Sonntag, 1. Mai 2016

Die schwarze Orchidee






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 29.03.2016
  • Verlag : Amazon Publishing
  • ISBN: 9781503935730
  • Flexibler Einband
  • Genre: Krimi







Lady Jane und ihr Mann David Wescott sind glücklich und verliebt, obwohl sie eigentlich nur eine Vernunftehe geplant hatten. Deshalb ist David auch nicht gerade begeistert, als Janes Freundin Alison sie um Hilfe bittet. Alison ist bei ihrer Cousine Charlotte zu Besuch in Winston Park, Northumberland, wo unheimliche und gruselige Dinge geschehen. Eine Dienstmagd verschwindet, im Haus scheint es zu spuken, die Hausherrin Charlotte dreht langsam durch und ihr Mann Frederick interessiert sich nur für seine Orchideensammlung. Also reist Jane heimlich nach Northumberland. Dort angekommen stellt sie fest, dass die Situation sogar noch suspekter ist als befürchtet: die Hausherrin scheint sehr krank zu sein, die Erzieherin der Kinder ist extrem herrisch und die Angestellten tuscheln ...
Richtig spannend wird es, als in London ein Angestellter eines Orchideenhauses getötet wird und fast zur gleichen Zeit die Leiche einer vermissten Magd im Moor auftaucht!

Während Lady Jane und David in England ermitteln, findet in Südamerika eine regelrechte Jagd nach der berühmten schwarzen Orchidee statt. Diese Suche wird so bildlich beschrieben, dass ich das Gefühl habe, dabei zu sein. Die Orchideenjäger nehmen den Tod ihrer Begleiter, aber auch den eigenen dabei billigend in Kauf, denn sie verdienen damit extrem viel Geld. Und das müssen sie auch, denn die Expeditionen verschlingen ganze Vermögen ...

„Die Schwarze Orchidee“ ist der zweite Band der Reihe um Lady Jane und spielt im viktorianischen England. Man versteht ihn aber, auch ohne den ersten Band („Die Tote von Rosewood Hall“) zu kennen.
Die Protagonisten haben mir wieder ausnahmslos gut gefallen. Jane ist eine sehr selbstbewusste und wissbegierige Frau, die sich von keinem Mann (auch nicht ihrem eigenen) in ihre Schranken weisen lässt. Dadurch kommt es immer wieder zu amüsanten Wortgefechten mit „der Krone der Schöpfung“. Ihr Mann ist zwar ein ehemaliger Soldat und damit abgehärtet, aber bei Jane schmilzt er regelmäßig dahin ;-) und auch sonst hat er ein weiches Herz. Ich mag ja auch sein Faktotum Blount sehr – immer im Hintergrund aber alles im Blick. Ihn hab ich seit dem ersten Band in mein Herz geschlossen.
Die Bewohner von Winston Park sind irgendwie sonderbar: die Hausherrin hat vor irgendetwas Angst und wird immer kränker; ihr Mann hat sie nur wegen ihrer Mitgift geheiratet und macht daraus auch keinen Hehl; auch das Personal hat Angst und wirklich alle scheinen ein Geheimnis zu haben.
Bald kommt der Verdacht auf, dass die beiden Todesfälle nicht nur durch die Orchideen verbunden sind.

Annis Bell (die Autorin) hat hier wieder einen sehr schönen historischen Krimi mit einem ordentlichen Schuss Romantik verfasst. Es ist sehr spannend, sie legt genügend falsche Fährten, sorgt für Verwirrungen und man tappt lange im Dunklen. Und obwohl ich mir bei einem Täter relativ schnell sicher war, habe ich seine Beweggründe bis zum Ende nicht allein enträtseln können.

Für dieses fesselnde Lesevergnügen vergebe ich sehr gern die volle Punktzahl!