Samstag, 23. April 2016

Das wilde Määäh und die Monster-Mission

Bezaubernde Geschichte über Verantwortungsbewusstsein und Freundschaft


von Vanessa Walder 


Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN-13: 9783785579701
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
Genre: Kinderbuch 


Nach den Aufregungen seines ersten Abenteuers, lebt Ham nun wieder in Ruhe mit seiner Wolfsfamilie und seinen Freunden im Wald. Doch eines Tages rücken Monster an, die am Waldrand beständig Bäume fressen und viel größer sind als alle anderen Tiere. Doch außer dem Hirsch stimmt niemand Ham zu, dass man etwas unternehmen muss, um die Monster schnellstens wieder zu vertreiben.

Als ihn da auch noch eine verwirrende Nachricht von seinem Freund Quentin erreicht, macht sich Ham auf den Weg zu Quentin und auf die Suche nach Hilfe für seinen Wald. Vielleicht kann ihm ja der sagenumwobene Wilde Widder helfen. Sein Freund Flöckchen, der Rehbock, schließt sich ihm kurzerhand an. Dazu gesellen sich Stanley der Waschbär, der wieder in die Stadt ziehen will und Tupfer, ein Reh, das ein Auge auf Flöckchen geworfen hat.

Nach einer aufregenden Suche findet Ham letztlich nicht nur Quentin und den Wilden Widder, sondern lernt auch seinen Vater kennen. Doch kann er auf Unterstützung gegen die waldfressenden Monster hoffen?

Auch der zweite Teil über den kleinen Wolf im Schafspelz hat mich von der ersten Seite an begeistert. Mit Hams Familie, Flöckchen, dem vergesslichen Eichhörnchen, dem ehemaligen Hütehund Pastor und einigen anderen gibt es viele alte Bekannte wiederzutreffen. Doch auch neue Tiere kommen hinzu. Allen voran der Waschbär Stanley, der mit seiner unnachahmlichen Art und Sprache einfach grandios ist; dazu noch Big Ben, die Taube vom Glockenturm oder die Gams Grazia, um nur einige zu nennen. Nicht zu vergessen, dass Ham endlich vor dem geheimnisvollen Wilden Widder steht.

Sowohl die neuen als auch alten Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Sie sind facettenreich, eigensinnig, dickköpfig, liebenswürdig, zauberhaft und charmant. Jeder hat seine Eigenarten und doch zeigt sich, dass ein gemeinsames Ziel helfen kann, Grenzen zu überwinden.

Für sich selbst und für andere Verantwortung zu übernehmen, ist eins der zentralen Themen in diesem Buch. Wie gerne wäre Ham ein Held wie der Wilde Widder oder ein Anführer wie seine Mutter und bald auch seine Schwester. Doch wie Ham lernen muss, gehört viel mehr dazu als einfach nur derjenige zu sein, auf den alle hören (müssen) und der sich in der Anerkennung der anderen sonnen kann. Und so wird auch der Kampf gegen die Monster letztlich ganz anders, als Ham es sich ursprünglich vorstellte.

Der Schreibstil ist flüssig - mal mit lustigen, mal mit ernsteren Tönen - und auch zum Vorlesen sehr angenehm. Ergänzt wird die tolle Geschichte wieder durch schöne und kindgerechte Zeichnungen, die den Text wunderbar untermalen.

Mein Fazit: Auch wenn mir der erste Band noch ein klein wenig besser gefiel, so ist Vanessa Walder mit „Das wilde Määäh und die Monster-Mission“ wieder eine bezaubernde Geschichte für Groß und Klein gelungen, die auf wunderbare Weise Freundschaft und Verantwortungsbewusstsein thematisiert. Ich freue mich schon sehr, bald wieder von Ham und seinen Freunden lesen zu dürfen.