Freitag, 25. März 2016

Die Feinde der Hansetochter







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 11.03.2016
  • Verlag : Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783404173211
  • Flexibler Einband 528 Seiten
  • Genre: Historischer Roman






Lübeck 1379. Die junge Hansekauffrau Henrike führt zusammen mit ihrem Mann Adrian ein erfolgreiches Handelskontor. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sie wird angefeindet, weil sie auch nach langjähriger Ehe immer noch nicht schwanger ist. Ihre Tante Asta und deren Knecht Sasse verschwinden in Gotland, nur Astas Tochter Katrine bleibt verstört zurück. Adrians Bruder Lambert bekommt in Brügge geschäftliche Probleme, wird später sogar verhaftet. Ihr Bruder Simon kommt von einer Reise nicht zurück. Die Unglücke mehren sich, es kommt zu Mordversuchen. Es sieht aus, als folge alles einem Plan – aber wessen Plan und was ist das Ziel?!

Vor dem historischen Hintergrund des Hansetages, des Weberaufstandes in Brügge und dem Knochenhaueraufstand in Lübeck erzählt Sabine Weiß eine sehr atmosphärische, extrem spannende Familiengeschichte, die man stellenweise fast schon als Abenteuerroman bezeichnen könnte.
Dies macht sie gewohnt fesselnd, ich bin durch die 700 Seiten förmlich geflogen. Erleichtert wird der Einstieg in die Handlung durch Rückblenden, weil ich das Geschehen im Vorgängerband (Die Hansetochter) nicht mehr so wirklich im Kopf hatte. Man kann das Buch also auch lesen, ohne den Vorläufer zu kennen.

Mir haben besonders die weiblichen Protagonistinnen Henrike und Runa sehr gefallen – starke, unabhängige Frauen, die ihren Platz im Leben annehmen und sich trotzdem nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lassen und für ihre Überzeugungen und Pläne einstehen. Katrine ist das ganze Gegenteil, verstört, sehr gläubig, leicht zu verunsichern und beeinflussbar.
Aber auch die „Bösen“ / Gegenspieler sind sehr gut nachvollziehbar in ihren Beweggründen – zielstrebig, hinterhältig, verstört, manisch, getrieben von Rache. Man kauft es ihnen ab.

In „Die Feinde der Hansetochter“  wird geliebt, gehasst, gekämpft, getäuscht und spioniert – die Handlung ist sehr abwechslungsreich. Es kommen Piraten, Schatzsucher und heimliche Liebschaften vor, dadurch zieht einen das Buch bis zur letzten Seite in seinen Bann.

Ich habe nur einen winzigen Kritikpunkt. Mir war der letzte Abschnitt etwas zu kompakt und zu eng an den geschichtlichen Hintergrund gekettet. Da hätten die Story nach meiner Ansicht zum Teil noch etwas ausführlicher sein können.

Sehr praktisch sind das Personenverzeichnis und das Glossar. Und auch die Aufmachung des Buches an sich ist wieder sehr schön. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert zu den anderen Büchern der Autorin und die Karte im Inneren des Einbandes hilft bei der Orientierung.

Mein Fazit: Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein Muss für alle Fans gut recherchierter Historischer Romane.