Higlights und auch nach der Lektüre weiß ich noch nicht, was ich mit dem Roman anfangen soll. Eins kann ich aber leider schon sagen: er wird mir wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben. Schade, denn der Ansatz war gut und ich fand den Roman auch nicht wirklich schlecht. Er war aber einfach nicht meiner.

Mein Fazit: Ein Roman, der eine wirklich außergewöhnliche Freundschaft erzählt und dessen Stil man einfach mögen muss. Da ich trotz aller Kritik immer wissen wollte, was oder ob noch was passiert, komme ich am Ende zu zweieinhalb bis drei Sternen.