Samstag, 25. Juni 2016

Emma Laurent - Zwei Welten







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.12.2015
  • Verlag : Ungeheuer + Ulmer
  • ISBN: 9783946061014
  • Flexibler Einband 216 Seiten
  • Genre: Krimi 

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Die 16 jährige Emma Laurent lebt in der nahen Zukunft mit ihrer Familie in München und fühlt sich pudelwohl. Doch ihr Vater ist ein bedeutender Kernphysiker und ständig muß die Familie zu seinen neuen spektakulären Forschungseinrichtungen ziehen. Diesmal geht es in ein streng geheimes Kernfusionsforschungszentrum in der Provence. Dabei sprechen Emma und ihr 10 jähriger Bruder Felix gar kein Französisch! Und dann ziehen  noch nicht mal in eine Stadt, sondern in den eingezäunten hochbewachten Forschungsbereich.
Eines Nachts wird die Familie durch einen Alarm unsanft aus dem Bett gerissen! Alarm! Der Supergau droht! Alle stürmen zum Tor, nur Familie Laurent flüchtet in die Tunnel die zu Dr. Laurents Geheimlabor. Dort werden Emma und Felix als erste Menschen mit der geheimen Zeitmaschine, seinem vertraulichen Forschungsobjekt, in ein paar Wochen zuvor in die Vergangenheit geschickt, um den GAU zu verhindern.
Es ist ein ausgesprochen interessantes Gedankenspiel, eine Zeitmaschine, die nur ein paar Jahre zurück in die Vergangenheit reisen kann und nicht in die Zukunft. Kann man den Lauf der Dinge ändern? Ist es gefährlich das Zeitgeschehen verändern zu wollen und nachträglich Fehler korrigieren zu wollen? Auch die nahe Zukunft ist interessant. Es gibt nur noch Elektrofahrzeuge, die jedoch so unerschwinglich teuer für Normalbürger sind, das die Straßen ziemlich ruhig sind. In die Schule müssen Emma und Felix allerdings immer noch. Auch am Staatsaufbau mit Geheimdiensten und Armeen hat sich nicht viel geändert. Dennoch ist die Geschichte unglaublich spannend. So spannend, daß ich teilweise eine Pause einlegen mußte ;) Schön fand ich, daß die Geschwister sie so unglaublich nahe stehen, trotz des relativ großen Altersunterschiedes. Aber wer alle paar Jahre umziehen muß, der hat keine Freunde, nur Familie. Diese Familie hat es in sich. Felix ist zwar noch jung, aber pfiffig und patent. Dennoch versucht Emma stets ihn zu schützen, was ihr ganz klare Sympathiepunkte bei mir einbrachte. Auch wenn der Roman vor allem auf Spannung und auf „was-wäre-wenn“ Gedanken aufgebaut ist und mit 215 Seiten recht kurz, reifen Felix und Emma in diesen wenigen Zeitsprungwochen unglaublich heran. Sie stellen sich ihrer Verantwortung und wachsen daran. Sie lernen Freund von Feind zu unterscheiden und niemandem außerhalb der Familie wirklich zu trauen.
Der Stil ist so direkt und packend, daß es einen direkt in die Geschichte mithinein zieht. Man muß die Geschwister auch irgendwie mögen. Selbst für ihre teilweise recht krassen Aktionen bei ihrem Kampf zur Rettung der Welt entwickelt man Verständnis. Die Eltern bleiben zwar recht blaß, aber auf sie kommt es in der Geschichte nicht wirklich an. Allein, daß sie aus einem behüteten Elternhaus kommen, harmonisch, aber ständig am Packen von Umzugskisten.
Ich mochte Emma und Felix, ihre Sorgen und Nöte konnte ich nachempfinden und wer weiß, ob dieses Gedankenspiel um kurze Zeitsprünge wirklich so abwegig ist. Interessant ist es alle mal.
Kurze und kurzweilige Spannungsunterhaltung, die einen jedoch ins Grübeln bringt und die man nicht so schnell vergißt.