Montag, 18. April 2016

In Liebe, Layla







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.04.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 11.04.2016
  • Verlag : btb Verlag (TB)
  • ISBN: 9783442713769
  • Flexibler Einband 608 Seiten
  • Genre: Roman





Layla, eine Senatorentochter, wird von ihrem Vater nach einem Skandal - der wohl hauptsächlich darin besteht, dass sie recht freizügig mit ihren Liebhabern umging und den ihr zugedachten Mann nicht heiraten wollte - nach Macedonia „verbannt“. Sie, die nie vorher gearbeitet hat, soll sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen indem sie die erst 150jährige Geschichte der Stadt niederschreibt.
In Macedonia angekommen, wird sie in der Pension der Familie Romeyns untergebracht. Zur Familie gehören die Mädchen Willa (11) und Bird (9), welche hauptsächlich von ihrer Tante Jotti erzogen und versorgt werden, da ihr Vater Felix ständig unterwegs ist, um zu arbeiten - anscheinend schmuggelt er Alkohol, aber das wird bis zum Ende nicht so wirklich deutlich. Die Romeyns waren einmal die bedeutendste Familie der Stadt, aber durch einen Unglücksfall stürzten sie ab.
Layla geht verblüffender Weise in ihrer Tätigkeit voll auf und kommt bald hinter die Geheimnisse der Stadt und ihrer Bewohner – und sie sonnt sich auch hier sehr schnell in der Aufmerksamkeit ihrer Bewunderer und hat die freie Wahl ...

Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven.
Da sind zum einen die Briefe, die zwischen Layla, ihrer Familie und ihren Vorgesetzten hin- und her gehen und aus denen man ihr Vorleben, ihre Erlebnisse, Erfahrungen und einzelne Kapitel des entstehenden Buches erfährt.
Ein weiterer Erzählstrang sind Willas Erlebnisse während er dieser Zeit – die Geschehnisse aus der Sicht eines frühreifen Kindes. Sie versucht, hinter das Geheimnis des Jobs ihres Vaters und die Vergangenheit ihrer Tante Jotti zu kommen.
Desweiteren gibt es einen unbeteiligten Beobachter, der den größten Teil der Story erzählt.

Inspiriert wurde die Autorin von ihrer eignen Familiengeschichte.

Die besondere Aufmachung des Buches hat mich neugierig und auf es aufmerksam gemacht. Das Cover kann so gefaltet werden, dass das Buch wie ein Geschenk verpackt ist. Auch der romantische Blumendruck und der Klappentext haben mir gefallen, doch leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es umfasst hauptsächlich die 3 Monate des Sommers, die Layla bis zur 150-Jahrfeier Zeit hat, um die Geschichte der Stadt aufzuschreiben. Macedonia ist eine trostlos graue Kleinstadt inmitten der Wirtschaftskrise. Es ist unheimlich heiß und genau so träge dahinfließend wie dieser Sommer ist auch die Handlung – langatmig und verworren. Leider kommt keine richtige Spannung auf, obwohl es die Geschichte durchaus hergeben würde. Schließlich gilt es, alte Familiengeheimnisse zu ergründen und die Wahrheit über das Unglück, das alles veränderte, herauszufinden. Stattdessen fand ich es ermüdend, Layla oder Willa auf ihren Streifzügen durch die Stadt zu begleiten und mehr als einmal wollte ich das Buch abbrechen, bei S. 425 habe ich es dann auch getan.

Auch wenn mir das Buch nicht gefallen hat, könnte ich mir vorstellen, dass Liebhaber von amerikanischer Geschichte und verzwickten Familiengeheimnissen hier durchaus auf ihre Kosten kommen.

PS: Ursprünglich hatte ich das Buch bereits abgebrochen. Ich wollte restlichen Seiten nur überfliegen um zu erfahren, wie es ausgeht. Doch plötzlich wendete sich das Blatt und ich hatte mich festgelesen! Die letzten knapp 200 Seiten waren so spannend und gut geschrieben, dass ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen konnte. Endlich kam Spannung auf, es war flüssig geschrieben und auch die einzelnen Erzählstränge passten harmonisch zueinander. Schade, dass dies nicht von Anfang an der Fall war.
Deshalb revidiere ich meine bisherige Meinung und vergebe statt 1 jetzt 3 Sterne für „In Liebe, Layla“.