Samstag, 30. Januar 2016

Sörensen hat Angst







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 18.12.2015
  • Verlag : Rowohlt Taschenbuch
  • ISBN: 9783499271182
  • Flexibler Einband 352 Seiten 







Extrem spannend und angsteinflößend – sehr guter Thriller


Klappentext:
Tod am Koog - Ein verregneter Nordfriesland-Krimi: Nach einigen Schicksalsschlägen lässt sich Kriminalhauptkommissar Sörensen von Hamburg nach Katenbüll in Nordfriesland versetzen. Denn er leidet unter einer Angststörung und hofft, dass der kleine Ort ihm ein ruhiges, beschauliches (Arbeits-)Leben bescheren wird. Doch Katenbüll ist grau und trostlos, es regnet permanent, die Einheimischen haben nicht gerade auf Sörensen gewartet. Und es kommt noch schlimmer. Gleich nach Sörensens Ankunft wird Bürgermeister Hinrichs tot im Pferdestall gefunden. Schon die ersten Blicke hinter die Kleinstadtkulisse zeigen dem Kommissar: Hier kann man es wirklich mit der Angst bekommen.

Das sagt der Autor selbst über das Buch:
"Sörensen hat Angst" ist eine bisweilen bitter-schwarze Krimikomödie, die in dem fiktiven nordfriesischen Kaff Katenbüll spielt.

Meine Meinung:
Ich hatte einen etwas humorigeren Krimi erwartet, aber auf weiten Strecken erschien es mir eher als Psychogramm. Das Buch ist grausam und düster. Die Handlung enthüllt eine Spirale der Angst und Gewalt. Hinter ach so sauberen Fassaden tun sich echte Abgründe auf. Und obwohl alle Beteiligten Bescheid wissen, wehrt sich keiner.
Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan solcher Krimis, aber dieser hier hat mich vom ersten Augenblick an gepackt und nicht mehr losgelassen. Ich spüre meine Gänsehaut auch jetzt noch ...

Sörensen ist für mich eher tragisch als komisch. Er hat eine generalisierte Angststörung und ich war immer froh, wenn er am Ende des Kapitels noch atmete. Er ist von seinem Leben komplett überfordert und übersteht den Alltag nur mit Hilfe diverser Pillen und Rituale. Was er an einem Tag erleidet, würde bei mir für mindestens ein Jahr reichen.
Katenbüll erweist sich leider auch nicht als beste Wahl. Der Ort ist so wie das Wetter und Sörensen: trostlos, deprimierend, düster und voller Geheimnisse. „Jeder flieht doch vor irgendetwas.“ „Aber niemand, den ich kenne, flieht nach Katenbüll.“
Von den Einheimischen wird er scheel angesehen, einzig die neuen Kollegen sind nett und rücksichtvoll.
Und dann gleich der Mord am Bürgermeister. Nein, Feinde hatte er keine – er hat doch so viel für die Region getan, war so beliebt. Aber warum wirken seine Frau dann so aggressiv und sein Sohn so ängstlich? Und was weiß der Pfarrer?
Generell wirken die Väter in dem Buch übermächtig (auch Sörensens) und die Söhne ordnen sich unter: „Am Ende geht es doch immer nur um Anerkennung. Sogar von denen.“
Bei dem einen Todesfall bleibt es dann leider nicht und bald wird klar, dass alle auf eine gerade zu verstörende Art und Weise zusammenhängen. Doch die Bewohner schweigen und wiegeln ab. Man hält eben zusammen weil nicht sein kann, was nicht sein darf ...