Dienstag, 5. April 2016

Felsenmond

Berührend, spannend, schockierend, bemerkenswert... - rundum gelungen



von Jasmin Adam 

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbj 
ISBN-13: 9783570403020
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Genre: Jugendbuch

Felsenmond erzählt die Geschichte von fünf jungen jemenitischer Frauen, die jede auf ihre eigene Art und Weise versuchen für sich selbst etwas mehr Freiraum und Selbstbestimmung zu erreichen. Sie versuchen zwischen Glauben und Tradition, den unterschiedlichen Familiengefügen und den eigenen Wünschen ihren Weg zu gehen. Jede muss für sich allein ihren Platz finden, auch wenn sich ihre Wege immer wieder kreuzen.

Jasmin Adams Debüt ist ein äußerst lesenswerter Roman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Mit großer Authentizität und Feinfühligkeit gewährt sie uns einen Einblick in ein Land und seine Kultur, das für mich bislang ein Fleck auf der Landkarte war, den ich grob platzieren konnte. Ich habe viel gelernt über ein Land zwischen Umbruch und Krieg, mit wunderschönen und erschreckenden Seiten, mit tiefem Glauben und Aberglauben. Ein sehr gegensätzliches Land in dem alte Tradition und neue Denkweisen noch nicht ganz im Einklang sind.

Die Geschichte jedes Mädchens hat mich bewegt, so unterschiedlich sie auch waren. Die Charaktere sind liebevoll und detailreich gezeichnet, so dass ich keinerlei Schwierigkeiten hatte mit ihnen mitzufühlen und sie mir vorzustellen. Gerade weil mir ihr Land und ihre Kultur so fremd waren und ich auch jetzt noch manchen Gepflogenheiten nur mit purem Unverständnis begegnen kann, finde ich es umso bemerkenswerter, wie die Autorin es schafft, mir die Gedanken und Gefühlswelt der Mädchen so nahe zu bringen.

Jasmin Adam ist studierte Islamwissenschaftlerin, hat jahrelang im Nahen Osten gelebt und man merkt ihrem Roman an, dass sie weiß wovon sie schreibt. Manche meiner Vorstellungen wurden bestätigt, manches auch berichtigt. So gibt es durchaus das Bild des sehr dominanten Mannes, der seine Frau, Schwester oder Tochter als Eigentum ansieht, die nur dafür da ist, ihn zu bedienen und sich ihm unterzuordnen. Aber es gibt auch die andere Seite, wo der Vater seine Tochter unterstützt, obwohl sie kritische Artikel verfasst. Beeindruckt hat mich auch der Zusammenhalt der Frauengemeinschaft. Es gibt viele Dinge, die ich hier gerne noch erwähnen würde, aber das würde wohl den Rahmen sprengen.

Mein Fazit: Insgesamt ist es für mich ein bemerkenswerter Roman, der spannend und berührend ist, zum Nachdenken anregt und den ich nicht so schnell vergessen werde. Ein Buch, das sicher nicht nur für Jugendliche interessant und lesenswert ist. Daher empfehle ich ihn sehr gerne weiter.