Mittwoch, 2. März 2016

Die honigsüßen Hände







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 09.02.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 09.02.2016
  • Verlag : Amazon Publishing
  • ISBN: 9781503996595
  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Genre: Historischer Roman





Beatrix ist seit 3 Jahren mit Arnold verheiratet und lebt mit ihm auf seiner Burg in der Eifel. Alles könnte gut sein, wenn Arnold sie nicht als Gefangene halten würde, weil er nur ihre Mitgift wollte. Seine Geliebte fungiert auf der Burg als Herrin. Beatrix muss hungern. Sie wird regelmäßig gedemütigt und verprügelt.
Mit Hilfe der Magd Mechthild gelingt ihr die Flucht nach Köln, wo Beatrix nach einigen Rückschlägen zur Bäckerin der Reichen aufsteigt. Einer ihrer ersten Kunden und Förderer ist der Patrizier Daniel Jude. Zwischen den beiden prickelt es von Anfang an, aber sie sind auch beide verheiratet (auch wenn Beatrix das natürlich aus Angst vor Arnolds Rache geheim hält).

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man kann mit Beatrix und Mechthild wunderbar mitleiden und mitfiebern. Ihre gemeinsame Flucht fand ich besonders gelungen.
In Köln haben die beiden Frauen Anlaufschwierigkeiten. Sie müssen verschiedene Gefahren überstehen und sich durchbeißen. Der Leser lernt auf diese Art und Weise das Leben im mittelalterlichen Köln und die verschiedenen Lebensumstände sehr gut kennen. Auch die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Beatrix und Daniel fügt sich sehr gut in das Geschehen ein.
Ab der zweiten Hälfte wurde mir das Buch dann leider zum Teil zu verworren, die Ereignisse überschlagen sich und es ist wie beim Tischtennis – ein dauerndes Hin und Her. Bei den Kämpfen der verfeindeten Bürgerparteien war ich mir nicht immer sicher, wer zu wem gehört (hier hätte ein Personenverzeichnis vielleicht geholfen).
Auch die wiederkehrenden „Beziehungsdiskussionen“ zwischen Beatrix und Daniel fand ich zwischenzeitlich etwas Zuviel des Guten.
Dazu kamen ein paar verschieden interpretierbare Textstellen und auch das Ende war nicht ganz perfekt für mich - ich vermute aber, es sollen Anschlussmöglichkeiten für einen Folgeband gelassen werden.

Die verschiedenen Protagonisten sind ganz gut gelungen. Mit Beatrix und Mechthild kann man wunderbar mitfiebern, auch wenn mir Mechthilds Beweggründe nicht immer zu 100 % verständlich waren. Beatrix ist eine starke Frau und scheut das Risiko nicht.
Arnold ist für mich eine Art moderner Heiratsschwindler und seine Geliebte eine Gattung für sich. Daniel, gefangen in einer Zweckehe, sehnt sich nach Beatrix, will ihr aber auch nicht antun, als seine Geliebt zu fungieren. Trotzdem unterstützt er sie, wo er nur kann und kämpft um / für sie. Seine Frau Richmondis bleibt für mich undurchschaubar. Sie weiß um die Anziehungskraft zwischen den Beiden und versucht immer unauffällig, diese zu boykottieren. Wobei ihr ihre Erziehung aber anscheinend verbietet, mal ein ehrliches Wort mit Daniel oder Beatrix zu reden.
Außerdem gibt es in Beatrix´ Haus noch die Magd Dilgin, die nichts als Probleme bringt ...

Alles in allem sind „Die honigsüßen Hände“ ein guter historischer (Liebes-)Roman mit leichten Verbesserungsmöglichkeiten.