Donnerstag, 2. Juni 2016

Venezianische Schatten






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe: 13.05.2016 
  • Verlag: Midnight 
  • ISBN: 9783958190696 
  • E-Buch Text 242 Seiten 
  • Genre: Krimi
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Nachdem ich gerade Band 1 der Reihe um den venezianischen Commissario Luca Brassoni beendet hatte, konnte ich mit Band 3 Venezianische Schatten fast nahtlos anknüpfen.
Der kaffeesüchtige Schlawiner ist dank der Pathologin Carla Sorrenti ruhiger geworden und genießt sein noch junges Glück, als sie abends zu Fuß durch ihre schöne Stadt streifen. Mit ihrem geschulten Blick entdecken sie eine junge Frau, im Kalten völlig apathisch auf den Stufen einer Kirchentreppe sitzt. Die junge Frau ist offensichtlich schwer traumatisiert und leidet unter schwerer retrograder Amnesie. Kurz darauf wird die Leiche einer jungen Italienerin gefunden, die seit Monaten spurlos verschwunden war und der Unbekannten ohne Gedächtnis erschreckend gleicht, genau wie eine weitere Vermisste. Geht ein Serientäter um? Warum sind die Ermittlungen damals im Sande verlaufen? Commissarion Brassoni schwört, den Fall zu lösen. Als dann auch noch die junge Lernschwester, die sein Kollege Maurizio Goldini bei der Befragung der Unbekannten kennenlernte verschwindet, bekommt der Fall für Goldini eine persönliche Wendung.
Auch ansonsten ist das Privatleben der zwei sympathischen Kommissare gerade sehr turbulent. Durch diese Komplikationen am Rande, kommen einem die Protagonisten auf der Spurensuche näher.
Hinweise zum Mitknobeln gibt es eine Menge. Die Opfer hatten auffällige Gemeinsamkeiten. An Verdächtigen fehlt es den Kommissaren nicht und auch Luca’s Cousin der Journalist Stefan Mayer hat so eine Ahnung, wer denn hinter dieser erschütternden Entführungsserie stecken könnte. Dabei geht er gedanklich seine Anhaltspunkte systematisch durch. Wer aufmerksam mitliest und nachdenkt, hat auch eine reale Chance den Täter zu ermitteln. Durch mehrfache Wechsel der Erzählperspektive ist der Leser unmittelbar im Geschehen drin und weiß oft mehr, als die jeweiligen Ermittler, die immer wieder getrennt voneinander losziehen und natürlich nicht wissen, wie des den Opfern gerade geht. Hierdurch ist dieser Krimi so kurzweilig und persönlich geschrieben, daß keine Langeweile aufkommt. Gewürzt mit einer Menge italienischer Sprachwendungen, die aber jeder verstehen kann und den Beschreibungen dieser magischen Stadt, ist dieser Krimi am besten bei gutem Cappucchino mit Schokolade zu genießen. Na ja, vielleicht sogar in Venedig, denn hier jagt ja eine Unwetterfront gerade die nächste.
4 von 5 Sternen!