Montag, 29. Februar 2016

Interview mit Anja Janotta

Interview pünktlich zum Erscheinungstag ihres neuen Buches "Linkslesemut"!

 













Liebe Anja,

wir kennen uns bereits aus einer Leserunde zu Deinem Buch Linkslesestärke, zu dem nun aktuell die Fortsetzung Linkslesemut erschienen ist. Mich und meine Tochter, die ganz klar zur Zielgruppe dieser Reihe gehört, hat am ersten Band vor allem der hohe Authentizitätsgrad fasziniert. Die Protagonistin Mira und die Situationen, in die sie gerät, wirken sehr lebensecht. Es hat uns zudem sehr gefallen, wie Du auf uns Leser eingegangen bist. Daher sind nun sehr gespannt auf Band 2 und freuen uns, dieses Interview mit dir führen dürfen!

Dann legen wir doch direkt mal los!

Würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen? Vielleicht berichtest Du auch etwas aus Deiner wortwörtlich sehr bewegten Kindheit?

Schon in Saudi-Arabien, wo ich meine Kindheit verbracht habe, habe ich auf meiner Schreibmaschine Bücher getippt. Für mich war immer klar, dass ich mal Kinderbuch-Autorin werden will. Aber wie es eben so ist, zugetraut habe ich mir das erst viel später, nämlich als meine Tochter in dem Alter war, als ich in jeden Steckbrief gekritzelt habe: „Ich werde mal Schriftstellerin.“ Dass es jetzt wirklich so ist, fühlt sich immer noch an, als hätte ich einen Sechser im Lotto gezogen.


Ist die Linkslesestärke Dein Erstlingswerk?

Ja, tatsächlich mein Erstling. Ich hatte den Titel und den ersten Satz im Kopf, dann habe ich angefangen zu schreiben. Meine Hauptfigur Mira hat einfach nicht mehr mit dem Quasseln aufgehört – solange bis 240 Seiten voll waren. Und dann hatte ich Glück, dass ich gleich eine gute Agentur und einen guten Verlag gefunden habe…


Schreibst Du ausschließlich Kinderbücher oder auch in anderen Genres?

Ich würde gerne, hauptsächlich wahrscheinlich Jugendbücher. Da hätte ich nämlich schon ein paar sehr gute Ideen.


Was sagen denn Deine Kinder zu Deinen schriftstellerischen Aktivitäten?

Die sind beide mörderstolz. Weiß auch nicht, muss irgendwie an den Widmungen liegen…;-) Aber meine Tochter, jetzt 11, ist natürlich ganz besonders deswegen so stolz auf „Linkslesestärke“, weil ich das Buch wirklich für sie geschrieben habe. Denn eigentlich hatte ich im Buchhandel nach einem gesucht, in dem eine Heldin eine Rechtschreibschwäche hat (wie meine Tochter auch) – aber es gab keines. Dann habe ich es einfach selber schreiben müssen.


Und natürlich gleich die Standardfragen:

Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Eigentlich habe ich ja immer irgendwie geschrieben. Ich habe nur angefangen, meine Bücher auch der Öffentlichkeit vorzustellen. Und daran war meine Tochter nicht ganz unschuldig.


Woher nimmst Du die Ideen für deine Bücher?

Vom Küchentisch. Meine Kinder sind im besten Lesealter und viele Ideen sprudeln nur so aus ihnen heraus, viele Situationen sind ihnen passiert oder anderen in ihrem Alter. Ich könnte hundert Bücher schreiben, wenn ich jedes Mal mitschreiben würde, wenn die beiden wieder eine ihrer versponnenen Luftschloss-Baustellen entwickeln.


Arbeitest Du aktuell an einem Buchprojekt? Wenn ja, an welchem?

Ja, dieses Mal eines für Jungs. Es kommt im Sommer. Schließlich wollte auch mein Erstgeborener mal ein Buch gewidmet bekommen ;-)


Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)

Ich bin noch immer in Teilzeit als Online-Redakteurin beschäftigt. Sonst verbringe ich viel Zeit mit meinen Kindern, mache ab und an ein paar Glasperlen und tauche in einem der Seen in unserer näheren Umgebung ab.


Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?

Eigentlich gar keine, nicht mal Schuhe. Wobei – das sollte ich vielleicht mal ändern…


Treibst du Sport?

Schwimmen, Paddeln und Badminton.


Hast Du eigene Tiere? Wenn ja, welche?

Nein, zum Leidwesen meiner Kinder bin ich allergisch gegen Katzen und Co.


Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?

Ich würde alle anderen nutzlosen Dinge, mit denen man sich den Alltag so vollstopft, delegieren und nur noch schreiben und vorlesen. Und Schuhe! Ich würde eine Sammelleidenschaft für Schuhe entwickeln…


Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?

Warmherzig. Und manchmal ein bisschen humorvoll.


Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?

Stur. Ziemlich stur.


Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?

Espresso macchiato oder Cappuccino, und nur den aus der eigenen Maschine – am besten, wenn mein Mann ihn gemacht hat. Es kann keiner so gut wie er.


Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?

Ein See in der Umgebung. Der hat das tollste türkisblaue Wasser der Welt - damit kann bestimmt nicht mal die Karibik mithalten. Das ist wie ein Fernurlaub, nur irgendwie sehr viel näher.


Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!

Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?

„Struwwelpeter“ und die Kinderbibel. Von beidem dachte meine Mutter wohl, diese Bücher müsse man im Haus haben. Aber keine Sorge, dann wurde es aber bald die Serie „Pitje Puck“…


Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?

Um eine unverzeihliche Bildungslücke abzubauen, habe ich zuletzt „Tschick“ gelesen und gerade lese ich „Layers“ von Ursula Poznanski.


Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflusst und warum?

Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und der Tieferschatten“ war tatsächlich so etwas wie ein Auslöser, warum ich wieder literarisch schreiben wollte. Das Buch war so realitätsnah und so mutig, weil es den verschrobenen Gedankengängen des Helden bis in die absurdesten hintersten Winkel gefolgt ist. Ich habe es meiner Familie auf dem Weg in den Urlaub vorgelesen und nicht selten hat unser Auto wild hin und her gewackelt, weil wir alle so lachen mussten.


Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?

(Habe keines). Wie wäre es mit: Gleich morgen suche ich mir eine Sammelleidenschaft und ein Lebensmotto? So unbestimmt kann’s einfach nicht weitergehen.


Und zum Abschluß:

Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen oder hast du eine Frage an uns?
Was ist für Dich das allertollste am Schreiben?
Das Lesen, mir machen die Lesungen immer riesigen Spaß, weil ich sehe, wie meine Reh-Busse andere Kinder zu eigenen Wortspielen ins-bier-irren. Das ist immer wieder großartig.

Danke für das tolle Interview! Es hat richtig Spaß gemacht. Und das Jungenbuchprojekt werde ich im Auge behalten ;o)

Die Nichtohnebuch-Blog-WG

Übrigens: Die Linkslesestärke wurden bereits von Kuhni und Marie auf diesem Blog rezensiert. Und bald findet Ihr hier auch eine Rezi zum Linkslesemut!