Mittwoch, 10. Februar 2016

Digby #01







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 22.02.2016
  • Verlag : Oetinger
  • ISBN: 9783789148095
  • Fester Einband
  • Sprache: Deutsch






Zoe Webster ist 16 und zieht als Scheidungskind mit ihrer Mutter von New York (Brooklyn) nach River Hights nördlich von N.Y.
Dort kennt jeder jeden. Neue Freundschaften sind quasi ausgeschlossen. Und dann drückt plötzlich so ein komischer Typ auf die kaputte Klingel des etwas schäbigen Reihenhauses, um sie nach den seltsamen Nachbarn mit den unerkärlich vielen Kindern und ständig putzenden Mädchen befragt. Digby ist so alt wie sie. Groß, dünn und trägt einen schlecht sitzenden Anzug mit Hemd.
Aber irgendwie fasziniert er sie, mit seinen Beobachtungen und Bemerkungen. Und obwohl sie durch ihn immer wieder in Schwierigkeiten gerät und ihr die Haar vom Kopf frisst und sie als Portemonnaie zu mißbrauchen scheint. Ist sein ständiges Auftauchen auch irgendwie eine angenehme Gewissheit und das nicht nur, weil er mit dem Adonisgleichen Quaterback der Schulfootballmannschaft Henry Petropolous befreundet ist.
Nein, dieser Master of desaster hat was, auch wenn er sie nur als Geldgeber, Begleitung, Füttermaschine und Zuhörerin wahrzunehmen scheint.

Digby ist in dem Kaff berüchtigt. An ihrem 4. Geburstag verschwand seine kleine Schwester Sally vor fast 10 Jahren nachts aus dem gemeinsamen Zimmer und niemand hat etwas gemerkt. An den anschließenden Verdächtigungen zerbrach die Familie. Doch Sally ist nicht das einzige Mädchen das spurlos verschwand. Auch Henry's Ex-Freundin Marina Miller wird seit rund 3 Monaten vermisst.....

Digby beobachtet Kleinigkeiten, nimmt Unmengen Medikamente und hat doch irgendwie treu ergebene Freunde (wobei der kleine Felix auch den ich nicht näher eingehen möchte, um nicht zu spoilern, mir besonders ans Herz wuchs) und erinnert mit seiner schrägen Art und seiner Kombinationsgabe an den jungen Sherlock Holmes. Zoe, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, ist eher eine junge Stephanie Plum. Das nette hübsche Mädel von nebenan, daß irgendwie von einer Katastrophe in die nächste stolpert, aber zum Glück kein Auto hat, das explodieren kann.... Aber auch Zoe macht durch ihre Erfahrungen auf dem Planeten Digby eine für ihre Familie unerwartete Entwicklung durch.

Das Buch ist schräg, spannend und witzig. Warum es kein Krimi sein soll, weiß ich nicht. Ein klassisches Who-dunnit ist es aber nicht. Man taucht tief ein in den amerikanischen Kleinstadtmief, mit High-School-Cliquen, Homecoming-Queen, it-Girls, Cheerleadern und Footballern und denen die eben nicht dazu gehören. Es ist aber auch nicht die typische Teenager Geschichte. Weder Love Story noch die Geschichte eines durch den Verlust der Schwester gebrochenen  Jungen. Es ist einfach nur Digby. Der Typ ist total schräg, abgefahren, unheimlich cool auf seine Art und man kann nicht anders als ihn zu mögen. Ebenso wie seine Freunde Zoe, Henry und Felix, wobei die 2 zuerst genannten nicht immer ganz sicher sind, ob es Freundschaft ist, was sie mit Dibgy verbindet oder eher eine morbide Faszination.

Es ist leicht und flüssig lesbar. Das Cover ein Hingucker im Stil amerikanischer polizeilischer Festnahme Bilder und die Kapitelüberschriften im Fahndungs-Stil.

Es ist ein toller Jugendroman, der wirklich Spaß macht zu lesen und auch sehr spannend ist. Er will nicht pädagogisch belehren oder offenbaren, sondern unterhalten. Und das gelingt glänzend, mit einem Ende, daß klar stellt, es muß unbedingt noch Digby #02 geben. Wir wollen wissen wie es weitergeht. Auch wenn sich ein Teil der Geheimnisse lösen ließ, bleiben noch genug Fragen für eine Fortsetzung offen!

Ich hoffe, die Fortsetzung läßt nicht zu lange auf sich warten!