Sonntag, 19. Juni 2016

Das Eisrosenkind







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 07.03.2016
  • Verlag : Acabus Verlag
  • ISBN: 9783862824137
  • Flexibler Einband 296 Seiten
  • Genre: Krimi
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Die Trierer Ermittlerin Christine Bernard verläßt gerade ein klassisches Konzert in der Europa-Halle, in dem ihr neuer Freund Torben als Cellist mitwirkte, als ihr freier Tag jäh durch einen Anruf der Kollegen beendet wird. Sie soll vorzeitig in den Einsatz, da ihr weibliches Feingefühl gefragt ist, bei der verzweifelten Mutter einer verschwundenen Achtjährigen im sozialschwachen Trierer Norden.

Der Verbleib des Kindes ist schleierhaft, Mantrailer und Suchtrupps werden losgeschickt. Ein Hund findet die Leiche eines rund achtjährigen blonden Mädchens, in Eis gefroren am Ufer der Mosel. Der Fall der verschwunden Rosalia Lemke scheint auf die schrecklichste mögliche Weise gelöst zu sein. Doch stellt es sich heraus, daß dieses Opfer zwar eine verblüffende Ähnlichkeit mit der vermissten Rosalia aufwies, aber bereits seit 12 Jahren verschwunden ist. Kann Christine Bernard beide Fälle aufklären und die kleine Rosalie noch lebend finden?

Dies ist Band 2 der Reihe um die Trierer Ermittlerin Christine Bernard. Man kann gut einsteigen, auch ohne den Vorgängerband zu kennen, für die persönlichen Verwicklungen von Christines Privatleben scheint es jedoch empfehlenswert mit Band 1 zu beginnen. Die Beschreibungen der Stadt haben mir sehr gut gefallen. Sehr bildlich konnte ich mir vorstellen, wo Christine und ihre Kollegen gerade ihren Spuren folgten. Nur schienen sie keine Spuren zu haben. Sie drehten sich im Kreis und fingen immer und immer wieder am Startpunkt an, versuchten aber ihre Perspektive zu ändern.

Mir wären sofort noch 2 Ansätze einfallen, die hier aber überhaupt nicht verfolgt wurden. Kein Wunder, waren diese Parallelen doch reine Zufälle. Solche Zufälle gibt es meiner Erfahrung nach aber nicht. Das Nichtverfolgen dieser für mich augenscheinlichen Ansatzpunkte, belastete mein Lesevergnügen. Auch wurde ich mit den Personen nicht so richtig warm. Ich habe lange darüber nachgedacht, woran das liegen könnte. Ich denke, es liegt daran, daß die Personen meist mit Vor- und Nachnamen benannt und teilweise noch mit Dienstgrad. Eigentlich ist die Handlung aus der Perspektive er Kommissarin geschrieben, es hätte daher völlig ausgereicht meist nur von Christine oder die junge Kommissarin zu sprechen. Stattdessen erscheint immer wieder „Kommissarin Bernard“ oder sogar „Kommissarin Christine Bernard“. Auch die Kollegen werden meist mit Thorsten Kluge und Jörg Rottmann bezeichnet. Vor- oder Nachnamensnennung alleine, hätte die Schilderung vertrauter wirken lassen. So kam bei mir leider keine echte Beziehung zu der manchmal etwas verbohrten Ermittlerin auf.

Es gibt auch durchaus spannende Passagen, in denen die Protagonistin in höchster Gefahr schwebt. Allerdings fand ich an einem Punkt gerade die Verfolgungsjagd zum Schluß problematisch, da ich ihren Startpunkt und auch den mittleren Höhepunkt unlogisch fand. Die Verdächtigen und der Täter entkommen mir zu oft und zu leicht. Das hinterläßt bei mir einen schalen Nachgeschmack. Den übrigen Teilnehmern der Leserunde, schien dies jedoch nicht negativ aufzustoßen, das waren meine persönlichen Probleme mit diesem Krimi

Der Krimi war wirklich sehr flüssig geschrieben und es machte mir auch wirklich Spaß die Ermittlungen rund um meine alte Heimat zu verfolgen. So mußte ich z.B. grinsen, als der Täter bei der Flucht auf das Polizeipräsidium zulief. Kennt man sich dort aus, sieht man es kommen. Dafür und die interessanten Erörterungen zum Fall Rosalia Lombardo gibt es 3 von 5 Sternen.

Ich danke dem Verlag ganz herzlich für dieses Rezensionsexemplar