Montag, 4. April 2016

Interview mit Ulrike Busch - inkl. Verlosung



Liebe Ulrike, vielen Dank, dass wir uns nach dieser tollen Leserunde letztes Jahr auf der Leipziger Buchmesse persönlich kennengelernt haben und Du uns auch für ein Interview zur Verfügung stehst.
Ich kenne Dich jetzt zwar schon viel besser, aber würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Ulrike Busch. Ich bin in Essen geboren und aufgewachsen und habe schon als kleines Kind davon geträumt, im Norden zu leben – da, wo das Land grün und flach ist und wo man dem Meer nahe ist. Nach dem Studium der Sprachwissenschaften in Bochum und Pisa hat der Zufall mich nach München gelotst. Zwei Jahre später habe ich mir eine Stelle in Hamburg gesucht. Seitdem lebe ich im Norden dieser wunderschönen Stadt, dicht an der Grenze zu Schleswig-Holstein.


Welches Buch war Dein Erstlingswerk?

Mein erstes Buch war „Himmelhochjauchzendhellblau“, ein Liebesroman für Senioren. Das Buch spiegelt auf humorvolle Art den Mikrokosmos wider, den man in besseren Seniorenwohnanlagen vorfindet. Zu diesem Buch inspiriert wurde ich durch meine Beobachtungen aus der Zeit, die meine inzwischen verstorbene Mutter in einer sehr schönen Seniorenwohnanlage in der Nähe Hamburgs verbrachte.


Wie viele Bücher hast Du bisher veröffentlicht?

Drei; das vierte wird im Sommer erscheinen, und Nummer fünf ist in Arbeit.


In welchen Genres schreibst Du überwiegend?

Zwei der vier Bücher sind Nordseekrimis, das fünfte wird ein Spannungsroman. Bei diesen beiden Genres werde ich bleiben.


Und natürlich gleich die Standardfragen:

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Das Schreiben ist seit jeher mein Beruf. Eine halbe Ewigkeit war ich als Texterin und Technische Redakteurin in technologischen Unternehmen angestellt, seit 2003 bin ich freiberuflich selbständig. Ende 2012 hatte ich plötzlich das Verlangen, etwas Nicht-Technisches zu schreiben. So entstand mein erstes Buch. Als es fertig war, habe ich mit dem nächsten begonnen. Heute ist das Bücherschreiben mein beruflicher Schwerpunkt.


Woher nimmst Du die Ideen für das Buch/die Bücher?

Das ist witzig: Noch während ich an einem Buch arbeite, denke ich mir über Wochen und Monate hinweg zig Ideen für das nächste Buch aus. Ich notiere sie, schiebe die Zettel hin und her, hefte sie ab, hole sie wieder hervor. Und auf einmal fliegt mich von irgendwoher ein völlig anderes Thema an und ich spüre: Das ist es! Dann lege ich all die Zettel beiseite und stürzte mich auf dieses angeflogene Thema.


Wie lange brauchst Du für ein Buch?

Ungefähr fünf, sechs Monate.


Wer bekommt die Bücher zuerst zu lesen?

Einige wenige Testleser.


An welchem Projekt/Buch arbeitest Du aktuell?

An zwei Projekten: Mein nächster Krimi – „Jaspers letzter Flirt“ mit dem Kommissars-Duo Knudsen/Zander – wird voraussichtlich im August 2016 erscheinen. Das Manuskript befindet sich derzeit im Lektorat, hier steht also noch die Überarbeitung an. Parallel dazu habe ich mit einem Spannungsroman begonnen.


Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)

Ich lese sehr gern, aber ich bin auch ein Bewegungsmensch und gehe bei Wind und Wetter raus.



Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?

Ich bin eher ein Wegwerfer als ein Sammler. Mit einer Ausnahme: Wenn ich auf Amrum oder Sylt bin, hebe ich so ungefähr jeden zweiten Stein und jede dritte Muschel auf. Viele davon nehme ich mit nach Hause und deponiere sie überall in meiner Wohnung. Aber vor jedem Nordseeurlaub suche ich wieder ein paar Stücke aus und bringe sie zurück in ihre „Heimat“.


Treibst du Sport?

Ja! Ich gehe regelmäßig ins Fitness-Studio, mache Kardio- und Gerätetraining oder schwimme 1000 Meter; wir haben ein Sportbecken in unserem Studio. Anschließend geht’s natürlich in die Sauna. Wenn die Temperaturen nicht zu kühl sind, fahre ich sehr gern Fahrrad.

Hast Du eigene Tiere? Wenn ja, welche?

Leider nein. Als ich noch bei meinen Eltern lebte, hatte ich ein Pferd; ich musste das Reiten aber leider aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Außer Pferden liebe ich Hunde und Katzen. Ich weiß aber, wie viel Zeit und Zuwendung ein Tier braucht. Mein Leben ist so ausgefüllt, dass ich dem nicht gerecht werden könnte.


Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?

Mein jetziges Leben ist wunderschön. Auch mit einer Million auf dem Konto würde ich so weiterleben wie bisher. Das, was ich mir am meisten wünsche, kann man leider auch mit viel Geld nicht bekommen: Nämlich, dass die Menschen überall auf der Welt endlich in Frieden und frei von Terrorismus leben können.


Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?

Hm, das solltet Ihr besser meine Freunde fragen.


Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?

Meine Feinde? Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt welche habe. Ist das Leben nicht viel zu wertvoll, um sich mit Feinden zu umgeben?


Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?

Tee, Tee und nochmals Tee! Ich liebe den Duft von Kaffee, den Geschmack mag ich aber gar nicht. (Achtung, Tee-Puristen: Den nächsten Satz bitte überspringen!) Zum Frühstück trinke ich Earl Grey, am Vor- und Nachmittag bevorzuge ich aromatisierte Grüntees, zum Beispiel Sencha mit Zitronen- und Ingwerstückchen oder mit Kiwi und Erdbeere.


Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?

Der Himmel auf Erden ist für mich die Aussichtsplattform an der Wattseite von Nebel auf Amrum, die man über einen Steg erreicht und die ein Stückchen ins Watt hineinragt. An manchen Abenden bin ich ganz allein dort, und dann ist es ein regelrecht spiritueller Ort.


Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!
Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?

Ich glaube, es war eins dieser Pixi-Bücher; die habe ich verschlungen.


Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?

Zuletzt habe ich „Labyrinth – Elixier des Todes“ von Preston & Child gelesen, einen der Thriller um Special Agent Pendergast. Zurzeit lese ich lese ich den Ostseekrimi „Granat für Greetsiel“ von Dirk Trost; mich interessiert natürlich brennend, was die Kollegen, die ich auf Büchermessen treffe, so schreiben.


Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?

Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert. Thomas Manns „Buddenbrooks“ haben mich lange Zeit nicht losgelassen. Ich war fasziniert von Manns Begabung, Menschen zu beobachten und sie zu porträtieren. In den letzten Jahren habe ich mich an den Büchern von Martin Suter festgebissen. Mir gefallen Suters Themen und seine schnörkellose Sprache, und auch bei ihm fasziniert mich, wie er seine Protagonisten darstellt.


Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?

Ich kann die Welt nicht verbessern, aber in meinem kleinen Umfeld kann ich eine Menge tun.


Und zum Abschluss:
Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?

Da fällt mir nichts sein. Ich kann aber sagen, welche Frage ich nicht mehr gestellt bekommen möchte: Die besorgte Frage wohlmeinender Menschen vor meinen Nordseeinsel-Urlauben, ob ich denn auch genug Kleidung für schlechtes Wetter eingepackt habe.


Gibt es eine Figur aus Deinen Büchern, mit der Du Dich liebend gerne mal auf einen Kaffee zusammensetzen würdest?

Wenn’s auch ein Tee sein darf: Hauptkommissar und Teetrinker Kuno Knudsen! Es wäre sicher sehr gemütlich und inspirierend, einen sonnigen Nachmittag mit ihm bei Tee und Friesenwaffeln im Garten seines Kapitänshauses im historischen Ortskern von Nebel auf Amrum zu verbringen.



Vielen Dank, dass wir uns auf der Messe endlich auch persönlich kennengelernt haben und Du uns ein signiertes Exemplar von Der Pfauenfedernmord für die Verlosung zur Verfügung stellst. 



Wenn Ihr eines der Exemplare gewinnen wollt, verratet uns als Kommentar unter diesem Post Euern Lieblingsort  - Ihr habt dazu bis zum 14.4.16 um 23.59 Uhr Zeit.

Außerdem darf ich Euch an dieser Stelle verraten, dass Knudsen und Zander ab August wieder ermittel werden - das neue Buch von Ulrike heißt: Jaspers letzter Flirt" und spielt auf Amrum, ihrer absoluten Lieblingsinsel.